Sie leitet die Opernsparte am Badischen Staatstheater: Nicole Braunger stammt aus Wien und arbeitet seit 2018 in Karlsruhe. Zuvor war sie selbst Sängerin und arbeitete für Künstleragenturen. | Foto: Felix Grünschloß

Erstmals eine Operndirektorin

Nicole Braunger in der Theaterfamilie

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Die Liebe zur Oper kann auf viele Arten gelebt werden. Wer in Wien aufwächst wie Nicole Braunger und einen musikbegeisterten Großmutter hat, kommt früh mit dem Theater in Berührung. Und entflammt dafür, selbst auf der Bühne zu stehen. Nach dem Abitur wurde Braunger selbst Sängerin durch umfassende Ausbildung in ihrer Heimatstadt. Vier Spielzeiten lang lebte sie dann auf der Bühne ihre Hingabe zum Musiktheater. Als Sopranistin stand sie am Staatstheater in Schwerin unter Vertrag.

Von der Sängerin zur Künstleragentin

Aber künstlerische Karrieren sind kein Selbstläufer. Würde sie alle Anforderungen an ihre Stimme erfüllen können, fragte sich Braunger. Sie wechselte vom Spielfeld an eine einflussreiche Position an der Seite des musikalischen Hochleistungssports – als Künstleragentin. Zuletzt vertrat sie bei der weltweit führenden Agentur Arsis namhafte Regisseure wie Harry Kupfer oder Keith Warner. „Mit vielen Reisen und Stationen in anderen Ländern war dieser Beruf verbunden. Ich arbeitete von Wien, Berlin, Gent oder den USA aus“, erzählt Braunger. Dann kam der Ruf aus Karlsruhe, diese Kontakte zu den internationalen Protagonisten auf und hinter der Bühne ins Badische Staatstheater einzubringen. Dort amtiert nun erstmals eine Operndirektorin.

„Feste der schönen Stimmen“ gewünscht

Das Ensemble zu pflegen, große Stimmen als Gäste gewinnen oder die kreativsten Menschen für Bühnenbild, Kostüme und Regie – das gehört ebenso zu ihren Aufgaben wie Ideen fürs Repertoire und deren Umsetzung zu entwickeln. Wiederholt nennt die elegante Österreicherin das Stichwort „Theaterfamilie“, in der etwas kontinuierlich aufzubauen sei. An Pfingsten haben „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach in der Inszenierung von Floris Visser Premiere. Eben diesen niederländischen Regisseur präsentiert Nicole Braunger für Mozarts „Don Giovanni“ in der nächsten Spielzeit. Für die Wienerin ein „unvergleichliches Stück“. Überhaupt möchte sie „Feste der schönsten Stimmen“ erzeugen.

Die Stille und das Wasser

Im Musikdrama steckt trotzdem noch viel mehr. „Die Oper hat sich immer schon die neuesten Techniken zu eigen gemacht. Deshalb steht unsere Reihe ,Oper und Medienkunst‘ in guter Tradition. Im Januar 2020 präsentieren wir Puccinis ,Turandot‘ mit Videoanimationen des russischen Kollektivs AES + F.“ Vier Premieren plus eine obligatorische Operette („Die Lustige Witwe“) hat Braunger in der kommenden Spielzeit anzubieten. Wenn sie mal gerade nicht die arbeitsreiche Liebe zur Oper pflegt, taucht die Spartenleiterin am liebsten in Stille und das Wasser ein. Deshalb hat sie schnell das Sonnenbad als einen Karlsruher Lieblingsplatz entdeckt.

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Seit dem Herbst 2018 ist Nicole Braunger Operndirektorin am Badischen Staatstheater. Sie wurde in Mödling bei Wien geboren und studierte nach dem Abitur Sologesang am Konservatorium Wien und an der dortigen Universität für Musik und darstellende Kunst. Fünf Jahre wirkte sie als Sopranistin am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin. Dann arbeitete sie bei renommierten Künstleragenturen und kam 2018 als Operndirektorin nach Karlsruhe.