In der Günther-Klotz-Anlage soll ein Mann am Dienstagabend ein nackt in der Alb badendes Kind gefilmt haben. | Foto: BNN

Strafrechtlich nicht verboten

Mann filmt nackt badendes Kind in Günther-Klotz-Anlage

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Ein 32-jähriger Mann soll am Dienstagabend gegen 19 Uhr beim Aktivspielplatz in der Günther-Klotz-Anlage in Karlsruhe ein nackt in der Alb badendes, zweijähriges Mädchen mit seinem Handy gefilmt haben. Das berichtet die Polizei.

Als der Vater des Kindes den Mann zur Rede stellte, ergriff dieser die Flucht. Bei der Verfolgungsjagd stürzten beide zu Boden und verletzten sich leicht. Auf dem Spielplatz alarmierte der Vater des Mädchens weitere Zeugen, die ihm dabei halfen, den 32-Jährigen bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten.

Strafrechtlich nicht relevant

Den Beamten des Polizeireviers Karlsruhe Marktplatz erklärte der Verdächtige, „er mache generell gerne FKK-Aufnahmen, allerdings nicht nur von Kindern, auch von Erwachsenen“, so die Meldung des Polizeipräsidiums Karlsruhe.

Die Ermittlungen hat das Fachdezernat der Kriminalpolizei übernommen und die Aufnahmen inzwischen ausgewertet. Dabei konnten „keine strafrechtlich relevanten Tatbestände festgestellt werden“. Das reine Filmen nackter Menschen sei nicht verboten, erklärt Sabine Doll von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Karlsruhe. Verletzt werde nur das Recht am Bild.

Schwierige Rechtslage

Tatsächlich ist die Rechtslage nicht ganz einfach. Fremde Menschen, noch dazu Kinder, zu filmen und zu fotografieren ist nicht ausdrücklich verboten, aber auch nicht einfach so erlaubt. Fachanwalt Gerald Röschke, der sich bereits seit längerem mit der Materie befasst, sagt: „Was der Mann in Karlsruhe gemacht hat, als er das nackte Kind gefilmt hat, ist nicht erlaubt und bedarf eindeutig der Einwilligung der Eltern.“

Zivilrechtlicher Anspruch

Dies, so schränkt Röschke ein, ist aber nur ein „zivilrechtlicher Anspruch auf das Recht am eigenen Bild“, das die Eltern des Kindes auf dem Klageweg durchsetzen müssten. „Erst wenn der Verdacht besteht, der Filmer wolle seine Aufnahme verbreiten, wird es strafrechtlich relevant.“

Rechtsanwalt rät zur Klage

Heißt im Klartext: Der Staatsanwalt wird nur tätig, wenn der Filmer seinen Streifen veröffentlichen oder auf einschlägigen Internetseiten mit „ähnlich Interessierten“ teilen will. Solange er die Aufnahmen nur zum privaten Gebrauch anfertigt, müssen die Eltern ihr Recht vor einem Zivilgericht einklagen. Gleichwohl rät Röschke allen Betroffenen, die Polizei zu einer Aufnahme der Strafanzeige zu drängen. Möglicherweise ergäben die Ermittlungen ja Verbindungen eines Täters zu einschlägigen möglicherweise kinderpornografischen Kreisen.