Viel Positives kann Rolf Fluhrer, Projektleiter der Kinderspielstadt Karlopolis, der neuen Umgebung im Otto-Dullenkopf-Park abgewinnen.
Viel Positives kann Rolf Fluhrer, Projektleiter der Kinderspielstadt Karlopolis, der neuen Umgebung im Otto-Dullenkopf-Park abgewinnen. | Foto: Jörg Donecker

Karlopolis zieht um

„Neues Areal im Herzen der Stadt“

Anzeige

Von einem Schloss zum nächsten: Die Kinderspielstadt Karlopolis zieht um und verlässt das gewohnte Quartier in Richtung Schlachthof-Areal. Als Experten-Team für den Beruf „Zeitung“ werden auch die Badischen Neuesten Nachrichten wieder dabei sein. Das neue Zuhause liegt im Otto-Dullenkopf-Park, erzählt Projektleiter Rolf Fluhrer vom Stadtjugendausschuss. Über die Veränderungen hat er mit BNN-Redaktionsmitglied Janina Keller gesprochen.

Die Zelte von Karlopolis werden in diesem Sommer an einem anderen Ort aufgeschlagen. Wieso das?

Fluhrer: Die Entscheidung wurde uns im Herbst letzten Jahres von der Schlossgartenverwaltung mitgeteilt. Sie haben erklärt, dass das Gelände saniert werden müsste, da speziell das vorhandene Wasser nicht als Trinkwasser verwendet werden kann.

Wurde das Wasser zuvor für die Spielstadt genutzt?

Fluhrer: Nein, wir haben Wasser vom städtischen Wassernetz bezogen. Was sicher auch zur Entscheidung beigetragen hat, war der Umstand, dass durch den starken Regen im vergangenen Jahr Spuren auf dem Boden entstanden sind. Denn die Kinder sind auch bei diesem Wetter über das Gelände gerannt – das ist normal. Der Verwaltung hat dieser Zustand nicht behagt. Außerdem hat man mir gesagt, man wolle im Schlossgarten vorübergehend keine Veranstaltungen mehr machen. Das Mittelalter-Festival darf aber dennoch dort stattfinden.

Wären Sie gerne im alten Areal geblieben oder gibt es auch Begeisterung für das neue?

Fluhrer: Wir hatten uns im Schlossgarten etabliert und es gab eine bekannte Infrastruktur. Außerdem hätten wir in unserer pädagogischen Entwicklung einfach weitermachen können. Als Alternative ist nur der Otto-Dullenkopf-Park geblieben.

Also haben Sie und das Team sich mit dem Umzug angefreundet?

Fluhrer: Ja, wir haben den Schlossgarten abgehakt. Einer der großen Vorteile im Otto-Dullenkopf-Park ist, dass direkt am Gelände eine Straßenbahnhaltestelle ist.

Gibt es weitere positive Aspekte?

Fluhrer: Es findet unter anderem kein Durchgangsverkehr statt, um den man sich Sorgen machen muss. Das neue Areal ist im Herzen der Stadt. Gut ist auch die Anbindung an das Schlachthof-Gelände. Dort gibt es verschiedene Werkstätten, die uns vielleicht unterstützen können. Als Notquartier bei Unwetter dürfen wir im Tollhaus unterkommen. Bis jetzt erfahren wir rund um den neuen Standort Zustimmung und Unterstützung.

Haben Sie Bedenken, dass sich etwa Firmen vom Schlachthof-Areal beschweren könnten?

Fluhrer: Wegen des Lärms? Es kann natürlich immer sein, dass sich dort jemand findet, den das stört. Aber ich glaube, damit wird man sich mit Blick auf künftige Veranstaltungen abfinden müssen.

Verändert sich das Projekt durch den Umzug?

Fluhrer: Der uns zur Verfügung stehende Platz wird etwas größer sein als zuvor. Zudem geben wir Karlopolis eine Fächer-Struktur, wie Karlsruhe sie auch hat.

Die Stadt zieht um: Die Kinder haben in Karlopolis nicht länger den Schlossturm im Blick.
Die Stadt zieht um: Die Kinder haben in Karlopolis nicht länger den Schlossturm im Blick. | Foto: Jörg Donecker (Archivfoto)

Wird das benachbarte Gelände vom Zirkus Maccaroni integriert?

Fluhrer: Diese Frage habe ich schon öfter gehört. Die Gefahr besteht, dass sich mit dem Umzug die beiden Marken vermischen. Das wollen wir vermeiden. Deswegen liegt das Areal so weit wie möglich entfernt vom Zirkus.

Karlopolis ist ja eine kleine Erfolgsgeschichte …

Fluhrer: Wenn man sich bewusst macht, dass der Ausgangspunkt für das Projekt der Stadtgeburtstag 2015 war und von damals 300 Projekten noch zwei übrig sind, können wir als Team stolz sein. Als maßgebliche Unterstützerin war daran die Geschäftsführerin Elisabeth Peitzmeier beteiligt. Ich glaube, wir haben mittlerweile ein sehr gutes Renommee. Auch in diesem Jahr waren wir wieder rasend schnell ausverkauft.

Wie lange hat es gedauert, bis alle Plätze vergriffen waren?

Fluhrer: Wir haben erstmals umgestellt auf Online-Anmeldungen. Die 640 Plätze waren etwa innerhalb einer Stunde ausverkauft.

Wie weit sind die Vorbereitungen bereits?

Fluhrer: Knapp 90 Prozent haben wir bereits geschafft. Aber viele Kleinigkeiten müssen noch erledigt werden. Der Aufbau hat bereits begonnen. Wir werden eine richtige Wasser-Infrastruktur aufbauen, das heißt, es gibt verschiedene Stellen mit fließendem Trinkwasser.

Ist die Zusage für Karlopolis im Otto-Dullenkopf-Park begrenzt?

Fluhrer: Das Gartenbauamt sieht den Umzug bisher wohlwollend und unterstützt uns sehr. Im Anschluss wird man Bilanz ziehen und sehen, ob es dort für uns weitergeht. Aber ich bin zuversichtlich.

Wie steht es um die Zukunft der Kinderspielstadt?

Fluhrer: Es war unser Ziel, das Projekt langfristig zu etablieren. Wenn nichts Gravierendes passiert, werden wir das weiterhin so verfolgen.