Die U-Strab-Röhre ist im Rohbau weitgehend fertig.
RÖHRE KOMPLETT: Auch der Abzweig des U-Strab-Tunnels nach Süden ist jetzt unter der Karl-Friedrich-Straße im Rohbau fertig. Bis dort und unter der Kaiserstraße die Gleise in ein Schotterbett gelegt werden, vergehen aber noch rund zwei Jahre. Zunächst muss nun der Innenausbau der Haltestellen vorangetrieben werden. | Foto: jodo

Innenausbau in U-Strab-Tunnel

Machtwechsel unter der Erde

Anzeige

Unter der Karlsruher Erde ändern sich 2018 die Machtverhältnisse. Was sich 2017 angebahnt hat, schlägt im kommenden Frühling völlig um: Der Innenausbau löst den Rohbau in der U-Strab-Röhre ab.

Das Ende des Betonierens ist in Sicht

Wenn im neunten Jahr des Kombibauzeitalters der April naht, dann soll es endlich auch unter dem Europaplatz, unter der Kaiserstraße zwischen Lamm- und Karl-Friedrich-Straße, unter dem Marktplatz und unter dem Berliner Platz ein Ende mit dem Betonieren haben.

Uwe Konrath, Chef der städtischen Tochter Kasig, schwört, dass das große Etappenziel bald endlich in allen sieben U-Strab-Hallen erreicht werde.

Vier Jahre Verspätung jetzt angepeilt

 

Nach dem Plan der Kombi-Strategen sollte die U-Strab eigentlich nach sieben Jahren bereits vor einem Jahr fertig sein. Inzwischen geht man optimistisch davon aus, dass die Bahnen in drei Jahren, also um den Jahreswechsel 2020/2021, durch den Tunnel rollen.

Die Verspätung des Bauzugs wird also weiter mit rund vier Jahren angegeben. Allerdings sollte nach dieser veränderten Zeitrechnung der Rohbau der U-Stationen – also Deckel, Boden und Wände sowie Zwischenebenen, Treppen und Aufzugsschächte – schon im Laufe von 2017 abgeschlossen sein.

Zwei Stationen bereits im Innenausbau

Gelungen ist dies aber bereits nur in den Untergrundstationen „Kongresszentrum“ und „Durlacher Tor“. Dort hat der Innenausbau schon im zweiten Halbjahr 2017 begonnen. Auch in den Tunnelabschnitten zwischen den U-Stationen ist die Röhre mit dem Einguss der Betonebene für die Gleise im unteren Röhrenviertel sowie dem Bau der Kabelschächte und Seitenwege weitgehend erledigt.

U-Strab-Baustelle beim Ettlinger Tor
DIE SCHLEUSENWÄNDE der Druckkammer, in welcher der Tunnel zwischen Ettlinger Straße und Marktplatz gegraben wurde, sind vor Weihnachten abgerissen worden. | Foto: jodo

Allerdings gibt es auch noch einen Nachzügler, bei dem laut Konrath erst im Sommer 2018 von Roh- und Innenausbau umgeschaltet werden kann: Bei der U-Station „Ettlinger Tor“ beginnt im „Nordkopf“ erst mit der Wiederaufnahme der Arbeiten am 7. Januar der Rohbau der stabilen Wände und anschließend der Zwischenebene.

Dort musste zuvor noch bis kurz vor Weihnachten die massive Schleusenwand der Druckluftkammer für den bergmännischen Vortrieb der Südröhre unter der Karl-Friedrich-Straße abgerissen werden.

Der U-Strab-Tunnel wartet auf die Gleise.
Reif für den Gleisbau ist die Röhre mehr oder minder. Doch damit geht es erst in zwei Jahren los. | Foto: jodo

Die Jahre 2018 und 2019 sind jetzt für den Innenausbau vorgesehen. „Im übernächsten Jahr werden wir auch schon mit dem Schottern und dem Gleisverlegen loslegen“, versichert Konrath.

Großes Programm für 2020

Schließlich müssen im Jahr 2020 bis zur U-Strab-Bescherung um Weihnachten noch die Fahrdrähte gespannt und die Signale montiert werden. Nicht zu vergessen: einige Monate Einfahren auf der Stollenstrecke und deren Abnahme durch die Aufsichtsbehörde.

Problem Hochkonjunktur

Voraussetzung dafür, dass der U-Strab-Bauzeitplan nicht noch einmal um Jahre verrutscht und die bislang bei 1,1 Milliarden Euro angekommenen Kosten nicht erneut sprunghaft steigen, ist die zügige Vergabe der 70 Gewerke für den Innenausbau. Angesichts der Hochkonjunktur im Bauhandwerk und der damit enormen Konkurrenz für die U-Strab durch andere Großbaustellen im Südwesten gibt es dafür allerdings noch einige Unsicherheitsfaktoren.

Logistische Herausforderung

Dazu kommt „die logistische Herausforderung“, bestätigt Konrath. Der Bauzeitenplan beruht auf einer minutiös getakteten Abfolge und einem Ineinandergreifen etwa von Maurern und Elektrikern.

Und dann müssen die Fahrzeuge der vielen Firmen auch noch über die drei Rampen und im Tunnel ohne Stau an ihren jeweiligen Einsatzort dirigiert werden. Unter der Erde hat also ab sofort alles reibungslos zu funktionieren, damit in drei Jahren die U-Strab rollt.