Enspurt mit Engelsflügeln: So motivierten viele Läufer-Freunde die Sportler auf den letzten fünf Kilometern.
Enspurt mit Engelsflügeln: So motivierten viele Läufer-Freunde die Sportler auf den letzten fünf Kilometern. | Foto: jodo

Himmlischer Beistand

Marathon-Engel unterstützen die Läufer – und liefern auch Wegzehrung

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Sie helfen den Läufern auf den letzten 5,2 Kilometern mit „himmlischer“ Unterstützung: Einer der insgesamt 321 Engel, die in diesem Jahr gemeldet waren, sorgte auf der Strecke für einen besonderen Einsatz. Als eine Läuferin vor ihr in der Günter-Klotz-Anlage erschöpft zu schwanken begann und in die Knie ging, kam ihr der Marathonengel zur Hilfe und kümmerte sich.

„Ich hoffe, sie hat keinen Schreck bekommen, als sie den Heiligenschein gesehen hat“, sagte ein anderer Läufer. Denn viele der übrigen Marathonengel hatten sich standesgemäß verkleidet. Heiligenschein, große oder kleinere Engelsflügel, ein weißes Kleid oder Rock und auch spezielle Shirts sah man auf den letzten Kilometern ab dem Schlossplatz, von wo aus die „Engel“ ihre Läufer begleiteten durften.

In der speziellen Marathon-Wartezone hinter dem Karl-Friedrich-Denkmal warteten die geflügelten Unterstützer, bis ihre Läufer kamen. Strahlend machten sie sich dann gemeinsam auf den Weg und manch ein Läufer-Engel-Paar kam Händchenhaltend ins Ziel gelaufen.

„Besonders klasse und einzigartig“

Eine von den wartenden Engeln war Spanierin Vanessa. Ausgestattet mit Flügeln, Heiligenschein und weißem Feder-Röckchen war sie extra aus London angereist, um ihren Freund zu unterstützen. „Er will den Berlin-Marathon laufen, Karlsruhe ist sein Trainingslauf. Dass man als Engel laufen kann, ist besonders klasse und einzigartig“, sagte sie und hielt gespannt Ausschau, um rechtzeitig auf die Strecke zu „schweben“.

Joggingschuhe unterm Spitzen-Nachthemd

Nicht nur Motivation, sondern auch Wegzehrung für die Läufer war angesagt. So machte sich Jörg Eberle mit Heiligenschein als Unterstützung für die Frau seines Freundes auf die Strecke. „Als erstes kriegt sie eine Cola geliefert – das hat sie sich gewünscht und dann schauen wir, dass wir die restlichen Kilometer durchziehen.“ Einige Engel stachen mit ihren Kostümen besonders hervor. Ob sie mit ihrem langen, weißen Spitzen-Nachthemd, unter dem die Joggingschuhe zu erahnen waren, beim Laufen nicht ins Stolpern gerät? „Dann werde ich über die Ziellinie getragen“, lachte Susanne Pfeuffer-Zeitler, die ihre Freundinnen ins Ziel begleitete.

„Eine Riesenunterstützung“

Auch Kai Fritzowsky hatte ganz spezielle Flügel. Seine Frau und sein fünfjähriger Sohn hatten aus Papptellern die Flügel selbst gebastelt. Zeit zum Trainieren war nicht da, also fungierte er als Engel für seine Frau und geleitete sie durch das Ziel im Carl-Kaufmann-Stadion in den „Runner’s Heaven“. Dort lagen die Läufer mal mehr, mal weniger erschöpft im Gras oder auf den Liegestühlen, genossen Getränke und Bananen oder Maultaschen und auch Selfies durften natürlich nicht vergessen werden.

So auch bei Isabell Brüstle und Claudia Kallning, die Nathalie bei ihrem ersten Halbmarathon unterstützten. Mit dem Aufdruck „Motivationswunder“ und „Streckenkönigin“ auf den Shirts waren sie mitgelaufen. Brüstle lief die gesamten 21 Kilometer, als Überraschung absolvierte Kallning als Engel die letzten Kilometer. „Das war eine Riesenunterstützung“, freute sich Nathalie, während sie zum Abschluss noch ein Selfie von sich und ihrer Finisher-Medaille machte.