Foto vom Entwurf der Karlsruhe Zentralmoschee
Foto vom Entwurf der Karlsruhe Zentralmoschee | Foto: DITIB Landesreligionsgemeinschaft Baden

Mit 35 Meter hohem Minarett

Moscheebau in der Oststadt rückt näher

Der Bau einer neuen Moschee in der Oststadt wird voraussichtlich im kommenden Jahr starten. Wie der Ditib-Landesbeauftragte, Fatih Sahan, bestätigt, ist die Planung für das Projekt weitgehend abgeschlossen. Nun soll der Bauantrag eingereicht werden.

Platz für 700 Gläubige

In der Folge soll wohl ab August die bestehende, von Ditib betriebene Zentralmoschee abgerissen werden. Das Gotteshaus ist aktuell in einem alten Fabrikgebäude untergebracht. Auf dem Gelände in der Käppelestraße soll dann innerhalb von zwei Jahren ein Gebäude errichtet werden, das über eine 17 Meter hohe Kuppel und ein 35 Meter hohes Minarett verfügen soll. „Es wird keinen Muezzin-Ruf geben“, versichert Sahan. 700 Gläubige sollen Platz finden, aktuell gebe es Raum für 500 bis 600 Menschen. Geplant seien eine Tiefgarage und ansonsten eine moderne Fassade mit viel Glas. „Transparenz ist uns wichtig“, erklärt der Ditib-Landesvorsitzende. „Wir setzen auf Dialog. Es soll ein Gotteshaus für Karlsruhe sein. Und mit dem neuen Bau kann sich die Gemeinde sicher noch mehr öffnen“, sagt Sahan.

Gegner seitens der Stadt

Seit 2012 plant die Gemeinde einen Neubau. Seither sammle man auch Geld, beispielsweise auch bei Kulturfesten. Der Moscheeneubau soll sechs Millionen Euro kosten. „Die Gemeinde wird einen Kredit aufnehmen müssen.“ Es sei in jedem Fall Aufgabe der Gläubigen, das Gotteshaus zu bauen, nicht des Staates – auch nichts des türkischen, so Sahan. Gerade von der CDU gab es immer wieder Kritik an den Plänen von Ditib, die im Sommer 2016 noch einen Neubau in Mühlburg geplant hatte. Diese Idee ist inzwischen vom Tisch. Doch in der Gemeinderatssitzung am Dienstag zeigten sich die Christdemokraten erneut kritisch und forderten die Verwaltung auf, „informelle Kontakte“ mit Ditib über den Bau einzustellen. Es sei Aufgabe der Verwaltung, jeden Bauinteressenten ohne Ansehen der Person unter Beachtung des Gleichbehandlungsgrundsatzes zu beraten, hielt die Stadt dagegen.

Vorwurf: Ditib verlängerter Arm Erdogans

Als unstrittig gilt zudem, dass Ditib auf ihrem eigenen Grund bauen kann – auch ein Minarett. Ditib begegnet bundesweit immer wieder Misstrauen und wurde schon als verlängerter Arm Erdogans bezeichnet. Die grundsätzliche Kritik kann Sahan nicht nachvollziehen. „Die Verleumdungen gegen Ditib belasten unsere Arbeit. Dabei ist unsere Gemeinde schon so lange in Karlsruhe, die Menschen kennen uns“, sagt Sahan. Man wolle nicht zum Spielball der politischen Auseinandersetzungen werden. „Wir machen eben gerade keine Politik, weil unsere Mitglieder aus allen politischen Richtungen kommen“, sagt er.