Seit zwei Spielzeiten führt er das Junge Staatstheater in Karlsruhe: Otto A. Thoß. Er war zuvor in Weimar tätig. Das aktuelle Märchenstück „Aschenputtel“ inszeniert er mit witzigen Effekten und viel Musik. | Foto: lie

Chef des Jungen Staatstheaters

Nah dran am Publikum

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Atemlos durch den Wald“ singen die fünf Akteure im „Aschenputtel“ am Badischen Staatstheater. Oder auch „Aber bitte mit Ballkleid“. Die jungen Besucher dürften auch heute um 11 Uhr bei den eingängigen Schlagermelodien kräftig mitklatschen und die Schauspieler bejubeln. Ein moderner, effekt- und liedreicher Spaß sowie eine nachhaltige Erzählung ist das diesjährige Märchenstück im Kleinen Haus. Aber keine Nacherzählung vor der Kulisse eines bekannten Renaissancebaus auf Karlsruher Gemarkung. Haupttext und Regie stammen von Otto A. Thoß, dem Leiter des Jungen Staatstheaters.

Von Weimar nach Karlsruhe

„Wenn wir an Sonntagen spielen und ich dabei bin, genieße ich die Vorstellungen, auch in unserer Hauptspielstätte der Insel, wie die Gespräche mit dem Publikum nach jeder Vorstellung. Büroarbeit mache ich dann nicht. Der Rest des Tages gehört mir für häuslichen Erledigungen“, erzählt Thoß. Er ist mit 29 Jahren noch jung, am Theater mit zwei Spielzeiten Erfahrung jedoch schon gewisser „alter Hase“ unter den Spartenleitern. Zu seinem Team gehören sechs Schauspielerinnen und Schauspieler, drei Pädagogen und weitere Mitarbeiter. „Beim Kinder- und Jugendtheater sind wir besonders nah dran am Publikum. Wir gehen ja auch in Schulen und Kindergärten, bis nach Achern und in die Pfalz. In dieser Sparte wird schneller verändert und neue Formen ausprobiert.“

Mit den Großeltern ins Theater

Lust am Theater zeigte der sächsische Vogtländern bereits auf der Familienbühne in kindlichen Stücken für Marionetten. Die Großeltern nahmen ihn ab dem Alter von zehn mit ins Theater Plauen-Zwickau. Und der Berufsweg nach dem Musikgymnasium Markneukirchen, wo er sich heute noch einbringt, früh fest.
Der Mann mit den familiären Traditionsvornamen Otto Albrecht nahm sich Theaterprojekten für alle Altersgruppen bis 18 an. In seiner vierjährigen Zeit am Deutschen Nationaltheater Weimar rief er Inszenierungen in benachteiligten Stadtteilen ins Leben. „Existenzsorgen und ob man aus dem Osten kommt, spielen dort eine große Rolle. In Karlsruhe werde ich aber nirgends als „Ossi“ wahrgenommen“.

Freilichtkino schätzen gelernt

Den Sommerurlaub verbrachte er meist in der Stadt, wo er das Freilichtkino bei Schloss Gottesaue und die Baggerseen schätzen lernte. In Baden machte der Mann ständiger kreativer Gedanken einen Karriereschritt und bleibt dennoch direkt an der Bühne aktiv. Bei sechs Premieren der Spielzeit führt er dreimal Regie- Er freut sich bereits aufs Musical „Hedwig“, die Uraufführung „Fuckfisch“ und auf jede Nachbesprechung mit Kindern und Familien. „Wir wollen ein Ort sein, wo man sich einfach gern aufhält.“

 

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Aus der Nähe von Plauem im sächsischen Vogtland stammt der 1989 geborene Otto A. Thoß. Er besuchte das Musikgymnasium Marktneukirchen und studierte Theaterpädagogig sowie Dramaturgie für Theater, Film und Neue Medien in Lingen sowie Ludwigsburg. In Weimar war er vier Jahre lang Leiter des Jungen Deutschen Nationaltheaters sowie vieler kleinr und großer Projekte. Seit zwei Spielzeiten leitet er das Junge Staatstheater Karlsruhe. Dessen Programm findet sich hier  http://www.staatstheater.karlsruhe.de/programm/junges_staatstheater/