Karlsruher Macher: Florian Münch und Jakob Siegmund (von links) eröffnen für zwei Wochen den Makers Pop-up Store in der Weststadt.
Karlsruher Macher: Florian Münch und Jakob Siegmund (von links) eröffnen für zwei Wochen den Makers Pop-up Store in der Weststadt. | Foto: Jörg Donecker

Neuer Pop-up-Laden

Makers: Plattform für kreative Macher aus Karlsruhe

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Und da ploppt schon wieder einer auf: Ein weiterer Pop-up-Laden, diesmal im Herzen der Weststadt, öffnet für eine begrenzte Zeit seine Türen. Karlsruher Künstler, Designer und Gründer verkaufen vom 8. bis zum 22. Dezember ihre Werke und Produkte in der Körnerstraße 26, unweit des Gutenbergplatzes. Das Ladengeschäft mit dem reizvollen Eckeingang stand die letzten fünf Monate leer, nachdem der Besitzer sein Spirituosenfachgeschäft „Nick & Nora“ Ende Juni geschlossen hatte.

Kunst- und Designmarkt wird zum Pop-up-Store

Der neue Pop-up-Laden nennt sich Makers – zu deutsch: Macher. „Es geht um Leute, die hier in Karlsruhe etwas ganz Eigenes machen, und zwar von Hand“, erklärt Jakob Siegmund. Unter diesem Motto hat der 36-jährige Projektmanager und Betreiber des Kulturportals Kavantgarde vor gut zwei Jahren schon einmal einen Kunst- und Designmarkt im damaligen Café Vanguarde veranstaltet.

Gemeinsam mit Florian Münch vom Karlsruher Streetfashion-Label Heart over Hate versammelte Siegmund für den Pop-up-Laden weitere kreative Macher aus der Fächerstadt, darunter den Streetart-Künstler DOME und den ehemaligen Kunstakademie-Schüler Nikita Milukovs.

Kunst von DOME, Taschen und Uhren von Karlsruher Designern

Zur Kunst gesellen sich ausgewählte Karlsruher Design-Produkte, neben Männermode von Heart over Hate und Taschen von Mu&Du etwa Uhren von Makeløs, Gin der Karlsruher Marke Black Forêt und außergewöhnliche Möbel von Stabil Design, zwei Absolventen der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe.

„Ich hatte schon länger nach einer Möglichkeit für einen Pop-up-Store gesucht“, erzählt Florian Münch. Das Konzept der nur für wenige Tage oder Wochen genutzten Verkaufsflächen wurde 1997 in Los Angeles geboren und hat sich vor allem durch die japanische Avantgarde-Marke Comme des Garçons zuerst in der Modewelt, dann in vielen anderen Bereichen verbreitet – zum Beispiel im Nachtleben.

In Karlsruhe wird das Konzept nicht nur für Mode genutzt. Jakob Siegmund veranstaltet in unregelmäßigen Abständen in Karlsruhe und Stuttgart auch Hip-Hop-Partys unter dem Namen Beat Klub. „Der Eventcharakter macht das Konzept erfolgreich“, meint Florian Münch. Nicht zufällig findet daher der nächste Karlsruher Beat Klub am 15. Dezember statt – etwa zur „Halbzeit“ des Makers-Ladens.

Event-Shopping gegen die Eintönigkeit der globalen Ketten

Auch in Karlsruhe werde inzwischen das Problem spürbar, dass die Einkaufsmeilen der großen Städte sich überall auf der Welt mehr und mehr gleichen: Shopping Malls nach amerikanischem Vorbild und Filialen internationaler Marken bestimmen den Markt. „Durch Pop-up-Läden kommt wieder etwas Leben hinein“, sagt Jakob Siegmund. „Zudem wird es immer schwieriger für kleine Firmen, Läden vor Ort aufzumachen, weil die Leute heutzutage fast alles online bestellen“, erklärt Florian Münch.

Wer noch selbst in die Stadt fährt, sucht neben dem besonderen, einzigartigen Fundstück, das man nicht beim Online-Händler findet, auch das Erlebnis. Und genau diese Wünsche bedient das Pop-up-Konzept.

Fortsetzung nächstes Jahr denkbar

Die beiden Makers-Macher wollen auf diesem Wege dem Weihnachtsgeschäft in der Fächerstadt eine weitere Facette hinzufügen und gleichzeitig lokalen Kreativen eine Plattform für ihre Produkte bieten. Gerne dürften sich Karlsruher Gründer, Designer und Künstler auch jetzt noch an sie wenden, sagt Jakob Siegmund. „Wir sehen dann, ob es ins Gesamtkonzept passt.“

Sein Partner ergänzt: „Selbst wenn es diesmal nicht mehr klappt, kann so ein Makers Pop-up-Store ja immer mal wieder veranstaltet werden.“ Das Konzept werde in Karlsruhe sichtlich gut angenommen, meint Jakob Siegmund. „Ich kann mir gut vorstellen, das nächstes Jahr an anderer Stelle wieder zu machen.“

Mal sehen, wann und wo die „Macher“ das nächste Mal aufploppen.