Ostereier-Kunst: In der Brunhilde-Baur-Kindertagesstätte lässt Erzieherin Marta Zigolis die Eier in Rasierschaum wälzen – so sehen sie am Ende marmoriert aus. Die dunklen Eier im Vordergrund wurden mit dem Sud von Zwiebelschalen eingefärbt. | Foto: Sandbiller

Eierjagd startet vor Ostern

Marmoriert und mit Muschelglanz

Die Eier sind überall. Aus Styropor und Plastik warten sie in der Auslage vor den Bastelgeschäften auf Käufer. Manche sind bereits mit österlichen Motiven verziert, die meisten aber blütenweiß – bereit, bemalt zu werden. Ein paar Gehminuten entfernt auf dem Stephanplatz dann: die echten Eier. Vor dem Marktstand stehen die Käufer Schlange, dahinter füllen die Mitarbeiter weiße, braune und bunte Eier blitzschnell in die bereitgestellten Kartons. Monika Kotulla packt gerade vier Packungen in ihren Einkaufskorb. „Wir bemalen die immer traditionell mit unseren Enkelkindern“, erzählt die Frau aus Daxlanden. Gekauft hat Kotulla ausschließlich weiße Eier – „die nehmen die Farbe einfach besser an“.

Weiß oder braun?

Aber woran liegt das eigentlich, dass ein Ei eine weiße oder eine braune Schale hat? „An der Rasse des Huhns“, sagt dazu Dieter Weingärtner. Der Geflügelzüchter aus Daxlanden hat selbst 120 Tiere – die allesamt nur braunschalige Eier legen. Weiße Eier bekomme man beispielsweise vom so genannten Leghorn oder auch dem „Italiener“-Huhn. Unterm Jahr seien die braunen Eier bei den Kunden übrigens beliebter, sagt Weingärtner. Nur an Ostern nicht, „da wollen alle lieber die weißen, weil man die besser einfärben kann“.

Zur Rasse „Lohmann Braun“ zählt dieses Huhn – es legt auch braune Eier. | Foto: Dedert

Gesprenkelt oder Glitzer?

Beim Kauf der Eierfarbe fällt die Wahl schwer. Ganze drei Regalreihen sind im idee.Creativmarkt in der City mit den Lebensmittelfarbe-Tütchen gefüllt. „Früher gab es einfach nur grün, blau oder gelb, das ist heute ganz anders“, sagt Mitarbeiterin Juanita Müller-Akbaba. Mittlerweile habe der Kunde die Qual der Wahl: Gesprenkelt, Muschelglanz oder Glitzer? Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. „Ich nehme die“, sagt eine Kundin und greift nach zwei Tütchen mit Muschelglanz-Farbe. Für die Enkel wandert außerdem ein Wasserfarbenset in die Einkaufstüte. „Für Plastikeier sollte man aber Acrylfarbe verwenden“, lautet der Tipp von Müller-Akbaba. „Die Lebensmittelfarbe hält da nicht richtig.“ Der Einfachheit halber gibt es fertige Sets zu kaufen: Eier, Farbe und Pinsel.

Verschiedene Maltechniken

Nun kann man die Eier natürlich einfach nur bemalen oder einfärben. Man kann aber auch verschiedene Techniken anwenden, um einen besonderen Effekt zu erzielen. Kreativ gearbeitet wird hier in den Kindergärten der Stadt. Marta Zigolis, Erzieherin der Brunhilde-Baur-Kindertagesstätte in Neureut, lässt die Kleinen die Eier in Rasierschaum wälzen. „In den Schaum kommt die Eierfarbe“, erklärt Zigolis. Durch das Wälzen sehen die Eier am Ende marmoriert aus, der Schaum wird einfach wieder abgewaschen. Dutzende Eier sind so in der Kita kunstvoll verziert worden.

Wie viele Eier legt ein Huhn?

Für ausreichend Eier in der Malwerkstatt braucht es schon einige Hühner. Im Schnitt kommt ein Huhn auf rund 170 Eier im Jahr, sagt Züchter Dieter Weingärtner. Das macht 3,3 Eier pro Woche. Die Fütterung ist dabei laut Weingärtner auch entscheidend: „Ein Huhn legt durch den Schnabel“, erklärt der Züchter. Gutes Futter bedeute also: mehr Eier. Weingärtner gibt seinen Tieren deshalb alle 14 Tage ein Kraftfutter aus Karotten, Haferflocken, Sonnenblumenkernen, Gerste und Hafer. Eine solche Futtermischung wirke sich nicht nur auf die Quantität, sondern auch auf die Qualität aus: „Das sind auf jeden Fall die besseren Eier“, sagt Weingärtner.

Wie lange hält sich ein Ei?

Ein fürs Osternest hart gekochtes Ei hält sich im Kühlschrank gut vier Wochen, sagt Geflügelzüchter Weingärtner. Bei Zimmertemperatur sind Eier bis zu zwei Wochen genießbar. Experten raten übrigens, die Eier nicht abzuschrecken. Dadurch wird die Schutzschicht beschädigt und es wird schneller schlecht.