Karlsruhes Oberbürgermeister Mentrup bei der Pressekonferenz im Hinterhof des Rathauses.
Bei der ersten Video-Pressekonferenz in der Geschichte des Karlsruher Rathauses hat Oberbürgermeister Frank Mentrup angekündigt, dass die Stadt weiterhin drei Intensivbetten für Covid-19-Patienten aus dem Elsass vorhalten möchte. (Archivbild) | Foto: nil

Erstmals Videokonferenz mit OB

Mentrup will drei Intensivbetten für Covid-19-Patienten aus dem Elsass vorhalten

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Bei der ersten Video-Pressekonferenz in der Geschichte des Karlsruher Rathauses hat Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) die Wiederaufnahme der Wertmülltonne ab Montag angekündigt. Die Müllwerker kommen während der Corona-Krisenzeit allerdings nur noch alle drei Wochen. Die Papiertonne wird weiterhin bis 20. April nicht abgeholt. Zudem will das Karlsruher Stadtoberhaupt drei Intensivbetten für Covid-19-Patienten aus dem Elsass vorhalten.

Mentrup attestierte den Bürgern in der Konferenz am Mittwoch im Großen und Ganzen Besonnenheit und vernünftiges Handeln in der Corona-Krise. Lediglich auf dem Markt am Gutenbergplatz habe es zuletzt eine so starke Nachfrage gegeben, dass die geforderten Mindestabstände zwischen den Menschen unterschritten worden seien. Die Stadtverwaltung reagiert darauf mit einer angepassten Stand-Ordnung, die ab Samstag, 4. April, greifen soll.

Wertstoffabfälle werden ab Montag wieder abgeholt – aber in dreiwöchigem Rhythmus

Die Abholung von Wertstoffabfällen wird die Stadt ab Montag, 6. April, wieder aufnehmen – dann allerdings lediglich in dreiwöchigem Rhythmus. Ausgefallene Touren würden nachgeholt, kündigte Mentrup an. Die Papiertonne wird bis 20. April nicht abgeholt. Die Reduzierung der Müllabholung hatte der Stadtverwaltung zuletzt deutliche Kritik eingebracht.

Ebenfalls mit reduziertem Angebot werden auch einzelne Wertstoffhöfe wieder geöffnet. Sie hatten schließen müssen, nachdem auch die Wertstoffhöfe im Landkreis dicht gemacht hatten. Eine Vielzahl von Landkreis-Bürgern sei daraufhin mit ihren Wertstoffen nach Karlsruhe gekommen, so dass hier die Mindestabstände nicht mehr eingehalten werden konnten.

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In den Griff bekommen habe man Engpässe bei der Auto-Zulassung. Hier seien in der Steinhäuser Straße längere Schlangen entstanden, „die schwer beherrschbar waren“. Abhilfe schaffen nun getrennte Möglichkeiten für Autohändler und Privatpersonen.

Für die Serviceangebote der Stadt gibt es laut Mentrup nun einen „geregelten Basisbetrieb“. In einer Online-Pressekonferenz betonte der Verwaltungschef, „systemkritische Infrastrukturen“ arbeiteten mit Redundanzen. So habe man etwa für die Klärwerke zwei Teams gebildet, die unabhängig voneinander agieren. So sei man auch dann noch handlungsfähig, wenn es eine Infektion in einem der Teams geben sollte.

Drei Intensivbetten für Covid-19-Patienten aus dem Elsass

Auch in nächster Zeit will Mentrup drei Intensivbetten mit Beatmungstechnik im Städtischen Klinikum für Covid-19-Patienten aus dem Elsass vorhalten. Eine der zuletzt eingelieferten französischen Staatsbürger komme nun ohne künstliche Beatmung aus.

Sobald die Patientin ins Elsass zurück verlegt werden könne, wolle man den freigewordenen Platz zur Behandlung eines weiteren elsässischen Patienten nutzen. Derzeit werden rund 20 Covid-19-Patienten aus dem Elsass in baden-württembergischen Kliniken behandelt.

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Kritisch sieht Mentrup die Debatte um Lockerungen der gegenwärtigen Beschränkungen. Lockerungen seien ein „echtes Wagnis“. Möglicherweise würde das Gesundheitssystem davon überfordert. Andererseits sei aber auch eine Verschärfung nicht angezeigt.