Staunende Blicke: Carlo Knast, Alexandru Nichersu und seine Tochter Anna-Maria (von links nach rechts) gehören zu den ersten Gästen nach der Wiedereröffnung des Naturkundemuseums in Karlsruhe. Im gesamten Gebäude sind maximal 50 Personen gleichzeitig erlaubt. Das Aufsichtspersonal soll das regelmäßig kontrollieren. | Foto: jodo

Besuchergrenze und Mundschutz

Naturkunde- und Landesmuseum öffnen ihre Pforten nach Corona-Schließung

Anzeige

Das Naturkunde- und Landesmuseum sind nach der Corona-Schließung wieder geöffnet. Teile der Ausstellung können mit Mundschutz und unter Einhaltung der Richtlinien begangen werden. Große Besuchermassen bleiben am Dienstag aber aus.

Die beiden Dreijährigen Anna-Maria Nichersu und Carlo Knast stehen staunend vor dem großen Modell eines Buckelwals im Karlsruher Naturkundemuseum. Alexandru Nichersu liest den Kindern einen Infotext vor. Sie lauschen gebannt. Dann geht es weiter – vorbei an einem roten Absperrband, an Bodenmarkierungen und an Aufsichtspersonen.

Mehr zum Thema: Giftige Krabbe knabbert jahrelang am Korallenriff im Karlsruher Naturkundemuseum

Maximal 50 Besucher gleichzeitig

Am ersten Tag nach der Corona-Schließung gelten im Naturkundemuseum besondere Richtlinien. Neben den gängigen Hygiene- und Abstandsregeln dürfen maximal 50 Besucher gleichzeitig im Gebäude sein. Aufsichtspersonen zählen in den einzelnen Räumen nach. Zudem ist nur die Hälfte der Museumsfläche geöffnet. Dazu gehört auch die Sonderausstellung „Planet 3.0 – Klima.Leben.Zukunft“, die bis zum 2. August verlängert wird. Die Maskenpflicht wird schon am Eingang kontrolliert.

Kinder unter sechs Jahren brauchen keinen Gesichtsschutz

Kinder unter sechs Jahren müssen aber keinen Gesichtsschutz tragen – so auch Anna-Maria und Carlo. Alexandru Nichersu ist mit den Dreijährigen direkt hergekommen, um die Ausstellung nach der Wiedereröffnung zu sehen. „Die Kinder brauchen das einfach“, erklärt Nichersu. Er wohnt in Karlsruhe und war auch vor der Pandemie häufiger mit seiner Tochter Anna-Maria im Museum.

Im Voraus hat Nichersu gezielt im Internet nachgeschaut, um die Wiedereröffnung nicht zu verpassen. Neben der Sonderausstellung „Planet 3.0“ führt der Weg auch durch die Dauerausstellungen „Vivarium“ und „Form und Funktion – Vorbild Natur“.

Ich war früher schon in der sechsten Stufe mit der Schulklasse hier.

René Bauer, Museumsbesucher aus Reutlingen

René Bauer hat den weiten Weg aus Reutlingen auf sich genommen, um ins Naturkundemuseum zu kommen. Aufgrund von Kurzarbeit verbringt er den freien Tag in Karlsruhe – seiner alten Heimat. „Ich war früher schon in der sechsten Stufe mit der Schulklasse hier“, sagt Bauer.

Mehr zum Thema: Seltener Schaukelfisch zieht ins Naturkundemuseum Karlsruhe

Führungen finden nicht statt

Die Besucher müssen wegen der Corona-Krise momentan auf Führungen im Naturkundemuseum verzichten. Das hält Klaus Garder und Franka Fitzner aber nicht von einem Rundgang ab. Sie erkunden die Ausstellung auf eigene Faust und schlendern an einem riesigen Insektenmodell vorbei. „Die Gesichtsmaske ist schon etwas unangenehm. Ich finde, die Ausstellung kann man aber trotzdem genießen“, erklärt Garder.

Er und seine Partnerin sind über einen Aushang im Eingangsbereich auf die Wiedereröffnung aufmerksam geworden. Die beiden Karlsruher gehen ansonsten selten in Museen. Am Dienstag nutzen sie ihren Urlaubstag, um mit dem ermäßigten Eintrittspreis ins Museum zu gehen.

Landesmuseum kann kostenlos besichtigt werden

Das Badische Landesmuseum kann in den ersten Wochen nach der Öffnung kostenlos besichtigt werden. Die Räume des Schlosses begrüßen am Dienstag ebenfalls die ersten Besucher nach der Corona-Pause. Es gilt eine Besucherbeschränkung von maximal 70 Menschen zur gleichen Zeit. Sowohl im Landes- als auch im Naturkundemuseum gibt es kein Zeitlimit für den Aufenthalt.

Zudem sind neben den Hygieneregeln auch weitere Richtlinien der beiden Einrichtungen deckungsgleich: Es dürfen maximal zwei Personen aus verschiedenen Haushalten oder eine Familie gemeinsam eintreten. Weiter führt eine Art Einbahnstraße durch die Räume. Die Besucher gelangen auf einer geführten Strecke vom Eingang zum Ausgang.

Auch interessant: Ladesäulen für E-Autos sind in Karlsruhe das Nadelöhr

Große Besuchermassen bleiben aus

Meike Maciejewski aus Karlsbad schlendert im ersten Obergeschoss durch die Mittelalter-Ausstellung. Sie hat frei und möchte danach noch im botanischen Garten vorbeischauen. Zuvor holte sie sich Informationen im Internet zu den Öffnungszeiten und den besonderen Richtlinien wegen der Corona-Krise. Die sind auch in jedem Raum sichtbar. Auf einer Bank soll etwa rotes Absperrband verhindern, dass Menschen zu nah beieinander sitzen.

„Zu den Statuen braucht man glücklicherweise keinen Sicherheitsabstand“, sagt Maciejewski. Sie fühle sich wohler, mit der Gesichtsmaske durch das weitläufige Museum zu laufen als etwa durch ein großes Einkaufshaus. Trotz der besonderen Eintrittspreise bleiben in beiden Museen große Besuchermassen am Dienstag aus.

Exklusivführungen im Landesmuseum

„An den Wochentagen ist immer weniger los“, sagt Natalia März, Pressesprecherin des Badischen Landesmuseums. So erwarte sie am Wochenende mehr Besucher. März weist auch darauf hin, dass es erstmals kostenfreie Exklusivführungen nach vorheriger Anmeldung für bis zu vier Personen gibt.

Die enthielten auch Bereiche, die gerade nicht begehbar seien. Im Schloss ist nun ein Drittel der gesamten Fläche wieder geöffnet. Dazu zählen die Bereiche „Antike Kulturen“, „Mittelalter“ und „Renaissance“. Das Museum beim Markt sowie das Museum in der Majolika bleiben laut März weiterhin geschlossen.

Auch interessant: Für eine Entscheidung über das Denkmal Landratsamt Karlsruhe fehlen noch immer Beschlüsse

ZKM öffnet am Mittwoch

Während die Staatliche Kunsthalle am 29. Mai wieder ihre Pforten öffnet, kann das ZKM ab Mittwoch besichtigt werden. Die Städtische Galerie kann ab heute vollständig begangen werden. Das Pfinzgaumuseum in Durlach bleibt voraussichtlich noch bis Juli geschlossen. Im Heimatmuseum Stupferich steht kein genauer Öffnungs-Termin fest.