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Auch angesichts der aktuellen Kostensteigerung beim geplanten Neubau des Wildparkstadions steht die kommunalpolitische Unterstützerfront. | Foto: Jörg Donecker

Abstimmung im Gemeinderat

Mehrheit für Neubau des Wildparkstadions steht

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Beim Projekt Wildparkstadion gab es schon viele Wochen der Wahrheiten. Auch die aktuelle Woche inklusive der kommende Dienstag, 24. April, gehört dazu. Ein Eckpunkt ist dabei die nicht öffentliche Hauptausschusssitzung an diesem Dienstagabend, bei der die Kostensteigerungen und die daraus resultierenden Vorschläge der Stadtverwaltung hinter verschlossenen Türen Thema sind.

Am kommenden Dienstag, 24. April bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung soll dann der entsprechende Ratsbeschluss fallen. Die Fakten sind bekannt: Der geplante Stadionbau im Wildpark wird von der Stadt nun tatsächlich mit 123 Millionen Euro veranschlagt. Die schon länger hinter vorgehaltener Hand genannte Zahl wird von einer Vorlage aus dem Karlsruher Rathaus bestätigt, die BNN berichteten darüber exklusiv Ende März.

Neubau des Wildparkstadions durch Wälle erschwert

Neu ist, dass die Entsorgung der mit Kriegsschutt belasteten Wälle über den städtischen Haushalt abgewickelt werden soll. Es geht um etwa neun Millionen. In der neuen Kalkulation nicht mehr enthalten sind im Gegenzug die Kosten für das VIP-Parkhaus. Dieses schlägt ebenfalls mit rund zehn Millionen Euro zu Buche und soll nun vom Verein übernommen und auch außerhalb der Spieltage vermarktet werden.

Doch es sieht so aus, als ob eine kommunalpolitische Mehrheit für den städtischen Vorschlag, der auch der Intention des KSC entspricht, stimmen wird. Denn die Mehrheit aus CDU, SPD und FDP, die bisher auch das Gesamtprojekt getragen hat, ist offenbar gewillt, auch den weiteren Kurs der Stadtverwaltung zu unterstützen.

Mehrheit im Gemeinderat für Bauprojekt

Die CDU stellt 13 Stadträte, die SPD zehn, die FDP drei. Zusammen also 26 Stimmen bei 48 Stadträten, hinzu kommt noch die Stimme von Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD). Der SPD-Fraktionsvorsitzende Parsa Marvi signalisiert Zustimmung seiner Fraktion und drückt es gegenüber den BNN so aus: „Das ist für uns zwar kein Wunschszenario, aber es gibt die Macht des Faktischen.“ Er lobt den aktuellen Prozess als transparent, sieht auch eine positive Zusammenarbeit zwischen Stadt und KSC in den vergangenen Monaten.

Dass der Umgang mit den Wällen, dessen notwendige Entsorgung nun wesentlich für die Teuerung sorgt, ursprünglich anders geplant war, will Marvi niemanden als Fehler ankreiden. „Nach bestem Wissen und Gewissen war der Erhalt der Wälle geplant – wir haben dafür aber keine Baufirma gefunden.“

Auch die drei Stadträte der FDP werden den Kurs weiter unterstützen, so Fraktionsgeschäftsführer Thomas Hock gegenüber den BNN. Allerdings macht er klar, dass sich natürlich bei den Liberalen ein gewisser Unmut darüber ausbreitet, dass städtische Bauprojekte immer teurer würden als ursprünglich geplant.

Wir machen das auch nicht abhängig vom derzeitigen spielerischen Ergebnis

Die christdemokratische Fraktion steht ebenfalls hinter der städtischen Vorlage und bekennt sich weiter ausdrücklich zum Stadionneubau: „Wir machen das auch nicht abhängig vom derzeitigen spielerischen Ergebnis,“ so Pfannkuch gegenüber den BNN. Dass die Stadt nun die Kosten übernimmt für die Beseitigung und Entsorgung der Wälle „läuft nun so korrekt wie bei anderen Grundstücksverwertungsverfahren“. Man könne diese Kosten nicht letztlich dem Ersteller auferlegen.

Dass die Einschätzung in Sachen Wälle während der Vertragsverhandlungen mit dem KSC im Jahr 2016 eine andere war, sieht auch der CDU-Fraktionschef so. „Wir hatten damals gehofft, dass die Fachfirmen eine Idee haben, wie man den Kostenrahmen halten kann.“ Doch nun sei es anders gekommen. „Vielleicht waren wir damals zu euphorisch.“

Kritik an Vorschlag der Stadt

Fraktionen wie die Grünen oder die Kult-Fraktion, aber auch die kleineren Gruppierungen im Gemeinderat, die die Wildparkplanungen schon immer massiv kritisiert hatten, stehen nun natürlich auch in scharfer Gegnerschaft zu dem neuen städtischen Vorschlag.

Die Karlsruher Liste (KAL), bisher noch neben den Piraten und der Die Partei Teil der Kult-Fraktion, erklärte zu der Maßnahme, die die Verwaltung außerhalb des eigentlichen Stadionbaubudgets abwickeln will: „Wenn ein privater Bauträger statt der Stadt die Gesamtmaßnahme ,neues Stadion‘ stemmen würde, würde sich der Zusatzaufwand durch das Abräumen und Entsorgen der Wälle in der Höhe der Stadionmiete widerspiegeln.“