Sie mag knackige Grooves, unkonventionelle Harmonien, sägende Synthesizer und eingängige Melodien: Mareike Berg alias Ultramaryn. | Foto: Tom Ilskens

Musikerin aus Karlsruhe

Mareike Berg: Zwischen Avantgarde und Jazz-Pop

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„Unter meinem Namen Mareike Berg wollte ich nicht auftreten“, sagt Mareike Berg. „Der klingt zu sehr nach Schlagersängerin.“ Also nannte sie ihr neues Solo-Projekt „Ultramaryn“. Nicht nur, weil es irgendwie geheimnisvoll und melancholisch klingt, sondern auch „weil man es sehr gut googeln kann.“

Gegoogelt wird sie derzeit wahrscheinlich recht häufig, denn ihre vier neuen Songs, die sie nach und nach veröffentlicht, haben allesamt das Zeug zum ganz großen Radiohit. Und das, obwohl (oder weil) man ihre Musik in keine der gängigen Schubladen stecken kann. „Ich wollte, dass es schwerfällt, mich mit anderen Künstlern zu vergleichen“, sagt sie, und man muss ihr zugestehen, dass dieses Vorhaben durchaus gelungen ist.

Ein Jahr am Sound getüftelt

„Ein Jahr lang habe ich zusammen mit meinem Produzenten an meinem neuen Sound getüftelt“, sagt die Musikerin, die neben Klavier auch Gitarre spielt und ihre Lieder selbst schreibt und vorproduziert. Irgendwo zwischen intelligentem Deutschpop, Avantgarde und Jazz-Pop könnte man ihren Sound einordnen, den sie selbst „als dunkelbunte Mixtur“ beschreibt, „die auf der Neuen Deutschen Welle reitet und sich gerne an Elektro-, Soul- und Rockelementen aus den musikalischen Supermarktregalen bedient.“

Knackige Grooves und gute Texte

Dass sie auf knackige Grooves, gute Texte, unkonventionelle Harmonien, sägende Synthesizer und eingängige Melodien steht, wird spätestens dann deutlich, wenn man sich mal ihren Song „Konserven“ anhört, der auf ihrer Homepage bereits als Video zu sehen ist. „Die physische EP mit vier Songs erscheint zu meinem Release-Konzert am 12. Oktober im Karlsruher Tempel“, sagt die Musikerin.

Popakademie als Kontaktbörse

Die Mannheimer Popakademie, an der sie drei Jahre lang studiert hat, „war für mich eine Kontaktbörse“, meint sie im Rückblick. „Man lernte dort viele tolle Menschen kennen.“ So traf sie beispielsweise den Mannheimer Jazzer, Schlagzeuger und Sound-Designer Daniel Mudrack, der ihr beim Finden eines neuen Sounds behilflich war.

Alicia Keys als musikalisches Vorbild

Als Teenager hörte Mareike Berg gerne Silbermond, inzwischen steht sie eher auf den Art-Punk der österreichischen Combo Bilderbuch. Musikalische Vorbilder der 26-Jährigen, die einst mit ihrem Trio „Malou“ durch ganz Deutschland tourte, sind Sängerinnen wie Alicia Keys oder der englische Pianist und Sänger Jamie Cullum.
Wenn die in Mannheim lebende Mareike Berg gerade mal nicht im Studio oder auf der Konzertbühne zu tun hat, dann gibt sie in Ludwigshafen Klavier- und Gesangsunterricht.

Gute Erinnerungen an Karlsruher Konzerte

Karlsruhe, wo ihre Oma lebt, ist immer noch ein Anlaufpunkt für sie. Und sie hat gute Erinnerungen an ihre Konzerte im Jubez, in der Hemingway Lounge oder im Kohi. Jetzt also im Tempel, und zwar mindestens eine Nummer größer. Immerhin gibt es an diesem Abend mit der Karlsbaderin Lea LaDoux und dem Karlsruher Mark Moody zwei sehr interessante musikalische Gäste.

Zur Person: Mareike Berg wurde am 9. November 1992 in Malsch geboren. Sie wuchs in Kandel und Karlsruhe auf. Schon als Sechsjährige ging sie zum Klavierunterricht, mit 14 schrieb sie eigene Lieder und schon als 16-Jährige trat sie solo auf, unter anderem im Karlsruher Jubez. Nach einem Studium der Musik- und Medienwissenschaften in Paderborn bewarb sie sich mit Erfolg an der Popakadamie in Mannheim, wo sie soeben ihren Master machte. Am 12. Oktober um 20 Uhr gastiert sie im Karlsruher „Tempel“.