Freeletics-Training in der Karlsruher Oststadt (Gerwigstrasse / Veilchenstrasse) | Foto: Joerg Donecker

Freeletics in Karlsruhe

Mit Froschsprüngen zum Muskelprotz

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Von Michaela Anderer

50 Burpees, 100 Lunges, 50 Crunches, 50 Squats und zehn Froggers – was wie englische kleine Süßigkeiten anmutet, ist den meisten besser bekannt als Liegestütz-Hock-Strecksprung, Ausfallschritt, Bauchpresse, Kniebeuge und Froschsprünge. Mit Freeletics haben die bewährten Fitness-Übungen mit neuem Namen wieder Einzug in die Sportprogramme gehalten.

Training im Freien

Die Anhänger betreiben ihren Sport nicht in stickigen Studios und zahlen Mitgliedsbeiträge, sondern trainieren im Freien in sogenannten Street-Work-out-Parks. Die Übungen, bei denen viel an Klimmzugstangen, aber vor allem mit dem eigenen Körpergewicht gearbeitet wird, werden in schnellen und intensiven Intervallen ausgeführt. Immer mit dabei, das Smartphone mit der Freeletics-App mit integriertem Coach und Übungsprogramm.

Schon seit drei Jahren dabei

Nicolai, Lena, Elena, Tanja, Marius und Julian aus der Freeletics-Gruppe Oststadt trainieren am liebsten gemeinsam. Ihr Treffpunkt ist der Street-Workout-Platz in der Oststadt. Hier wurden in einem Hinterhof Klimmzugstangen, Ab-Benches, eine Sprossenwand und diverse andere Trainingsmöglichkeiten errichtet. Auch das Programm auf den Matten hat es in sich. Bevor es losgehen kann, werden sie ausgelegt, die Handys mit der App gerichtet, der Lautsprecher aktiviert. „Zwar motiviert auch der Coach in der App, aber in der Gruppe macht es mehr Spaß und man motiviert sich richtig“, sagt der 23-jährige Nicolai. Vor drei Jahren war er über einen Freund auf den Trendsport gestoßen. „Es hat mich nicht mehr losgelassen.“ Sein definierter und durchtrainierter Körper zeigt, wie gut das Training wirkt. Kraft und Ausdauer werden gesteigert.

Über die Grenzen gehen mit Freeletics

Man kann einzelne Muskelgruppen oder den ganzen Körper trainieren. Am Anfang quält man sich schon, aber dann sieht man erste Erfolge“, erzählt der Student, der besonders von den „Transformations-Videos“ auf dem Videoportal Youtube begeistert war. Den Vorher-Nachher-Effekt wollte er am eigenen Leib auf Echtheit überprüfen. „Ich mache mittlerweile nur noch Freeletics, manchmal vier bis fünf Mal die Woche“, berichtet die 29-jährige Lena vom „Suchtfaktor“ des Sports. Die Oststadt-Gruppe in Facebook ist mittlerweile richtig groß geworden, freut sie sich. „Das Konzept von Freeletics ist es, über die Grenzen zu gehen – in so einem Maß, dass man das kaum alleine schaffen kann“, erklärt Elena. „Alleine würde ich nie sagen ich mache 150 Burpees, sondern würde nach 50 sagen, ich höre auf.“ Das gegenseitige Pushen sei wichtig. Trotz der unterschiedlichen Trainingsstände harmoniert die Gruppe und hilft sich weiter. „Es gibt auch viele Unsportliche, die mit einsteigen. Das Programm ist komplett für Sportneulinge angelegt“, sagt Tanja, die vorher nur im Fitnessstudio trainiert hat. „Draußen ist es etwas ganz anderes.“

Trainingsplätze im Freien oft belegt

Drei Karlsruher Trainingsgruppen gibt es mittlerweile. Neben der Oststadt noch in der Südweststadt und die Gruppe in der Nordweststadt/Neureut. „Leider gibt es nicht genügend Plätze wie diesen“, bedauern die Teilnehmer. Ähnliche Anlagen gibt es in Oberreut, in der Südweststadt und in der Waldstadt sowie diverse „Trimm dich“-Pfade. Da es aber mittlerweile viele Sportler gibt, die lieber im Freien trainieren, sind die Plätze immer belegt. In der Karlsruher City gibt es nur den Oststadtpark. „In Brasilien zum Beispiel gibt es alle 50 Meter so einen Park am Strand“, berichtet Elena, die die Oststadt-Gruppe über WhatsApp organisiert. Wenigstens einen weiteren Platz für die wachsende Zahl an Anhängern in der Karlsruher Innenstadt würden sich die Freizeitsportler wünschen.