Die Ballonhülle wird mit 3000 Kubikmeter Luft gefüllt. Dann kann das Gefährt in der Günther-Klotz-Anlage in den Abendhimmel starten. | Foto: Fabry

Fahrt mit dem Heißluftballon

Luftwandern über den Dächern von Karlsruhe

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„Möge der Wind dich mit Milde willkommen heißen“ – so beginnt ein irisches Gebet der Ballonfahrer aus dem 19. Jahrhundert. An diesem spätsommerlichen Abend in der Karlsruher Günther-Klotz-Anlage verliert der leicht böige Wind gegen 17.30 Uhr zunehmend an Kraft – genauso,  wie es Thomas Kappenberger vorausgesagt hatte. Der erfahrene Ballonpilot von Gemini Ballooing kontrolliert im Inneren der farbenprächtigen Ballonhülle die Leinen, und dann startet er schon mit kräftiger Heißluftzufuhr durch den Propangasbrenner samt seiner zwei Passagiere in den Abendhimmel.

Aus der Vogelperspektive zeigt sich, wie sehr Karlsruhe eine Kommune im Grünen ist. Wälder und Wiesen schmiegen sich regelrecht an die Fächerstadt. Die spektakuläre Luftwanderung im robusten Weidenkorb  unter der 3000 Kubikmeter fassenden Hülle beginnt über den Dächern von Daxlanden, danach geht es über Neuburgweier und den Fermasee in südwestlicher Richtung immer am Rhein entlang. Dank einer günstigen Windströmung kann Kappenberger sein Gefährt in Baumwipfelhöhe steuern, was zu vielen Kontakten mit Wanderern, Radlern oder Hausbesitzern führt. „Könnt Ihr uns mal den Champagner runterwerfen“, ruft ein Hobbygärtner den Ballonfahrern über seinen Köpfen scherzhaft zu.

Nach der Landung folgt die obligatorische Taufe

Eine faszinierend Stunde später setzt der Heißluftballon in der untergehenden Sonne hinter Au am Rhein auf einer Wiese auf. Die Bodencrew mit Kappenbergers Ehefrau Corinna und Marcello Kutzner ist sofort zur Stelle, keine 30 Minuten später ist der Ballon im Autoanhänger verstaut. Es folgt die obligatorische Ballonfahrer-Taufe mit dem Hinweis auf das irische Gebet, das nach der Hoffnung auf die Milde des Windes folgendermaßen weitergeht: „Mögest du so angenehm und so hoch fahren, wo Gott dich in Heiterkeit trifft. Und möge er dich sanft in die liebenden Arme von Mutter Erde zurückbringen.“

Wer die Faszination von Heißluftballons hautnah miterleben oder gar im Korb mitfahren möchte, hat dazu in den nächsten drei Tagen beim internationalen German Cup auf dem Pforzheimer Buckenberg die Chance. Weitere Informationen hier.