Danke Wildparkstadion!
Die Nachwehen des Wildparkabschieds mit der genehmigten Pyro-Show halten weiter an. | Foto: Privat

Nach DFB-Urteil: Das sagt KSC-Präsident Ingo Wellenreuther

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Das Urteil ist verkündet, der Karlsruher SC bestraft: Die Abschiedsfeier im Wildparkstadion im Herbst 2018 kostet den KSC nun 3.000 Euro Strafe. Geld, dass der Verein nicht zahlen will, denn offizieller Veranstalter war der Fan-Verband „Supporters Karlsruhe“ und die hatten eine Genehmigung. KSC-Präsident Ingo Wellenreuther kündigte an, in Berufung zu gehen.

Alle, die es mit dem Karlsruher SC halten, schauen in diesen Tagen mit einer gehörigen Portion Wehmut gen Wildpark: Die Gegengerade fällt und damit das jahrzehntelange Domizil der treuesten der treuen KSC-Anhänger.

Mehr zum Thema: Das DFB-Sportgericht hat den KSC zu einer Geldstrafe verurteilt, der Verein will in Berufung gehen.

Am Donnerstag dürften eben jene mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch nach Frankfurt geblickt haben, wo der offizielle, bereits über neun Monate zurückliegende Abschied vom alten Wildparkstadion noch einmal in einer mündlichen Verhandlung vor dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ausführlich erörtert wurde.

3.000 Euro Strafe – weniger als beantragt

Der Termin endete mit dem für den Zweitliga-Rückkehrer unerfreulichen Ergebnis, dass dieser für die Geschehnisse im Anschluss an das Drittliga-Spiel gegen die Würzburger Kickers vom 3. November 2018 eine Geldstrafe in Höhe von 3.000 Euro zu begleichen hat. Der DFB-Kontrollausschuss hatte eine Sanktion in Höhe von 4.000 Euro beantragt.

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Doch nicht der – vergleichsweise recht geringe – Betrag stieß Präsident Ingo Wellenreuther und den übrigen KSC-Verantwortlichen übel auf, sondern die Begründung, mit der das Sportgericht um seinen stellvertretenden Vorsitzenden Stephan Oberholz diesen verhängte.

DFB wollte Veranstaltung prüfen

Nicht die damalige, vom KSC-Fandachverband veranstaltete Pyro-Show, bei der die „Supporters“ rund 140 Fackeln abgebrannt hatten, war dem DFB ein Dorn im Auge. Sondern allein der Umstand, dass der Verein im Vorfeld dem Verband „diese Nebenveranstaltung“ nicht zur „Prüfung und Genehmigung“ vorgelegt hatte. Schließlich habe es sich „um eine mit dem vorangegangenen Spiel verbundene Veranstaltung gehandelt“, wie der DFB in einer Mitteilung verlauten ließ.

Uns geht es ums Grundsätzliche

„Wir haben da eine andere Auffassung“, betonte Wellenreuther nach der Verhandlung, die nicht die letzte in dem brisanten Fall gewesen sein dürfte. Der KSC kündigte jedenfalls an, in Berufung zu gehen. „Uns geht es ums Grundsätzliche“, stellte Wellenreuther klar, der zumindest festhalten konnte: „Das Positive ist, dass der DFB anerkannt hat, dass es sich um eine getrennte Veranstaltung gehandelt hat.“

Nächste Station: DFB-Bundesgericht

Die Frage, die nun das DFB-Bundesgericht erörtern muss, lautet also: Standen das Spiel gegen die Würzburger Kickers, das der KSC damals mit 2:1 gewann, und das anschließende, von den hiesigen Behörden genehmigte Pyro-Spektakel in einem direkten Zusammenhang?

Und nicht zuletzt geht es auch darum, wie weit die Zuständigkeit des DFB reicht und wo diese genau endet. Marco Fuchs, Vorsitzender der „Supporters“ und bei der Verhandlung am Donnerstag als Zeuge geladen, hat hierzu eine klare Meinung: „Der DFB will außerhalb seiner Kompetenz urteilen“, sagt Fuchs, der ankündigte, dass auch der Fandachverband die Lage rechtlich prüfen lassen wolle.

Der Wildpark-Abschied wird den Karlsruher SC und seine Anhängerschaft also noch eine Weile begleiten – nicht nur im Stadion selbst, sondern eben auch am Grünen Tisch.