Unter der Sperrzone wird der Tunnel vorgetrieben.
SPERRGEBIET: Auf der Karl-Friedrich-Straße wandert das Bauzaungatter jetzt nach Süden gen Rondellplatz (hinten). Die Absperrung markiert an der Oberfläche, wo gerade der U-Strab-Südabzweig zum kompletten Röhrenquerschnitt ausgebaggert wird. Dabei ist ein Fünftel des später 250 Meter langen U-Strab-Abschnitts geschafft. | Foto: jodo

Tunnel für U-Strab-Südabzweig

Mit der zweiten Schleuse baut man schneller

Mit der zweiten Schleuse geht es schneller. Davon ist Kasig-Chef Uwe Konrath überzeugt. Um den Bau des U-Strab-Tunnels zwischen Ettlinger Tor und Marktplatz unter der Karl-Friedrich Straße zu beschleunigen, haben Kasig und BeMo Tunnelling den zweiten Eingang in die Druckkammer für den schwierigen bergmännischen Vortrieb dicht unter der Oberfläche im Kies des Oberrheingrabens geschaffen.

Schleusenkammer ist eingerichtet

An der Südwand der U-Station Marktplatz steht 13 Meter tiefer als der Pyramidenfuß ein Holzhaus. Dort überprüft Christian Labanz von der BeMo noch einmal vor der TÜV-Abnahme an der Instrumententafel, ob die Druckverhältnisse in der Schleusenkammer stimmen.

Mit dem Segen des TÜV kann der Tunnelbau ab sofort von beiden Enden vorangetrieben werden, was laut Konrath einen großen Zeitgewinn bringen kann.

Die zweite Schleuse für die Druckkammer ist fertig.
SCHLEUSENWÄRTER sorgt Christian Labanz für die richtigen Einstellungen am zweiten Personeneingang in die Druckluftkammer. Die Schleuse wurde in der U-Station Marktplatz installiert. | Foto: jodo

Labanz, Bergbauexperte aus der Steiermark, und U-Strab-Bau-Chef Konrath erklären diese kleine Kombilösung: „Wir können jetzt mit dem Personal, das weiter am Ettlinger Tor durch die erste Schleuse kommt, den rückschreitenden Sohlenvortrieb des Tunnels ausbauen. Und gleichzeitig ist es jetzt möglich, dass die am Marktplatz einsteigenden Leute bereits mit dem Schalwagen die Tunnelinnenröhre mit bewehrtem Beton bauen.“

Das Schleusentor zum Tunnel
BERGMANNSHEIL ist nur noch beim Bau der U-Strab-Südabzweig-Röhre gefordert. | Foto: jodo

Zwei Bautrupps von jeweils maximal 20 Bergleuten dürfen nun bei verdoppelter Fluchtwegkapazität mittels der zweiten Schleusenkammer gleichzeitig in der 250 Meter langen Überdruckkammer unter der Karl-Friedrich-Straße schuften.

Bergleute machen sich an die Sohle

Nachdem die Bergleute für den Vortrieb der oberen Hälfte des 250 Meter langen Stollens vom Ettlinger Tor zum Marktplatz über ein Jahr benötigten, sind laut Philip Banschbach von der Kasig nach gut zwei Wochen schon 45 Meter „im rückschreitenden Sohlenvortrieb“ geschafft.

Die Arbeiter schürfen dabei beginnend an der Betonwand unter dem Marktplatz die Erde der unteren Tunnelhälfte aus und schaffen das Material durch den Hohlraum der oberen Tunnelhälfte ans Ettlinger Tor und durch die Aushubschleuse ans Tageslicht.

 Straße bald wieder frei

Beobachter können an der Oberfläche der Karl-Friedrich-Straße täglich den unterirdischen Fortschritt sehen. Sicherheitshalber muss nämlich die aktuelle Vortriebszone oben mit Hütchen abgesperrt sein – und diese Absperrzone bewegt sich derzeit jeden Tag ein Stück weiter nach Süden auf den Rondellplatz zu.

Bald könne man deshalb die Hebelstraße- und die Karl-Friedrich-Straße von dort bis zum Rondellplatz für den Verkehr freigeben, erklärt Banschbach.

Letztes Tunnelstück  bis Jahresende rohbaureif?

Konrath spricht von „großen Hoffnungen, dass das jetzt schneller geht“. Der komplette bergmännische Tunnelvortrieb auf der 250 Meter langen Teilstrecke des U-Strab-Südabzweigs sei bis Juni machbar, meint Konrath.

Folglich sei nun daran zu denken, dass auch dieser letzte U-Strab-Abschnitt „zum Jahresende“ die Rohbaureife erlange, sagt der U-Strab-Bauherr.