DER ETWAS ANDERE BUS: „Trapizio“ hat keinen Fahrer, zuckelt dieser Tage über die IT-Trans und demnächst als Teil des Linienplans durch Schaffhausen. | Foto: Hora

Karlsruher Fachmesse IT-Trans

Mit dem fahrerlosen Bus an den Rheinfall

Knuffig sieht der Bus der Schweizer Firma AMoTech GmbH (Neuhausen) aus. „Bitte Platz nehmen“, fordert Mitarbeiter Alexander Schulze die elf Passagiere auf. Etwas seltsam sieht es hier drin aus: kein Cockpit, kein Lenkrad, kein Fahrer. Ein kurzes Klingeln, schon fährt das selbstfahrende Shuttle mit bis zu 25 Stundenkilometern los. Noch bis zum Donnerstag können die Gäste der Fachmesse IT-Trans in der Messe Karlsruhe ein Stückchen mit dem E-Mobil fahren.

Getestet wird das Fahrzeug (der Name: „Trapizio“) auch bereits in Neuhausen – und wird laut Schulze dort demnächst auf der Linie 12 regulär eingesetzt. Besucher können so unter anderem den weltberühmten Rheinfall von Schaffhausen anfahren. „Das wird die erste Einbindung eines selbstfahrenden Fahrzeugs in ein städtisches Liniennetz sowie in dessen Leitsystem“, so Schulze weiter. Aus rechtlichen Gründen muss vorerst aber eine Begleitperson an Bord sein.

Viele Mitfahrgelegenheiten auf der IT-Trans

Solche Mitfahrgelegenheiten gibt es noch viele auf der „Internationalen Konferenz und Fachmesse für intelligente Lösungen für den öffentlichen Personenverkehr“, wie die Veranstaltung etwas sperrig heißt. 6 000 Besucher aus allen Kontinenten erwartet Britta Wirtz, Chefin der Karlsruhe Messe- und Kongress-GmbH (KMK) – 5 000 waren es bei der vorherigen Auflage. 50 Prozent der Aussteller kommen von außerhalb Deutschlands, ergänzt Projektleiter Jochen Georg beim Presserundgang. Aus Deutschland sind Top-Unternehmen wie Bosch, Deutsche Bahn, Lufthansa, Init, Lawo, PTV, Siemens und T-Systems dabei – erstmals übrigens mit einem Gemeinschaftsstand auch die Technologieregion Karlsruhe, die sich laut Geschäftsführer Jochen Ehlgötz als „Profilregion Mobilität“ präsentiert.

260 AUSSTELLER aus 32 Ländern. Und 6 000 erwartete Fachbesucher von allen Kontinenten werden bis Donnerstag auf der Karlsruher IT-Trans erwartet. | Foto: Hora

Ein Coup ist den Messe-Machern gelungen, indem sie die Daimler-Tochter moovel gewonnen haben, die mit dem Karlsruher Verkehrsverbund während der Messe einen On-demand-Service auf die Straße bringt: Fahrgäste bestellten ihre Fahrt über eine App, werden ohne statischen Fahrplan mit einem von zehn Mercedes-Vans abgeholt und zu einem von 100 Zielpunkten in der Stadt gebracht.

Stationär sind die Infosäulen der Firma Multicomsystem GbR B.+D. Goßen (Erkrath). Knapp 120 ihrer Infosäulen stehen bereits an ÖPNV-Haltestellen in Unna, Dortmund und Mülheim. Sie sind Notrufsäule, WLAN-Verbindung, vor allem aber Infosäule für Behinderte in einem. Der digitale Fahrplan wird angesagt. Parallel kann auch der Bus ein Tonsignal senden, so dass ein Sehbinderter problemlos zur Einstiegstür findet, wie Firmengründer Bernhard Goßen erläutert.

ENTWICKLUNG AUS DER REGION FÜR DIE WELT: Der Volocopter. | Foto: Hora

Noch einen Hingucker gibt’s auf der Messe: Den 2X Volocopter der Volocopter GmbH aus Bruchsal. Über Dubais Innenstadt ist er bereits vollautonom geflogen, nun wird dort weiter mit den Behörden entwickelt, so Mitgründer Alexander Zosel. Schade nur, dass mit ihm (noch) kein Shuttle-Flug auf der IT-Trans möglich ist.