Matthieu Vlaminck im BNN-Gespräch
Der Franzose Matthieu Vlaminck arbeitet im Rahmen des Projekts "Archivists in Residence" am ZKM. | Foto: Hora

Arbeit am offenen Code

Matthieu Vlaminck restauriert digitale Kunstwerke

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Matthieu Vlaminck arbeitet im ZKM wortwörtlich an den „Open Codes“ – er ist Restaurator für digitale Exponate. Seit Oktober 2017 ist der Franzose Teil des Projekts „Archivists in Residence“ des ZKM und der Hochschule für Gestaltung (HfG), sein ursprünglich viermonatiger Vertrag wurde bis Juli verlängert. Während des Projekts restauriert er Exponate und hält Vorlesungen an der HfG. Doch statt mit Pinsel und Spachtel arbeitet der Restaurator mit Computern.

Kunststudium und IT-Kenntnisse ergänzen sich

Seine Diplome in Kunst und Programmieren kommen ihm dabei zugute. „Mein Kunststudium hilft mir dabei, die Werke zu verstehen, bevor ich meine Programmierkenntnisse anwende, um sie zu restaurieren“, erklärt Vlaminck.

Die Exponate, die er in die Hände bekommt, basieren teilweise auf Technik aus den 90er Jahren. „15 Jahre sind eine lange Zeit für digitale Kunstwerke“, erläutert er. Die beispielsweise dabei verwendeten CDs gingen schnell kaputt, Kunstwerke könnten so für immer verloren gehen. Aus diesem Grund speichert und repariert Vlaminck die Exponate.

„Remote Control“ war eine Herausforderung für den Restaurator

Dabei stößt er immer wieder auf Hindernisse, so auch beim Exponat „Remote Control“, das in der Open-Codes-Ausstellung zu sehen ist. Da das Kunstwerk auf einer Software basiert, deren Herstellungsfirma seit 2001 nicht mehr existiert, musste er das Exponat hacken, um es dauerhaft speichern zu können. Dafür brauche er eine gute Portion Kreativität und Innovation, um die Probleme lösen zu können. Rechtlich begibt Vlaminck sich dabei manchmal in eine Grauzone, weil es keine Gesetze dazu gebe. Dafür rettet er aber Kunstwerke und stellt sicher, dass sie nicht verloren gehen. Die jeweiligen Künstler unterstützen ihn dabei.

ZKM als spannender Arbeitsplatz

Durch die immer wieder neuen Herausforderungen, auf die er trifft, sei sein Job sehr spannend. Kein Exponat gleiche dem anderen. „Das ZKM ist ein cooler Arbeitsplatz“, erzählt er. Im Herbst möchte Vlaminck seine Kunstkenntnisse mit einem Masterstudium am HfG erweitern. Wenn es sich ergibt, würde er aber trotzdem nebenher gerne noch am ZKM als Restaurator arbeiten.