Seit fast 20 Jahren führt Martin Holder die Geschäfte im Kulturzentrum Tempel von Karlsruhe-Mühlburg, hinter dem ein Trägerverein steht. Martin Holder organisiert in der Scenariohalle des Tempel hochkarätige Konzerte - und ist zeitlebens selbst Trompeter geblieben. | Foto: lie

Martin Holder im Kulturzentrum

Der Tempeltrompeter

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Den richtigen Einsatz nicht zu verpassen, das lernen Musiker. Sie zählen die Takte oder fühlen mit der Zeit den richtigen Moment. Wenn sie den anderen in Band oder Orchester gut zuhören. Bei Trompeter Martin Holder sorgte eine Probe vor 20 Jahren für den überraschenden neuen Einsatz. Weil er gut zuhörte. „Mit einer Acid-Jazz-Band probten wir 1998 in einem Raum des Tempel. Weil wir zu laut waren, kam es zum Kontakt mit dem Flamenco-Tanztheater im gleichen Gebäude“, erzählt Holder. „Wir gaben dann noch eine technische Hilfe und im Gespräch erfuhr ich zufällig, dass der Kulturverein einen Geschäftsführer suchte.“
Der Trompeter, zugleich junger Betriebswirt und Absolvent eines Aufbaustudiums Kulturmanagement, interessierte sich dafür.

Trompeter wurde Geschäftsführer im soziokulturellen Zentrum

Er wurde 1999 genommen und dachte an „ein paar Jahre“ hinter der burgartigen Fassade mit Ecktürmen, Zinnen und hohen Fensterbögen. Inzwischen sitzt Holder immer noch in der ehemaligen Seldeneckschen Brauerei zwischen Hardt- und Lerchenstraße in Mühlburg. Von seinem kleinen Zimmer aus und mit Mitarbeitern im Büro verwaltet er elf Probenräume, fünf Ateliers und 24 Mieter im seit 1984 bestehenden soziokulturellen Zentrum. Außerdem organisiert er ein erstaunlich vielfältiges Programm in der Scenariohalle mit 200  Plätzen. Jazz und mehr könnte man es überschreiben. Pop ohne Mainstream, Chanson, Punk oder Grenzgebiete – all das bereitet ihm keine grauen Haare, sondern belebt ständigen Spürsinn fürs Entdecken besonderer Töne.

Kulturzentrum Tempel in Mühlburg. | Foto: lie | Foto: lie

Mut für vielfältiges Programm in Scenariohalle

„Es gilt das Passende für unsere Nische zu finden. Wir haben Weltstars hier, die auch in Frankfurt auftreten, den Charme unserer Locations schätzen, bieten aber auch der Karlsruher Szene eine Bühne im Westen und der Stadtteilkultur Räume.“ Der 52-jährige Geschäftsführer hat den Mut, hervorragende Künstler, die nicht sofort ziehen, ein zweites Mal einzuladen.

Tanzfestival als jährliches Großereignis

Seine Erfahrung in nachhaltiger Qualität ist nicht auf die Musikszene beschränkt. Holder baute zusammen mit Hans Traut jenes renommierte Festival Tanz Karlsruhe auf, das wegen der Resonanz längst auch andere Säle belegt. Die „Tempeltrompete“ von einst lässt der Smarthoneverweigerer immer noch erschallen. Er ist beispielsweise Teil der „Up-To-Date Bigband“. Im Orchester der Realschule Rüppurr sowie im Posaunenchor  der Auferstehungsgemeinde begann seine Bläserkarriere.

Radfahren und Wandern

Er pflegt kulturelle Netzwerke und für die Fitness schwingt er sich aufs Rad so oft es geht, auch Laufen bis zum Halbmarathon reizt ihn. Mit der Familie ist an Sonntagen Wandern in der Pfalz angesagt, gern im felsenreichen Wasgau. In der von Stille und vor allem ohne Musikgedudel, das mag er überhaupt nicht.

In Rüppurr wuchs der 1966 geborene Martin Holder auf. Er besuchte die Realschule im Karlsruher Stadtteil und erwarb noch die Fachhochschulreife. Dann studierte er Betriebswirtschaft und im Aufbaustudium noch Kulturmanagement in Ludwigsburg. Seit 1999 ist er Geschäftsführer im Kulturzentrum Tempel in Mühlburg.  Bei Veranstaltungen finden in der Scenariohalle bis zu 200 Besucher Platz.  Holder spielt seit der Schulzeit Trompete in verschiedenen Bands. Er wohnt mit seiner Frau und dem Sohn in Durlach.

 

Mehr zum Programm im Tempel finden Sie hier.