Julius Wesche und Markus Fritz wollen mit dem "enPOWER"-Podcast ihren Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten.
Julius Wesche und Markus Fritz wollen mit dem "enPOWER"-Podcast ihren Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten. | Foto: Voswinkel

enPower-Podcast aus Karlsruhe

Mit diesem Podcast wollen zwei junge Karlsruher die Energiewende unterstützen

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Die Energiewende geht nicht schnell genug voran, finden Julius Wesche und Markus Fritz aus Karlsruhe. Mit ihrem neuen Podcast „enPower“ wollen sie das ändern.

Es verbraucht einiges an Energie, einen einstündigen Podcast aus dem Internet herunterzuladen und anzuhören. Doch wenn es nach zwei jungen Wissenschaftlern vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe geht, trägt ein neuer Podcast bald dazu bei, dass diese Energie nachhaltiger produziert und genutzt werden kann: Mit ihrem Projekt „enPower“ möchten Julius Wesche und Markus Fritz die Energiewende unterstützen.

Denn die umweltfreundliche Umgestaltung des Energiesektors geht den beiden Doktoranden nicht schnell genug.  „Eine Voraussetzung, dass so ein großer Transformationsprozess durchgeführt werden kann, ist einfach erreichbares Wissen“, sagt Julius Wesche. Dieses Wissen wollen die Doktoranden im „enPower“-Podcast vermitteln – vorrangig Studenten und jungen Menschen, aber auch allen anderen, die sich für Nachhaltigkeit und Technik interessieren.

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Ihre Masterarbeiten führten die beiden nach Karlsruhe

In rund einstündigen Episoden sprechen die beiden mit wechselnden Gästen über Themen wie Elektromobilität, Emissionen, Bau, Industrie und Start-ups. Julius Wesche wurde schon als Kind vom väterlichen Ferienhaus aus zu Anti-Atomkraft-Demos bei Gorleben mitgenommen. Genau wie er ist auch der gebürtige Pforzheimer Markus Fritz für seine Masterarbeit ans Fraunhofer ISI nach Karlsruhe gekommen.

Wir wollen zeigen, was man reißen kann, wenn man noch nicht 40 Jahre ist und schon die ersten grauen Haare hat.

Julius Wesche, Podcast-Moderator

„Hier sind viele clevere Leute, die coole Projekte machen, da lernt man ganz viel“, sagt Wesche. Obwohl die Doktoranden das Projekt komplett in ihrer Freizeit stemmen, kommen viele der Gesprächspartner aus ihrem „Dunstkreis“ am Institut. „Es sind alles Experten auf ihrem Gebiet“, erklärt der 26-jährige Markus Fritz.

Die beiden wollen aber auch mit jungen Leuten sprechen, die jetzt schon ihren Beitrag zur Energiewende leisten, beispielsweise mit Start-up-Gründern: „Wir wollen zeigen, was man reißen kann, wenn man noch nicht 40 Jahre ist und schon die ersten grauen Haare hat“, so Wesche.

Die beiden jungen Wissenschaftler arbeiten am Fraunhofer ISI und kennen daher viele Experten aus dem Fachgebiet.
Die beiden jungen Wissenschaftler arbeiten am Fraunhofer ISI und kennen daher viele Experten aus dem Fachgebiet. | Foto: Voswinkel

Dabei bleiben die Diskussionen nah an der Lebensrealität der Menschen. Wenn sie beispielsweise über den Autoverkehr sprechen, verlangt der eingeladene Experte Patrick Plötz nicht, dass alle Menschen komplett auf das eigene Auto verzichten. Es gebe aber mittlerweile in Deutschland eine Reihe an Elektroautos zur Auswahl, die auch immer größere Reichweiten hätten.

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Experte sieht positive Entwicklungen bei Elektromobilität

Dabei seien 300 bis 400 Kilometer für die meisten Menschen völlig ausreichend, denn die durchschnittliche Privatperson fahre nur an zehn Tagen im Jahr weiter als 100 Kilometer. „Es ist schon nachvollziehbar, dass die Leute sich größere Reichweiten wünschen“, so Plötz im Gespräch mit den beiden Podcast-Moderatoren. „Aber es stellt sich auch die Frage: Kaufe ich ein superteures Auto mit einer superteuren Batterie, die ich dann nur an zehn Tagen im Jahr nutze?“

Auch eine eigene Website haben die Doktoranden für ihren Podcast aufgesetzt.
Auch eine eigene Website haben die Doktoranden für ihren Podcast aufgesetzt. | Foto: pr

Es ploppen Bügelverschluss-Biere, die Moderatoren stellen dem Gast Fragen und streuen Fakten ein. Das Medium Podcast haben sie gewählt, weil der Produktionsaufwand relativ gering ist und es für die oft komplexen Themen keine zeitliche Beschränkung gibt.

„Wir haben vor einem Jahr gemerkt, dass die Wissenschaftskommunikation viel zu wenig präsent ist“, erklärt der 33-jährige Wesche. So komme zwar das meiste Geld für Forschungsprojekte aus Steuern, die Wissenschaft gebe der Gesellschaft aber oft wenig zurück.

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Geld werden sie mit dem Herzensprojekt wohl nicht verdienen

Alle vierzehn Tage wollen Wesche und Fritz nun eine neue Folge hochladen, einige haben sie bereits vorproduziert. Einen halben Tag Arbeit kostet sie das jeweils, zusätzlich zu den Ausgaben für das Equipment und die Website. Geld werden sie mit „enPower“ wohl nicht verdienen, glauben die Doktoranden: „Das ist eher schwierig. Cool wäre es, irgendwann die laufenden Kosten zu decken.“

Und vor allem ein anderes Ziel möchten sie erreichen: Wissenschaftler und Hörer näher zusammenbringen. Denkbar sind für Wesche zum Beispiel Live-Events, wie andere Podcasts sie bereits erfolgreich vormachen. „Darüber würde ich mich viel mehr freuen als über 500 Euro auf meinem Konto.“

Zum Anhören
Den „enPower“-Podcast gibt es auf Spotify und auf der eigenen Website. Zwei Folgen sind am 3. Februar bereits online gegangen, die weiteren erscheinen 14-tägig.