Ikea-Gründer Ingvar Kamprad ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Er war zwar Milliardär, blieb aber immer bescheiden. | Foto: dpa

So ticken die Superreichen

Milliardäre mit sozialer Ader

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Vor einigen Tagen ist der schwedische Milliardär Ingvar Kamprad im Alter von 91 Jahren verstorben. Als 17-Jähriger gründete er 1943 den heutigen Möbelriesen Ikea. Im Visier hatte Kamprad schon damals den kleinen Mann mit schmalem Geldbeutel. „Ich sah die armen Landarbeiter, die nicht im Haus, sondern im Stall essen mussten“, erzählte er 2014, als er von den Lesern des „Svenska Dagbladet“ zum „Besten schwedischen Unternehmer aller Zeiten“ gekürt wurde. Damals habe er sich eines gemerkt: „Wenn ich jemals Erfolg haben will, darf ich nie die anderen armen Menschen vergessen.“

Exzentrische Angelsachsen

Im Gegensatz zum bodenständigen Ikea-Gründer fallen andere Superreiche, vor allem aus den angelsächsischen Ländern, sehr oft durch exzentrisches Verhalten auf. So beschreibt Microsoft-Mitbegründer Paul Allen in seiner Autobiografie, wie er ein Weltraumprojekt plant, ein Football- und ein Basketballteam besitzt und sich eine Megayacht mit eigenem U-Boot bauen lässt. Der australische Geschäftsmann Clive Palmer will die „Titanic“ nachbauen lassen, der abenteuerlustige Brite Richard Branson, unter anderem Eigentümer einer eigenen Fluglinie, servierte – als Stewardess verkleidet – Getränke und Essen auf einem Flug der malaysischen Billigfluglinie AirAsia und die US-amerikanische Society-Lady Jocelyn Wildenstein ließ sich jahrelang immer wieder im Gesicht operieren, weil sie das Aussehen einer Wildkatze annehmen wollte.

Bescheidene Schwestern

Doch blicken wir noch einmal nach Skandinavien, wo Superreiche offenbar trotz ihres Geldes auf dem Boden bleiben. Die norwegischen Schwestern Katharina (22) und Alexandra Andresen (21), beide dank ihres Papas schon heute Milliardärinnen, haben mit Exzentrik so wenig am Hut wie der bescheidene Ikea-Gründer aus Schweden. Katharina arbeitet seit kurzem für ein Monatsgehalt von umgerechnet 900 Euro als „soziale Unternehmerin“. Sie unterstützt Kinder aus Flüchtlingsfamilien und kümmert sich um demente Menschen. Und von Alexandra, einer professionellen Dressur-Reiterin, ist folgendes Zitat überliefert: „Ich spare meine Prämien von den Reiturnieren und mein Geburtstagsgeld. Das bedeutet für mich, dass ich mir davon dann Sachen kaufen kann, die ich wirklich haben will – ohne dass ich meine Eltern um Erlaubnis fragen muss.“ Und zumindest für eine Portion Köttbullar und ein Billy-Regal von Ikea wird das Geburtstagsgeld ja wohl reichen.