Im Großraum Karlsruhe ist am Donnerstagmorgen eine mutmaßliche IS-Anhängerin festgenommen worden. | Foto: dpa

Frau war seit 2013 in Syrien

Mutmaßliches IS-Mitglied im Großraum Karlsruhe festgenommen

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Im Großraum Karlsruhe ist ein mutmaßliches IS-Mitglied festgenommen worden. Laut Generalbundesanwalt des Bundesgerichtshofs wurde die Frau am Donnerstagmorgen verhaftet.

Die 31-jährige deutsche Staatsangehörige Sabine Ulrike Sch. wurde am Morgen im Großraum Karlsruhe durch Beamte der Polizei Baden-Württemberg und Berlin verhaftet. Ein genauerer Ort wurde nicht veröffentlicht. Gegen die Frau lag seit Ende Juni ein Haftbefehl vor. Die Beschuldigte wurde heute dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt und sitzt nun in Untersuchungshaft. Außerdem wurde ihre Wohnung durchsucht.

In den IS eingeheiratet

Sabine Ulrike Sch. wird dringend verdächtigt, Mitglied der terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat“ (IS) zu sein. In dem Haftbefehl heißt es, dass die Frau im Dezember 2013 Deutschland verlassen habe, um sich dem IS anzuschließen. Die Reise soll über die Türkei nach Syrien gegangen sein. Direkt nach ihrer Ankunft soll Sabine Ulrike Sch. einen ihr bis dahin unbekannten IS-Kämpfer von höherem Rang geheiratet haben. Zusammen mit ihm und zwei gemeinsamen Kindern soll sie nach islamischem Ritus gelebt haben. Ihre Familie soll vom IS monatlich mit 100 US-Dollar versorgt worden sein.

Werbung für die Terroristen im Internet

Die Aufgabe der Frau soll die Versorgung ihres Mannes und des Haushalts gewesen sein. Nebenbei soll sie auf einem von ihr betriebenen Internetblog und über einen Messenger-Dienst für das Leben beim IS geworben haben. Auf dem Blog soll sich sich bereit erklärt haben, gegnerische Kämpfer mit Sprengstoffgürteln anzugreifen.

Im September 2017 festgenommen

Der Mann der Festgenommenen soll im Dezember 2016 bei Kämpfen getötet worden sein, woraufhin Sabine Ulrike Sch. neu verheiratet werden sollte. Im September des vergangenen Jahres wurde die 31-Jährige von kurdischen Sicherheitskräften festgenommen. Dabei soll sie eine Pistole bei sich getragen haben. Am 26. April kehrte sich nach Deutschland zurück.

Haftbefehl zunächst abgelehnt

Bereits am 29. März dieses Jahres hatte die Bundesanwaltschaft einen Haftbefehl für Sabine Ulrike Sch. beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs beantragt, der am 6. April aus rechtlichen Gründen, wie es in der Meldung heißt, abgelehnt worden war. Auf eine Beschwerde der Bundesanwaltschaft hin hat der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs dann Haftbefehl erlassen.