Macht Laune aufs "große" Fest: Die "SWR3-Band" gibt dem Publikum in der Klotze mächtig was auf die Ohren. Im Hintergrund sieht man das Dach der "Fest"-Hauptbühne. | Foto: Eschmann

Sponsorentage in der Klotze

Das Vor-Fest lebt erst durch die Karlsruher Bands

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Das Vor-Fest wartet dieser Tage mit einem Novum auf: Gleich drei Sponsorentage sind in diesem Jahr im Programm. Neben den bereits seit Jahrzehnten bestehendem DM-Tag und der Hoepfner Summer Night gibt es aktuell auch noch den SWR3-Tag. Rückt das Vor-Fest als Plattform lokaler Bands durch die Präsentation der großen Marken in den Hintergrund?

Großer Wirtschaftsfaktor

„Ein Festival dieser Größe und mit diesem Konzept, das nur fünf Euro kostet, ist ohne Sponsoren nicht zu stemmen“, sagt Klaus-Peter Weber vom Stadtjugendausschuss, den alle nur „Jumpes“ nennen. Er ist der Mann, der die Bands für das Vor-Fest organisiert. Das Sponsoring sei für das Vor-Fest ein großer Wirtschaftsfaktor.

Die Kosten für das vielfältige Programm steigen von Jahr zu Jahr: Die Künstler-Gagen, die Personalkosten, Sicherheitseinrichtungen, Infrastruktur, Catering und die spätere Sanierung des „Fest“-Geländes müssen erwirtschaftet werden. „Das sind Kosten ohne Ende“, erklärt „Jumpes“ mit heiserer Stimme.

Sponsoren haben keinen Einfluss auf das Programm

Diese hat in den vergangenen drei Tage ganz schön gelitten. Immerhin ist er schon seit vergangenen Freitag unentwegt für den reibungslosen Ablauf auf dem Vor-Fest unterwegs. Sich bei lauter Live-Musik zu verständigen, das geht schließlich auf die Stimme. „Ich habe gehört, dass Honig-Fenchel gurgeln helfen soll“, sagt er und lacht. Im gleichen Atemzug erklärt er, dass die bisherigen Sponsorentage den Etat ungemein entspannen würden.

Die aktuelle Bühne ist wetterfest

„Solange die Sponsoren uns nicht vorschreiben, wie wir das Vor-Fest gestalten sollen“, sei das kein Thema. Was Weber ganz besonders gut findet, ist die Tatsache, dass – im Vergleich zu früher – höhere Gagen an die lokalen Bands bezahlt werden könnten. Ein anderer nicht zu vernachlässigender Aspekt sei, dass die Bühne vergangener Tage nicht besonders wetterfest gewesen sei.

Umsatz der Besucher ist ebenfalls wichtig

„Auf unserer jetzigen Cafébühne kann auch bei schlechtem Wetter gespielt werden“, meint der Organisator. Das ziehe die Menschen auch bei nasser Witterung in die Günther-Klotz-Anlage. „Das Vor-Fest finanziert sich eben auch über den Umsatz der Besucher“, erläutert Weber, der jetzt gegen den lauten Soundcheck von „Squeeze the Monkey“ anschreit.

„Squeeze the Monkey“ eröffnet den vierten Abend

Die Band, die aus fünf professionellen Musikern besteht, eröffnet später den vierten Abend. Als die Besucher langsam bei immer noch heißen Temperaturen in die „Klotze“ eintrudeln, bieten die Mannheimer Soul, Funk, Rock und Pop-Cover. Besonders glänzen kann die 27-jährige Sängerin Anne bei ihrer Interpretation des Prince-Klassikers „Kiss“.

17 lokale Bands treten auf

Seit drei Jahren beginnt der Countdown zum „Fest“-Wochenende einen Tag früher. Während insgesamt sieben Tagen treten 21 Bands auf. Davon sind 17 lokale Musikgruppen. „Wir haben durch den neuen Sponsorentag keinen Spielplatz verloren“, sagt „Jumpes“, der etwas am Zeitplan der beliebten Karlsruher Veranstaltung getüftelt hat. An drei Tagen beginne dieses Vor-Fest schon um 18 Uhr. Dementsprechend ist es möglich, drei Bands an diesen Abenden spielen zu lassen. „Der Umbau und der Soundcheck zwischen den Spielzeiten ist zwar etwas stressiger, aber es hat bisher wirklich gut funktioniert“, betont Weber.

An den anderen Tagen treten jeweils zwei Bands auf. So am Montag, als die „SWR3-Band“ um 21 Uhr nach „Squeeze the Monkey“ die Bühne betrittSchon mit den ersten drei Liedern gibt es für das Karlsruher Publikum ordentlich was auf die Ohren: Robbie Williams‘ „Let me entertain you“, Manfred Manns „Blinded by the light“ und Mando Diaos „Dance with somebody“ sorgen mächtig für Stimmung in der „Klotze“. Das Eis endgültig bricht die Interpretation von Kim Wildes Klassiker „Kids of America“, das zeitweise in „Kids of Karlsruhe“ umgedichtet wird.

Die Abstimmung ist
seit Jahren kein Problem

Auch bei der Hoepfner Summer Night hat es mit „Moritz and the Horny Horns“ und dem „Steve Cherry Ensemble“ zwei lokale Interpreten gegeben. Die hätte Weber auch ohne Sponsoring gebucht. Mit Dietmar Krämer, dem Senior Marketing Manager des Karlsruher Bierbrauers, ergänzt sich „Jumpes“ nach seinen Worten sehr gut. „Da ist die Abstimmung seit Jahren überhaupt kein Problem“, so Weber, der seine Stimme von nun an schonen muss. Schließlich hat er am Mittwoch seinen eigenen Auftritt auf der Cafébühne mit seiner Band „Bobby Shadow and the Incredible E.C.P.“.