Freuen sich über den NEO 2018 (v.l.n.r.) Ascan Egerer, Alexander Pischon und Marius Zöllner.
Freuen sich über den NEO 2018 (v.l.n.r.) Ascan Egerer, Alexander Pischon und Marius Zöllner. | Foto: TRK/Deck

Sonderpreis für Quartiersprojekt

EVA-Shuttle-Busse gewinnen NEO 2018: KVV und FZI erhalten den Innovationspreis

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Der Karlsruher Verkehrsverbund und das Forschungszentrum Informatik haben für das Projekt „Mobilitätsfördernde Zukunftsquartiere durch integrierte ÖPNV-EVA-Shuttle Busse““ in der Akademiebühne Baden-Baden den Innovationspreis der Technologieregion Karlsruhe „NEO2018“ erhalten. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird seit 2010 vergeben.

Er zeichnet konkrete Innovationen aus und schließt damit eine wichtige Lücke zwischen noch nicht umgesetzten Ideen und Preisen für etablierte Produkte oder Dienstleistungen.

Sonderpreis für Quartiersprojekt

Erstmals wurde am Donnerstagabend auch ein Sonderpreis vergeben, der an den Badischen Landesverein für Innere Mission und das Projekt „Quartiersprojekt Miteinander leben in der Südweststadt“ geht.

Thema Zukunftsquartiere

Der Preis wurde in diesem Jahr zum Thema Zukunftsquartiere ausgelobt. „Die Entwicklungen bei den Quartieren der Zukunft sind in den letzten Jahren beeindruckend und ohne die Kernkompetenzen in der Region in Mobilität, Energie und Digitalisierung kaum denkbar“, sagt Karlsruhes OB Frank Mentrup bei seiner Begrüßung. Insbesondere die Innovationen der Partner, die zum Gelingen der Energie- und Mobilitätswende beitragen, seien für die Quartiersentwicklung der Zukunft hervorzuheben.

„Der NEO ist jedes Jahr ein Highlight im Innovationskalender der Region“, so Jochen Ehlgötz, Geschäftsführer der Technologieregion Karlsruhe GmbH, „Schritt für Schritt ist es unser Ziel, diesen Preis auch bundesweit zu positionieren, so soll der NEO den Ruf der TechnologieRegion als Innovationsmotor in Deutschland in den Bereichen Digitalisierung, Mobilität und Energie weiter stärken.

Die Preisträger

Die VBK – Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH mit ihrem Projekt: „Mobilitätsfördernde Zukunftsquartiere durch integrierte ÖPNV‐EVA‐Shuttle-Busse“.

In einem mobilitätsfördernden Zukunftsquartier wird die Bündelungsfunktion des bewährten ÖPNV mit der Bündelungsfunktion vernetzter und autonom fahrender Elektro-Mini-Omnibusse kombiniert. Dadurch entsteht im Stadtquartier ein neuartiges ÖPNV-Mobilitätskonzept, indem die erste und letzte Meile zur Attraktivitätssteigerung des gesamten ÖPNV per App bedarfsgerecht erschlossen wird. Die Mobilitätskette im ÖPNV wird durch autonom fahrende Elektro-Mini-Omnibusse zwischen der Haustür und dem ersten Mobilitätsknotenpunkt (zum Beispiel der Straßenbahnhaltestelle) im Sinne eines ÖPNV-Zubringersystems vollendet. Das Stadtquartier wird dadurch barrierefrei.

Der EVA-Bus.
Der EVA-Bus. | Foto: KVV

Der Badische Landesverein für Innere Mission mit ihrem Projekt: „Miteinander leben in der Südweststadt“
Das Quartiersprojekt Südweststadt fördert das „Miteinander“ in der Karlsruher Südweststadt. Ein dichtes Netzwerk der Nachbarschaft, ein tragfähiges Beziehungs- und Unterstützungsnetz zwischen Jung und Alt, entsteht. Das Quartiersprojekt bietet aktuell mit fast 30 ehrenamtlich getragenen Nachbarschaftsgruppen, partizipativen Plattformen wie Quartiersgesprächen und -abenden, fest angestellten Quartiersmitarbeiterinnen („Kümmerer-Funktion“) und kostenfrei nutzbaren, zentral gelegenen Räumlichkeiten (Bürgerzentrum Südweststadt und Mitmach-Laden Südwest) den Rahmen für Vernetzung, gegenseitige Unterstützung und bürgerschaftliches Engagement. So sieht urbanes „Miteinander“ für alle Generationen im 21. Jahrhundert aus.

Zentraler Treffpunkt: Das Bürgerzentrum Südweststadt im Friedensheim ist ein wichtiger Baustein des Quartiersprojektes in Karlsruhe.
Zentraler Treffpunkt: Das Bürgerzentrum Südweststadt im Friedensheim ist ein wichtiger Baustein des Quartiersprojektes in Karlsruhe. | Foto: BLV

Die Begründung der Jury für die Vergabe an den KVV und das FZI

Die Jury war sich einig, dass durch den geradezu exemplarischen integrativen Ansatz des Vorhabens über die Themenfelder Mobilität, Energie und Digitalisierung aufgezeigt wird, wie zukunftsfähige Quartiersentwicklung und damit lebendige und lebenswerter Städtebau aussehen kann. Das Konzept ist so angelegt, dass es auf bestehende Strukturen aufsetzt und eine Transformation zu innovativen Zukunftsquartieren fließend und unter Mitnahme der Menschen in den Quartieren möglich ist.

Das Bestechende an dieser intelligenten Lösung sind im Einzelnen drei Aspekte:

  • Demographie: Das Shuttle-Fahrzeug ist in engen innerstädtischen Zonen für das Gehen der letzten 1.000 Meter einsetzbar, womit es gerade für Menschen mit Einschränkungen eine wesentliche Erleichterung darstellt.
  • Verkehrsreduktion: Das Shuttle-Fahrzeug optimiert die Fahrwünsche vieler Nutzer, wodurch individuelle (Taxi)fahrten überflüssig werden, macht die Innenstadtzonen also verkehrsfreier
  • Klimaschutz: Die E-Antriebe basieren auf einer Solarstromversorgung, womit der Fahrverkehr wirklich CO2-frei wird.

Hinzu kommt, dass die Lösung marktgängig und für Kommunen und Bauträger finanzierbar ist.

Begründung der Jury für die Vergabe eines Sonderpreises an den Badischen Landesverein für Innere Mission

Die Jury möchte mit dem Sonderpreis – neben der Würdigung des Engagements des Vereins – insbesondere zum Ausdruck bringen, dass technologische Entwicklungen für die Zukunftsfähigkeit von Quartieren zwar ein Aspekt sind. Genauso, wenn nicht noch bedeutsamer, ist es aber, Strukturen zu entwickeln, mit denen die Kommunikation zwischen den Institutionen der Stadtentwicklung und -verwaltung und den Bürgerinnen und Bürger ermöglicht wird. eine Solche „sozialen Infrastrukturen“ sichern die unmittelbare Beteiligung an der Weiterentwicklung des unmittelbaren Stadtteilumfeldes und bedingen dadurch ein hohes Maß an Identifikation und Lebensqualität in „meinem Stadtteil“. (bnn/tra)

Die BNN haben in ihrer wöchentlichen Wissenschaftsreihe die vier Finalisten, zu denen auch das KIT in Zusammenarbeit mit dem Energieversorger Energie Südwest AG mit ihrem Projekt: „Landau Microgrid Projekt (LAMP)“ und die BES Badische Energie‐Servicegesellschaft mit ihrem Projekt: „Strom Community“ gehören, ausführlich vorgestellt. Mehr dazu im Digitalangebot der BNN.