Sie ist Schauspielern und wurde auch zur Regisseurin von Kurzfilmen: Nadine Knobloch. Am liebsten mag die Karlsruherin Streifen aus dem Genre Mystery. Gerade in der letzten Bearbeitung ist ihr 30-minütiger Film "Der Zirkel". Er spielt in Karlsruhe und greift auch Geschichten aus der Geschichte der Stadt auf. | Foto: lie

Die Filmfrau Nadine Knobloch

Seriös mysteriös

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Von einer Lehrerin auf der Schauspielschule in München übernahm Nadine Knobloch ein Motto in drei Worten: „A Dream, A Desire, A Passion.“ Inzwischen ließ sich die Akteurin dieses Trio „Ein Traum, ein Wunsch, eine Leidenschaft“, in ein Schmuckstück eingravieren. Für jede Lebensphase dient das Motto motivierend. Den Traumberuf Schauspielerin hatte Knobloch bereits in Zeiten des Schultheaters am Karlsruher Humboldt-Gymnasium. Als sie nach einer kaufmännischen Ausbildung und Jobs genug Geld beisammen hatte, verwandelte sie den Wunsch in Realität.

Wut spielt sie in der Safe-Zone

Seit 2011 lebt die Frau mit kastanienbrauen Haaren den Schauspielberuf vor allem in Filmen von ihrer Heimatstadt aus. Eine Leidenschaft verkörpert sich besonders gern: „Wenn ich Wut spielen muss, befinde ich mich in meiner Safe-Zone“, sagt die 36-Jährige. „In den Rollen zu heulen, hasse ich – und genau das musste ich dann in der Ausbildung dann dauernd bringen. Zu lernen ist das, was einem gerade nicht leicht fällt.“ Neben Rollen in Werbestreifen spielte Knobloch in zahlreichen Kurzfilmen oder größeren Produktionen mit (wie „Der 8. Kontinent“ von Serdar Dogan).

Zahlreiche Auszeichnungen

Rasch fand sie rund ums Filmboard Karlsruhe auch zur anderen Seite der Kamera. Drehbuchschreiben und Regie ist für sie ebenso selbstverständlich geworden. Zahlreiche Auszeichnungen von internationalen Kurzfilmfestivals schmücken Knoblochs Schreibtisch im Alten Schlachthof Karlsruhe. Und nah bei ihr ist dort meist auch Mops Lola, damit er nicht allein zu Hause in Knielingen bleiben muss.

Sie mag es mysteriös

Die Natur ihres Heimatstadtteils, auch im Kontrast zur Raffinerie, ist immer ein wichtiger Fixpunkt geblieben. „Glamourös geht bei es bei mir überhaupt nicht zu, dafür aber gern mysteriös“, bekennt die Filmfrau lachend. Sie liebt geheimnisvolle Geschichte n aus der Geschichte wie die Schicksale der Adelsfamilien.“ Die Storys zu ihren Filmen „Jäger und Gejagte“ oder „Lullaby“ sind den dunkleren Genres zuzurechnen. Eine besonders attraktive Filmkulisse für Mysteriöses wäre auch die marokkanische Stadt Marrakesch – ein privates Traumziel der in einigen Fremdsprachen kundige Schauspielerin.

Hobby Astronomie

Und irgendwie passt es zu ihr, dass sie vom Nachthimmel angezogen ist und auch erklären kann, was dort blinkt. „Ich habe ein Teleskop, denn Astronomie ist ein Hobby von mir. Ich hatte sogar überlegt, das Fach zu studieren.“ An Sonntagen zieht es sie nicht in weit entfernte Welten, sonder nach dem Kochen lieber zu Spaziergängen in den Rheinauen oder in der Pfalz. Ganz ohne Filmisches geht es privat aber doch nicht bei Nadine Knobloch: „Game of Thrones oder Akte X bringen mich Serienjunkie vor dem Bildschirm.“

In Knielingen wuchs die 1981 geborene Nadine Knobloch. Ihr Vater ist Industriemeister ihre Mutter Blumenbinderin. Sie besuchte das Humboldt-Gymnasium Karlsruhe und machte nach dem Abitur eine Ausbildung zur Marketing-Assistentin. Im Alter von 26 begann sie drei Jahren Schauspielschule an der Filmakademie in München. Sie lebt als Schauspielerin und Regisseurin seit 2011 wieder in Karlsruhe. Viele Projekte realisiert sie mit ihrem Partner Oliver Langewitz.

 

Nur kleine Rollen für Fächerstadt

Wenn Tatort-Kommissarin Lena Odenthal in Ludwigshafen ermittelt, werden längst nicht alle Außenszenen in der Industriestadt am Rhein gedreht. Die Filmemacher vom SWR nutzen gerne Schauplätze in jener Großstadt, die genau zwischen den Studios in Baden-Baden und dem „Tatort“ liegen. Also Karlsruhe. Da diente schon einmal das alte Tullabad als Kulisse für einen spektakulären Unfall mit Auto und auf dem Hauptfriedhof spielte das Polizeimusikkorps Karlsruhe in anderen Uniformen zu einer Beerdigung.
Aber die Fächerstadt als erkennbarer, benannter Ort, nicht für eine Dokumentation , sondern einen unterhaltenden Fernsehfilm, oder gar eine Serie? Keine Chance gegen „Hotel Heidelberg“ oder den Fallerhof bei Furtwangen. Bislang.

Karlsruhe Film abgedreht

„Man muss nur damit anfangen und dann auch noch das nutzen, was es an Geschichten aus der Karlsruher Geschichte gibt“, sagte sich Nadine Knobloch und machte sich an die Filmarbeit. Für ein Herzensprojekt Eine verfilmte Mystery-Story aus ihrer Heimatstadt. Mit Original-Drehbuch von ihr und Andreas Frey. Mit dem Titel „Der Zirkel“. Mit Drehs im Schlosshotel, in der Aurum-Bar auf dem Alten Schlachthof, mit alten Gebäuden aus Durlach und einem Antiquitätenladen, natürlich in der Fachmeile Herrenstraße.
Dort im Geschäft von Sabine Fey arbeitet eine Hauptfigur des Streifens, der eigentbrötlerische Ladenbesitzer Tom. Gespielt wird er von Erik Rastetter, der im Vorjahr noch zusagte, bevor er künstlerischer Leiter des „neuen“ Sandkorn wurde. Die etwas unglückliche Bürofrau Helena, verkörpert von Nadine Knobloch selbst, ist Toms Nachbarin. Der Antiquitätenhändler hat noch einen alten Freund Anton, der als erfolgreicher Geschäftsmann im Jaguar mal wieder nach Karlsruhe zurückkehr und von Torsten Eikmeier (bekannt als „Macho Man“) gespielt wird. Anton zeigt Tom ein geheimnisvolles Ding. Dieses Artefakt führt in die Historie der Stadt und löst gefährliche Verwicklungen für die heutigen Figuren aus.

Pilotfilm „Der Zirkel“

„Die Anfangsszene spielt im Karlsruhe des 17. Jahrhunderts, dann wechseln wird zur Gegenwart, wo auch jede Menge komödiantische Elemente mit dabei sind“, beschreibt Knobloch die 30 Minuten von „Der Zirkel“. Da Filmplakat zeigt denn auch einen zweigeteilten Kreis mit dem Fächerstrahl früher und heute. „Der Zirkel“ ist ein Pílotfilm, der wohl im April oder Mai, nach den „Independent Days“, in einem Karlsruher Kino zeigt wird. Wie viele Streifen des Filmfestivals „Independant Days“ ist „Der Zirkel“ eine Low-Budget-Produktion, also ein Projekt mit geringen Kosten, in diesem Fall rund 10 000 Euro. Mittel des Filmboard, der Stadt, Eigenmittel der Macher sowie Sponsoring von Firmen ermöglichen es, Sach- und Personalkosten zu stemmen. Pro Minute Film ist eine Seite Drehbuch zu schreiben. Autorin Nadine Knobloch hat nicht nur die ersten 30 Seiten fertig, sondern bereits zwei von vier geplanten Fortsetzungen des geheimnisvollen Zirkels.