Finanzstaatssekretär Jens Spahn
Jens Spahn möchte sich mit der Urheberin der Online-Petition aus Karlsruhe treffen. | Foto: Maurizio Gambarini

Termin noch nicht bekannt

Nach Online-Petition: Jens Spahn vereinbart Treffen mit Karlsruherin

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Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) möchte sich mit einer Hartz-IV-Empfängerin aus Karlsruhe treffen, die ihn per Online-Petition dazu aufgerufen hatte, einen Monat von der Grundsicherung zu leben.

Spahn und Sandra S. aus der Weststadt, die nicht möchte, dass ihr Nachname veröffentlicht wird, vereinbarten in einem Telefonat ein baldiges direktes Gespräch, wie die Karlsruherin gegenüber den BNN  bestätigte. Der CDU-Politiker habe sie einfach direkt angerufen. „Er hat sich bereiterklärt, sich mit mir zu treffen, über meine Erfahrungen und vor allem über Vorstellungen zu sprechen, wie ein solches Experiment theoretisch aussehen könnte.“ Ein genauer Termin und der Ort für das Treffen, über das zuerst die Nachrichtenagentur AFP berichtet hatte, stünden aber noch nicht fest.

Sie sei zunächst ziemlich überrascht gewesen, habe sich über den persönlichen Anruf von Spahn aber sehr gefreut, erklärte S. am Montag. Nun sei sie gespannt, ob Spahn die Herausforderung auch wirklich annehme oder nur dem Druck nachgebe, der durch die über 150 000 Unterzeichner aufgebaut worden sei.  „Ich will nicht, dass dabei einfach ein schönes Bild für die Presse gemacht wird und der Fall damit erledigt ist. Mir geht es um Respekt und Wahrnehmung eines Problems“, sagte Sandra S. Sie werde die Petition weiter laufen lassen und gerne gemeinsam mit Jens Spahn Möglichkeiten und Ideen diskutieren. „In jedem Fall hoffe ich, dass er über seine Aussage, Hartz IV sei keine Armut, noch einmal nachdenkt.“

 

Jens Spahn sorgte mit Aussage für Aufsehen

Der Gesundheitsminister hatte mit der Aussage für Aufsehen gesorgt, Hartz IV bedeute nicht Armut, sondern sei die Antwort der Solidargemeinschaft darauf. Zudem hatte Spahn erklärt, mit Hartz IV habe „jeder das, was er zum Leben braucht“. Die 40 Jahre alte Mutter eines zehnjährigen Sohnes forderte den CDU-Politiker daraufhin auf, einen Monat von der Grundsicherung zu leben. Sie startete eine Online-Petition, der sich bis Montag bereits mehr als 150.000 Menschen angeschlossen hatten.

„Insgesamt bleiben mir rund zehn Euro am Tag zum Leben für mich und meinen Sohn“, heißt es in dem Petitionstext der Karlsruherin. „Das bedeutet finanzielle Armut.“ Dass sich Spahn nun bei ihr gemeldet habe, zeige ihr, dass sich mit ein wenig Mut und Meinung eine Menge erreichen lasse, betonte S.