Für typische "Mint"-Berufe interessieren sich nach wie vor nur wenige Frauen. | Foto: dpa

Erstmals in Karlsruhe

Mint-Woche für künftige Tech-Expertinnen

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Lebensmittel-, Wirtschafts- oder Maschinenbau-Ingenieurin, Industriemechanikerin, Bautechnikerin, Elektronikerin, Informatikerin: Alle diese Berufe sind beteiligt an der (industriellen) Herstellung eines Minzbonbons.

Für typische „Mint“-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) interessieren sich nach wie vor überwiegend Männer. Um Mädchen und Frauen für diesen wachsenden Berufszweig zu begeistern, hat die Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt die „Mint-Woche“ ins Leben gerufen, die vom 24. bis 29. Juni erstmals in Karlsruhe stattfinden wird.

Spannende Einblicke in neue Berufswelten

Veranstalter sind neben der Agentur für Arbeit Wirtschafsinstitutionen und Bildungseinrichtungen der Region, etwa die Handwerkskammer Karlsruhe, das Cyberforum, die Industrie- und Handelskammer, das Forschungszentrum Informatik (FZI) oder das Karlsruher Institut für Technologe (KIT), die mit Führungen, Vorträgen, Filmvorführungen und allerlei Mitmachangeboten spannende Einblicke bieten.

Der Fachkräftemangel als größter limitierender Faktor des hiesigen Arbeitsmarktes werde sich weiter verschärfen, erklärte Arbeitsagentur-Chef Ingo Zenkner beim Pressegespräch zur Mint-Woche. Ältere Mitarbeiter scheiden aus, und es gebe kaum Arbeitslose mit den benötigten Qualifikationen, die in Zukunft durch Transformationsprozesse wie technischen Fortschritt und Digitalisierung benötigt werden.

Gerade der Karlsruher Arbeitsmarkt sei sehr Mint-lastig. „Wir brauchen viele junge Mädchen, die sich vorstellen können, in diesen Berufen entflammt zu werden“, so Zenkner. Ein zündendes Element solle die Mint-Woche bieten.

Eltern beeinflussen berufliche Entscheidungen der Kinder

Die Idee dazu stammt von Patricia Montbrun, Beauftragte für Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt bei der Arbeitsagentur Karlsruhe-Rastatt. Die Angebote richten sich an Mädchen und Frauen aller Altersgruppen, an Schülerinnen, Wiedereinsteigerinnen und besonders auch an Mütter und Töchter.

„Die Eltern beeinflussen die beruflichen Entscheidungen der Kinder mit“, so Montbrun. Umso wichtiger sei es, auch den Müttern die Möglichkeiten der Mint-Berufe näherzubringen. Doch auch Jungen und ganze Familien seien herzlich eingeladen, viele Angebote seien etwas für die ganze Familie. „Es soll vor allem Spaß machen“, so Montbrun, weshalb die Angebote auch in alle Richtungen gingen.

Nach der offiziellen Auftaktveranstaltung am Montagabend können am Dienstag Jugendliche zum Beispiel beim KIT erfahren und selbst ausprobieren, wie die Musikerkennungs-App „Shazam“ funktioniert, oder bei Südwestmetall einen kleinen Fegeroboter bauen.

Auftakt der Girls‘ Digital Camps

Am Mittwoch feiern die Girls’ Digital Camps in Karlsruhe ihren Auftakt mit einem Seminar für Mädchen der Klassenstufen sechs bis zehn Sie bauen und konstruieren Fischertechnik-Modelle, die sie dann mit der Programmiersprache Scratch zum Leben erwecken. Für alle Frauen findet im Jobcenter Karlsruhe ein Fraueninfotag zu Bewerbung und Berufen im Mint-Bereich statt, bei der Firma Lutz & Grub in Neureut findet der Workshop „Programmierung für Einsteigerinnen“ statt.

Am Donnerstag gibt es unter anderem eine Filmvorführung zum Thema Frauenstimmrecht, eine Mint-Rallye am Friedrichsplatz und Schnupperangebote bei der Handwerkskammer Karlsruhe. Das KIT bildet den Abschluss am Samstag, 29. Juni, mit dem Tag der offenen Tür auf dem Campus Ost. Karin Stenftenagel

Service
Die Mint-Woche richtet sich vorwiegend an Mädchen und Frauen, es gibt aber viele Veranstaltungen für alle. Für manche Angebote ist eine Anmeldung erforderlich. Das vollständige Programm sowie Informationen zur jeweiligen Anmeldung gibt es  auf der Internetseite der MINT-Woche.