Seit zehn Jahren leitet Erol Alexander Weiß die Volkshochschule Karlsruhe. Damit hat er Verantwortung für 60 Mitarbeiter und möchte, dass möglichst viele der 45 000 Kursteilnehmer jährlich mit den 950 Dozenten zufrieden sind. In seiner Freizeit tanzt er Tango und schätzt Theater sowie Ausstellungen. | Foto: lie

Erol Weiß leitet VHS Karlsruhe

Mit Konzentration die nötigen Schritte

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Das Angebot ist so groß, da findet selbst der Chef den passenden Kurs. Die Arbeitswoche an der Volkshochschule (VHS) Karlsruhe beginnt Erol Alexander Weiß in „seinem“ Haus mit Yoga. Wenn das Wochenende naht, besucht er einen Kurs im Kräftigungstraining Pilates. Seine persönliche Fitness bewahrt er sich zudem mit Läufen über zehn Kilometer. „Die gehören zum Sonntagmorgenprogramm“ erzählt der 57- Jährige. Einer bestimmten Zeit oder einer guten Wettkampfplatzierung jagt er damit nicht hinterher.

Ohne eigenes Auto unterwegs

Die Aktivitäten dienen einem möglichst gesunden, ausgeglichenen Lebensstil, der ohne eigenes Auto auskommt. Für sein Hobby ist gute Kondition auch nicht schlecht. „Seit 20 Jahren tanze ich Tango und seit zehn Jahren bei der IG-Tango Argentino in Karlsruhe“, berichtet der schlanke VHS-Direktor. Vor zehn Jahren übernahm er die Verantwortung für die große Bildungseinrichtung. Zuvor lenkte der aus Speyer stammende Geisteswissenschaftler die Volkshochschule Eberbach-Neckargemünd.

Er schrieb amüsante Kurzgeschichten

In jener Zeit schrieb er Kurzgeschichten mit vertieftem Blick auf Menschen, die in VHS-Kursen alte orangene Polster durchsitzen: Heimliche Paare, nervige Co-Dozenten oder Teilnehmer, die sich beklagen, das die Kursleiterin „Fitness für Mollige“ schlank und rothaarig ist. Die einige Male blutig endenden und dennoch amüsanten Storys sind unter dem Titel „volkshochschultango“ bei Lindemanns Bibliothek erschienen. Sie zeigen, wie tief sich Weiß mit seiner Branche und den Kunden über die reine rationale Verwaltung hinaus annimmt. Der Tänzer setzt beruflich und privat voller Konzentration seine Schritte, damit ein stilvolles Ganzes entsteht. Ausstellungen, Musiktheater oder Kino widmet sich Weiß intensiv.

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Im Urlaub nach Frankreich

Seine Urlaube verbringt er, schon immer, in Frankreich. „Unsere Reisen durchs Land müssen eigentlich immer am Meer enden. Zuletzt haben mein Mann und ich die Küste von Biarritz entdeckt. Außerdem habe ich Freunde in Sète und genieße dort vertiefend die französische Lebensart. „Ich habe Sprachkurse gegeben, aber dass ich mal bei der VHS lande war eher Zufall. Denn ich erhielt die erste feste Stelle in Wetzlar – nachdem die 126. Bewerbung erfolgreich war,“ erinnert er sich an schwierige Zeiten. Der VHS-Direktor ist nicht mit konkreter Programmausarbeitung befasst. Aber er gibt in Karlsruhe Impulse, initiierte Frauen- und Seniorenakademie und ist stolz auf das Programm „Kunst bzw. Kultur und Integration“. Dabei werden deutschlernende Erwachsene ein halbes Jahr in Museen und anderen Einrichtungen begleitet. „Damit haben wir bereits 2012 begonnen, also längst bevor die Flüchtlingsintegration das große Thema wurde.“

In Speyer wuchs der 1961 geborene Erol Alexander Weiß mit zwei Geschwistern auf. Seine Mutter war Schneiderin, sein Vater Postbeamter. Nach dem Abitur studierte er in Heidelberg Romanistik, Germanistik und Geschichte. Er spielte Theater und leitete andere dazu an. Er führte 16 Jahre lang die VHS  Eberbach‰Neckargemünd. Seit zehn Jahren ist er Chef der VHS Karlsruhe mit 60 Beschäftigten, 950 Dozenten und 45 000 Teilnehmern pro Jahr.