Strafprozessordnung
Neun mutmaßliche Mafiosi stehen an unter anderem wegen Drogenhandels vor dem Landgericht Konstanz. Verhandelt wird vorläufig in Karlsruhe. (Symbolfoto) | Foto: Christian Charisius/Archiv

Drogenhandel und Brandstiftung

„Mafia-Prozess“ beginnt in Karlsruhe

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Neun mutmaßliche Mafiosi stehen von Freitag an unter anderem wegen Drogenhandels, Körperverletzung und Brandstiftung vor dem Landgericht Konstanz. Verhandelt wird aus Platzgründen jedoch vorläufig im Landgericht Karlsruhe – unter größeren Sicherheitsvorkehrungen (die BNN berichteten).

Einem der vier Hauptbeschuldigten wird versuchter Mord vorgeworfen: Laut Anklage soll der 49-Jährige im Mai vergangenen Jahres in ein Restaurant in Hüfingen im Schwarzwald-Baar-Kreis geschossen haben. Verletzt wurde niemand.

Verbindungen zur Cosa Nostra und ‚Ndrangheta

Die Männer sollen von Oktober 2013 an in großem Stil mit Drogen gehandelt haben. Dabei verkauften sie der Staatsanwaltschaft zufolge vor allem im Schwarzwald-Baar-Kreis kiloweise Marihuana sowie Haschisch und Kokain. Die Angeklagten, allesamt Italiener oder italienischer Herkunft, sollen mit der sizilianischen Mafia-Organisation Cosa Nostra sowie der kalabrischen ‚Ndrangheta in Verbindung stehen.

Das Landgericht Konstanz weicht für den Prozessauftakt sowie den zweiten Verhandlungstag nach Karlsruhe aus. Danach steht für die restlichen der insgesamt 67 geplanten Verhandlungstage eine umgebaute, frühere Kantine in Konstanz zur Verfügung. Sie war nicht rechtzeitig zum Prozessbeginn fertig geworden.

Auch während der Verhandlung im Karlsruher Landgericht gelten größere Sicherheitsvorkehrungen. So müssen Prozessbeobachter durch den Seiteneingang eintreten und Zeit für Kontrollen einplanen, erklärte eine Gerichtssprecherin.