Bertha Benz in einer Szene des Kurzfilms.
Bertha Benz in einer Szene des Kurzfilms. | Foto: Daimler AG

Aktion zum Weltfrauentag

Mercedes widmet Pforzheimerin Bertha Benz aufwendigen Kurzfilm

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Mercedes-Benz hat sich für den Weltfrauentag am Freitag, 8. März, eine besondere Aktion überlegt: Der Konzern hat einen sehr aufwendigen Kurzfilm über die Technik-Pionierin Bertha Benz gedreht. Die gebürtige Pforzheimerin unternahm am 5. August 1888 die erste Langstreckenfahrt mit einem Automobil von Mannheim in die Goldstadt zum Haus ihrer Eltern.

Eine Hexe, eine Hexe kommt

Zu Beginn des vierminütigen Films sind mehrere Frauen zu sehen, die auf einem Feld für einen Mann die Egge ziehen. Eine Frau bekreuzigt sich, als Bertha Benz mit ihren Söhnen Richard und Eugen auf dem patentierten Motorwagen vorbeifährt.

Eine Aufnahme zeigt Bertha Benz im Jahr 1870.
Eine Aufnahme zeigt Bertha Benz im Jahr 1870. | Foto: Daimler AG

Daraufhin rennt ein Mädchen in ein Dorf und schreit auf Englisch: „Eine Hexe, eine Hexe kommt. Eine Hexe.“ In einem eingeblendeten Schriftzug heißt es: „1888: Bertha Benz unternimmt die erste Langstreckenfahrt in einem Automobil.“

In dem Dorf hat der Motorwagen eine Panne. Ein Mann spuckt vor Benz auf die Straße. Die Menschen lachen, als sie sich ihr Kleid in einer Pfütze mit Schlamm besudelt.

Bertha Benz geht in eine Kneipe und fragt nach dem Apotheker und zehn Litern Waschbenzin. Anschließend entspannt sich ein kurzes Gespräch zwischen den Beiden.

„Sie werden diese Flecken nicht aus ihrem Kleid bekommen; kaufen Sie besser ein neues.“

„Es ist nicht für mein Kleid. Es ist für meinen Wagen.“

„Versuchen Sie, Ihre Pferde zu vergiften?“

„Haben Sie zehn Liter oder nicht?“

Sie glaubt an mehr als ein Auto

Mit dem Waschbenzin gelingt es Bertha Benz, den Motorwagen wieder zum Laufen zu bringen. Außerdem beweist sie – nicht nur im Film – technisches Geschick. Historisch belegt ist diese Aussage von Benz: „Das eine Mal war die Benzinleitung verstopft – da hat meine Hutnadel geholfen. Das andere Mal war die Zündung entzwei. Das habe ich mit meinem Strumpfband repariert.“

In dem Film werden weitere Schriftzüge eingeblendet: „Sie glaubt an mehr als ein Auto. Sie glaubte an sich selbst.“ Sowie: „Bertha brauchte zwölf Stunden, um die 106 Kilometer lange Strecke zum Haus ihrer Eltern in Pforzheim zu absolvieren. Die Apotheke, wo sie das Waschbenzin kaufte, wird als erste Tankstelle in der Geschichte angesehen.“ Der Ort, in dem Benz Halt machte, war Wiesloch.

 

Sie war wagemutiger als ich

Benz wird 1849 als Bertha Ringer in Pforzheim geboren. Frauen ist damals der Zugang zu höherer Bildung verwehrt. Die Tochter eines Zimmermanns interessiert sich jedoch früh für Technik. 1869 lernt sie ihren zukünftigen Ehemann Carl Benz kennen, einen mittellosen Ingenieur, der im heutigen Karlsruher Stadtteil Mühlburg geboren wurde.

Nach harten Gründerjahren wird 1886 der Motorwagen zum Patent angemeldet. Doch das Interesse bleibt aus – weswegen sich die fünffache Mutter ein Herz nimmt und ohne Wissen ihres Mannes zur ersten Langstreckenfahrt antritt. Nicht nur durch diese frühe PR-Aktion trägt sie maßgeblich zum Erfolg des Familienunternehmens bei. „Sie war wagemutiger als ich und hat eine für die Weiterentwicklung des Motorwagens entscheidende Fahrt unternommen“, gesteht Carl Benz nach der Fahrt voller Bewunderung.

Erste Autoreparatur der Welt in Bauschlott

Auf der Rückreise muss das Fahrzeug in Neulingen-Bauschlott Halt machen und repariert werden. An diese erste Autoreparatur der Welt erinnert heute ein Denkmal.

An ihrem 95. Geburtstag ernennt die Technische Universität Karlsruhe Benz schließlich zur Ehrensenatorin – eine Frau, die nie studieren durfte. Sie stirbt nur zwei Tage später im Jahr 1944.

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