Tür unter Beschuss
Die Spuren der Schüsse auf die Tür der Synagoge in Halle sind noch sichtbar. In ganz Deutschland finden heute Mahnwachen statt, um Solidarität mit den Opfern zu demonstrieren - auch in der Region gibt es Termine. | Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Solidarität mit den Opfern

Mahnwachen in der Region nach antisemitischem Anschlag in Halle

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Nach dem antisemitischen Anschlag in Halle herrscht auch in der Region Fassungslosigkeit. Um dieser mit Solidarität mit den Opfern zu begegnen, rufen die Religionsgemeinschaften in Karlsruhe und der Rat der Religionen in Pforzheim zu Mahnwachen auf.

„Wir sind entsetzt und fassungslos, dass jüdische Bürger unseres Landes um ihr Leben fürchten müssen, weil sie Juden und Jüdinnen sind“, schreibt Thomas Schalla, der Dekan der Evangelischen Kirche in Karlsruhe, am Donnerstagmorgen in einer Pressemitteilung. „Wir trauern mit den Angehörigen der Opfer, bangen um die Verletzten und stellen uns an die Seite unserer jüdischen Geschwister.“

Mahnwachen am Mittag und am Abend

Am Donnerstag, 10. Oktober, rufen die Karlsruher Religionsgemeinschaften um 18 Uhr vor der jüdischen Kultusgemeinde in Karlsruhe in der Knielinger Allee 11 zur Mahnwache für die Opfer des Terroranschlags auf.

Auch in Pforzheim hat der Rat der Religionen Pforzheim eine Mahnwache organisiert. Treffpunkt ist am 10. Oktober um 12 Uhr auf dem Platz der Synagoge in Pforzheim.  

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„Fahrlässigkeit hat sich bitter gerecht“

Der Präsident des Zentralrats der Juden erhob am Donnerstag schwere Vorwürfe gegen die Polizei. „Dass die Synagoge in Halle an einem Feiertag wie Jom Kippur nicht durch die Polizei geschützt war, ist skandalös“, sagte der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster. „Diese Fahrlässigkeit hat sich jetzt bitter gerächt.“ Nur glückliche Umstände hätten ein Massaker verhindert, sagte Schuster in Würzburg. „Die Brutalität des Angriffs übersteigt alles bisher Dagewesene der vergangenen Jahre und ist für alle Juden in Deutschland ein tiefer Schock.“

 

BNN/dpa