Besonderes Abschiedsgeschenk: Erlaubte Bengalos im Wildparkstadion.
Dieses Feuer wird vielleicht teuer: Laut dem Portal liga3-online.de ermittelt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gegen den Karlsruher SC wegen der Pyroshow nach dem Spiel gegen die Würzburger Kickers am Samstag. | Foto: Koch

Tausende Euro Strafe drohen

DFB ermittelt wegen Pyroshow gegen KSC

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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ermittelt gegen den Karlsruher SC wegen der Pyro-Aktion nach dem Spiel gegen die Würzburger Kickers am Samstag.

Der Kontrollausschuss des DFB hat ein Ermittlungsverfahren gegen den KSC eingeleitet und den Verein zu einer Stellungnahme aufgefordert. Mit den Bengalos war am Samstag dem Abschied vom Wildparkstadion gedacht worden. Pyrotechnik ist in Stadien jedoch verboten.

KSC nimmt Stellung

Am späten Mittwochnachmittag verbreitete der KSC eine Pressemitteilung und bestätigte darin, dass der Verein vom DFB zu einer Stellungnahme aufgefordert worden sei. „Die Veranstaltung des Meisterschaftsspiels des KSC gegen die Würzburger Kickers am vergangenen Samstag wurde nach der Pressekonferenz mit einer Durchsage des Stadionsprechers formal und ordnungsgemäß beendet“, hieß es.

Anschließend habe die neue, separate Veranstaltung „Abschied Wildparkstadion“ stattgefunden. Veranstalter seien die „Supporters Karlsruhe 1986“ gewesen. Über diese Aktion wurden laut Mitteilung Branddirektion, Polizei, Bauordnungsamt, Ordnungs- und Bürgeramt sowie der städtische Eigenbetrieb Fußballstadion im Wildpark informiert; „alle erforderlichen Genehmigungen“ seien erteilt worden.

Die Behauptung, der KSC habe in der Sache die Rechnung mit dem DFB nicht gemacht, lässt sich nicht aufstellen. Rolf Ulrich, der bei den Karlsruhern für den Spielbetrieb zuständige Geschäftsführer, versicherte auf Nachfrage dieser Zeitung am Mittwochabend, einen DFB-Vertreter im Vorfeld von den Absichten des KSC unterrichtet zu haben – ohne allerdings vorab Verbindlichkeit zur DFB-Sicht erhalten zu haben. Daneben hatte Ulrich mit dem Stadionsprecher einen Wortlaut abgestimmt, an den sich jener dann auch hielt. Die von Martin Wacker verlesene Erklärung verfolgte die Absicht, die Liga-Veranstaltung als in jenem Moment beendete und das Nachfolgende als neues Event zu definieren. Die Frage, die der Kontrollausschuss zu klären hat: Hat sich der KSC trotz in der Sache nur bester Absichten – Feiern mit seinen Fans – eines Verstoßes schuldig gemacht?

 

Fünfstellige Strafe droht

Für den KSC könnte es teuer werden, sollte die Pyroshow in den Zuständigkeitsbereich des Deutschen Fußball-Bundes gefallen sein: „Legt man den zu Saisonbeginn eingeführten Strafenkatalog zu Grunde, wonach jede abgebrannte Pyro-Fackel eine Strafe von 350 Euro nach sich zieht, würde sich im Falle des KSC bei rund 180 gezündeten Bengalos eine Strafe von insgesamt 63.000 Euro ergeben – zumindest, wenn der standardisierte Strafenkatalog tatsächlich Anwendung finden sollte“, hatte liga3.online am Mittwoch verbreitet. Ulrich widersprach dieser Darstellung, denn so viele Bengalos seien am Samstag nicht gezündet worden. Angaben zur tatsächlichen Anzahl machte er nicht.

Ähnlicher Vorfall in Erfurt

Im Februar 2015 hatte es in Erfurt einen ähnlichen Fall gegeben. Damals sei zum Abschied vom Steigerwaldstadion ebenfalls eine Pyroshow gezündet worden. Nach Angaben von liga3.online.de verhängte der DFB deswegen eine Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro. Diese sei nach einem Einspruch der Erfurter auf 15.000 Euro reduziert worden.

Auch die Verantwortlichen aus Thüringen waren laut dem Online-Portal davon ausgegangen, dass es sich bei der Pyroshow um eine eigene Veranstaltung gehandelt hatte. Allerdings sei der Verein in diesem Fall laut DFB vor dem Spiel explizit auf die Unrechtmäßigkeit der Aktion hingewiesen worden.

Supporters melden sich

Auch die Supporters reagierten zwischenzeitlich mit einer Erklärung: „Da wir als Verein nicht dem Deutschen Fußball-Bund angeschlossen sind, weisen wir jegliche Einmischung und Ermittlung des Fußballverbandes bzgl. unserer Veranstaltung entschieden zurück! Wir sind überrascht, dass der Verband hier bewusst eine Konfrontation mit dem KSC sucht“, heißt es in der Stellungnahme. „Einzig allein wir als Veranstalter wären der richtige Adressat für Fragen des Verbandes, denen gegenüber wir wiederum aufgrund deren Nichtzuständigkeit nicht aussagepflichtig sind.“

bnn.de hat zum Wildparkstadion ein umfassendes Dossier angelegt, das hier zu finden ist.