Positiver Trend: In der Region um Karlsruhe, Pforzheim, Rastatt und Achern gehen die im Labor bestätigten Infektionsfälle deutlich zurück. Komplett ist das Coronavirus aber noch aus keinem Landkreis verschwunden. | Foto: Murat/dpa

Trotz sinkender Fallzahlen

Noch kein corona-freier Landkreis in der Region um Karlsruhe, Pforzheim, Rastatt und Achern

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Die Region rund um Karlsruhe, Pforzheim, Rastatt und Achern verzeichnet trotz Lockerungen einen deutlichen Rückgang der Infektionszahlen. Völlig verschwunden ist das Virus aber nicht. In jedem Landkreis gibt es noch Infizierte, weshalb die Gesundheitsämter appellieren, vorsichtig zu bleiben.

Während die Südpfalz mit den Kreisen Germersheim, Südliche Weinstraße und der Stadt Landau seit sieben Tagen als corona-frei gilt, vermelden die rechtsrheinischen Landkreise noch aktive Fälle (Stand: 12. Juni, 14 Uhr).

Im Stadt- und Landkreis Karlsruhe insgesamt 37 Infizierte

Das Gesundheitsamt in Karlsuhe erfasst die Fälle für den Landkreis und die Stadt. Zusammen sind derzeit insgesamt 37 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Davon sind die meisten Erkrankten aus dem Stadtkreis Karlsruhe (neun), aus Ettlingen (sieben), Stutensee (fünf) und Bruchsal (vier). 21 Gemeinden, darunter etwa Hambrücken im Norden und Malsch im Süden, melden aktuell keinen Covid-19-Fall.

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Mit Stand vom vergangenen Mittwoch befanden sich sechs Patienten in stationärer Behandlung, 106 Kontaktpersonen von Infizierten waren vorsorglich in Quarantäne. Neben dem Lockdown führt das Landratsamt die rückläufigen Fallzahlen auf die verbesserten Hygienekonzepte in Pflegeeinrichtungen zurück. Insbesondere in Bretten, Stutensee und Walzbachtal war es hier im März und April zu größeren Ausbrüchen gekommen.

Kein Grund zur Nachlässigkeit im Landkreis Rastatt

Zwölf aktive Covid-19-Fälle meldet der Landkreis Rastatt, vier davon kamen an Fronleichnam hinzu. Im Stadtkreis Baden-Baden, dessen Zahlen ebenfalls vom Landratsamt Rastatt angegeben werden, sind weitere vier Menschen momentan am Coronavirus erkrankt. Zahlen zu Kontaktpersonen in Quarantäne werden nicht genannt.

Wir müssen die Situation weiter genau beobachten, um die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Jan Ulrich Krahl, Leiter des Rastatter Gesundheitsamtes

Für Jan Ulrich Krahl, Leiter des Rastatter Gesundheitsamtes, sind die geringen Fallzahlen noch kein Grund zur Nachlässigkeit. „Wir müssen die Situation weiter genau beobachten, um die richtigen Schlüsse zu ziehen.“

Abstands- und Hygieneregeln in Pforzheim und dem Enzkreis „effektiver als erhofft“

„Durch den sehr frühen Lockdown wurde die Welle erfolgreich abgeschwächt“, lässt das Gesundheitsamt des Enzkreises verlauten. Den Rückgang der Infektionen führt man auch darauf zurück, dass die Abstands- und Hygieneregeln „offenbar effektiver als erhofft“ seien. In Zahlen bedeutet das konkret: 20 Personen sind derzeit noch in Pforzheim infiziert, 15 sind es im Enzkreis. Zwölf Patienten müssen in Krankenhäusern behandelt werden, während sich die weiteren 23 in Quarantäne befinden. Ebenfalls unter Beobachtung stehen 54 Kontaktpersonen.

Ortenaukreis: Noch zehn Menschen an Covid-19 erkrankt

Keine neuen Corona-Fälle vermeldete der Ortenaukreis am Freitag. Die Zahl der aktuell Infizierten beträgt damit zehn. Am vergangenen Mittwoch war eine Person in stationärer Behandlung. 36 Menschen befanden sich in Quarantäne, darunter 24 Kontaktpersonen.

Das könnte auch eine gefährliche Ruhe sein.

Evelyn Bressau, Leiterin des Gesundheitsamtes in Offenburg

Eine Erklärung, weshalb die Infektionszahlen trotz Lockerungen niedrig bleiben, gebe es nicht, sagt Evelyn Bressau, Leiterin des Gesundheitsamtes in Offenburg. „Das könnte auch eine gefährliche Ruhe sein.“ Momentan sei die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung im öffentlichen Raum allerdings sehr gering.