Markus Lüpertz gestaltet 14 Kunstwerke für die U-Strab | Foto: Deck

Kunst für die U-Strab

Markus Lüpertz kann starten

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Die künftigen Haltestellen der Karlsruher U-Strab sollen nach ihrer Fertigstellung mit 14 Kunstwerken des weltweit renommierten Künstlers Markus Lüpertz ausgestattet werden. Am Dienstag stellten Lüpertz und seine Unterstützer das Projekt in der Karlsruher Majolika vor. 

Markus Lüpertz kann die Arbeit aufnehmen. Am Mittwoch stellte der Künstler von Weltruf in der Karlsruher Majolika vor zahlreichen Medienvertretern  sein Projekt „Genesis – die sieben Tage des Herrn“ vor.

Mit einer Vision zum Karlsruher Stadtgeburtstag 2015 fing es an. Im Sommer 2017 wurde das Kunstprojekt vom Karlsruher Gemeinderat mit großer Mehrheit genehmigt. An allen sieben Haltestellen, jeweils gegenüber auf dem Bahnsteig, wird künftig  ein Kunstwerk des als „Malerfürst“ bekannten und international geschätzten Künstlers zu sehen sein.  Da Karlsruhe ebenfalls eine völlige Neuschöpfung ist und die magische Zahl „Sieben“ dies fast herausfordert, will Lüpertz ein Gesamtthema schaffen.

Verein warb erfolgreich Sponsoren

Dafür wurde eigens der gemeinnützige Verein Karlsruhe Kunst Erfahren gegründet, dessen Vorsitzender der Kunstpromotor und Ideengeber Anton Goll seit der Vereinsgründung Anfang 2018 die Akquise von Partnern betreibt. Bürgermeister Albert Käuflein freute sich, dass nach Auskunft des Vereins „Karlsruhe Kunst Erfahren“ die Finanzierung des Projektes nun gesichert ist.

Für alle 14 Tafeln sind bereits die Hauptpartner gefunden. Er dankte Anton Goll, dem früheren Geschäftsführer der staatlichen Majolika Manufaktur, als dem „Herz und der Seele dieser Initiative“ für sein  Engagement. Ebenso dankte er Markus Lüpertz, „einem der bedeutendsten Künstler der Gegenwart“ für einen weitgehenden Verzicht auf sein Honorar. Die Stadt Karlsruhe stehe voll und ganz hinter dem Projekt.

Im Vorfeld der Gemeinderatsentscheidung 2017 hatte es eine heftige Debatte in der Stadt gegeben, die auch die Kunstszene umfasste. Kritiker monierten die angebliche Bevorzugung eines Künstlers, ohne dass es vorher eine Ausschreibung oder einen Wettbewerb gegeben habe. Auch der angeblich christliche Charakter der Kunstwerke stand in der Kritik. OB Frank Mentrup konterte diese Kritik mit  Hinweisen auf die Chance, die in dem Projekt steckt, den Charakter eines Geschenks und auf die Vereinbarkeit mit dem bereits vor vielen Jahren entschiedenen Kunstprojekt in der U-Strab, den sogenannten Lichtinstallationen. Dafür gab es 2005 einen Wettbewerb und eine Gemeinderatsentscheidung. Für die Arbeiten erhält Lüpertz ein eigenes Atelier in der Majolika. Ein Jahr ist für die Herstellung der Reliefs geplant, zwölf Tonnen Ton werden verarbeitet. Lüpertz zeigte sich am Mittwoch verärgert angesichts der von ihm als „widerlich und kleinkariert“ bezeichneten Kritik. Gegen ihn sei eine Kampagne gelaufen. „Ein böser alter Mann übergeht die Jugend“ so karikierte er die Vorwürfe. Er habe der Stadt ein Angebot gemacht. Es gab keinen Auftrag und kein Steuergeld . Er lasse sich nicht von irgendwelchen Kleinkünstlern beleidigen, so Lüpertz.