Wo bitte geht es denn zum Ausgang? Im Leimersheimer Maislabyrinth kann man sich leicht verirren. | Foto: ww

Irrgarten in Leimersheim

Maislabyrinth: Hier macht Verirren Spaß

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Ob schon mal jemand im Labyrinth übernachten musste, weil er den Ausgang nicht mehr fand? Fritz Schardt lacht. „Nein“, sagt er und fügt hinzu: „Das kann eigentlich auch nicht passieren, denn sollten wir abends mal ein Auto auf unserem Hof sehen, das nicht uns gehört, dann würden wir natürlich nachschauen, ob da noch jemand zwischen dem Mais herumirrt und den Ausgang nicht mehr findet.“

Hof vom Vater übernommen

Schardt betreibt mit seiner Familie seit 1976 einen Aussiedlerhof beim pfälzischen Örtchen Leimersheim. „Ich habe den damals von meinem Vater übernommen,“ sagt der sympathische Landwirt. Die Idee, ein riesiges Maislabyrinth auf seinem Gelände anzulegen, kam ihm aber erst Ende der 90er Jahre. „Da hatte ich so etwas mal in Kaiserslautern gesehen“.

Maislabyrinth auf 25 000 Quadratmetern

Seit 19 Jahren gibt es nun das Maislabyrinth in Leimersheim und in diesem Jahr ist es ganz besonders knifflig. Auf einer Fläche von 25 Hektar oder 25 000 Quadratmetern hat Schardt Ende Mai mit einem Rasenmäher mit Antrieb die Wege durch den Mais gezogen. „Der Mais war damals noch klein, man hatte im Gegensatz zu jetzt ein gute Sicht“, sagt er. Ob er vorher einen Plan entworfen hat? „Nein“, lacht er. „Ich überlege mir das immer erst, wenn ich es mache.“

Bitte viel Zeit mitbringen

Wer sich in das Labyrinth hineinwagt, sollte viel Zeit mitbringen. Es ist nämlich tatsächlich ziemlich verwirrend. Alle Wege sehen gleich aus, ständig geht’s nach links oder rechts und spätestens nach einer Minute hat man zwischen den knapp drei Meter hohen Maisstauden komplett die Orientierung verloren. Man sieht selten andere Menschen, aber man hört sie ständig. „Hier waren wir schon!“, ruft eine Frau und ihr Mann ruft genervt zurück: „Nein, hier noch nicht! Das war eine andere Kreuzung!“

Sechs Stempel sind versteckt

An sechs Stellen im Labyrinth hat Schardt Stempelkissen und Stempel installiert. Dort kann man eine Karte abstempeln und wer alle sechs Stempel nachweisen kann, nimmt Ende September an einer Verlosung teil. „Die Gewinner dürfen dann mit uns gemeinsam den Mais dreschen“, sagt Schardt.

Luftbild als „Spickzettel“

Natürlich gibt es auch Spezialisten, die sich (erlaubter) Tricks bedienen, um sich in dem Wirrwarr zurecht zu finden. Die einen haben sich zuvor die Postkarte mit dem Luftbild besorgt, das Klaus Leibold, ein Bekannter von Schardt, jedes Jahr anfertigt. Das ist dann quasi wie ein Spickzettel. Der nutzt allerdings nur etwas, wenn man ihn permanent im Auge behält. Ansonsten ist man sofort wieder verloren. Andere pflücken Maiskolben aus dem Feld und legen sie an bestimmten Kreuzungen ab, um sich ein wenig zu orientieren. Insgesamt drei Kilometer lang sind die Wege innerhalb des Irrgartens, wer alle Stempel haben will, legt aber garantiert die doppelte Strecke zurück. Wegen der großen Hitze dieses Sommers findet die Ernte des jetzt schon ziemlich braunen Maises drei bis vier Wochen früher als gewohnt statt. „Wir haben schon Ende August angefangen, den Mais zu dreschen“, sagt Schardt.

Bis 30. September geöffnet

Geöffnet ist das Leimersheimer Maislabyrinth noch bis zum 30. September mittwochs und sonntags von 10 bis 20 Uhr und samstags von 14 bis 20 Uhr. Von Karlsruhe aus ist es am schnellsten über die Rheinfähre bei Leopoldshafen zu erreichen (auf der pfälzischen Seite fährt man dann mit dem Auto nur noch zwei Minuten). Kurz vor Ende der Saison wird dann am Samstag, 22. September, nach Einbruch der Dunkelheit noch ein „Nachtlabyrinth“ angeboten. Da empfiehlt es sich unbedingt, eine gute Taschenlampe mitzubringen. Damit man nicht doch noch zwischen den Maisstauden schlafen muss.