Bitte nicht nachmachen, dieses Bild ist natürlich nur gestellt. Leider benutzen aber immer noch viel zu viele Autofahrer ihr Smartphone während der Fahrt. | Foto: dpa

Sie sind leider überall

Obama und die „Handy-Flegel“

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„Handy-Flegel treiben Obama in Wutanfall“ titelte unlängst ein großes deutsches Boulevard-Blatt und neidlos muss man anerkennen, dass das Wort „Handy-Flegel“ eine wirklich schöne Wort-Kreation ist, die viel häufiger benutzt werden sollte. Als „Handy-Flegel“ könnte man beispielsweise jenen Autofahrer bezeichnen, der am Freitag in Karlsruhe-Neureut mit etwa 60 Sachen über einen Zebrastreifen brauste, den gerade eine Mutter mit Kinderwagen überqueren wollte. Leider konnte er die Frau nicht sehen, da er mit der linken Hand das Smartphone vors Gesicht hielt und mit der rechten vermutlich eine SMS-Nachricht tippte. Wie durch ein Wunder kam es nicht zur Kollision, die Frau konnte gerade noch rechtzeitig anhalten.

Schlechte Musik aus scheppernden Geräten

„Handy-Flegel“ trifft man (leider) überall an: Im Ruheabteil des ICE brüllen sie ihre geschäftlichen Nichtigkeiten ins Smartphone, mitten in der Fußgängerzone sondern sie ungeniert Smalltalk in ihre Telefone ab und in der Straßenbahn dröhnt schlechte Musik aus ihren scheppernden Geräten. Wenn wenigstens nur ein einziges Mal gute Musik laufen würde! Aber nein, es muss immer Rap oder HipHop sein. Immer!

Sie werden immer jünger

Was auch auffällt: Die „Handy-Flegel“ werden immer jünger. Doch damit könnte bald Schluss sein, zumindest dann, wenn Eltern diese alarmierende Meldung lesen: Eine übermäßige Nutzung von Smartphones, Tablets und Computern im frühen Kindesalter führt nach Angaben von Augenärzten zu mehr Kurzsichtigkeit. Bei Kindern unter drei Jahren führe ein häufiges Starren auf nahe Computerbildschirme zu einem Wachsen des Augapfels und damit zu einem längeren Auge, meldet die Gesellschaft für Augenheilkunde. Für Vier- bis Sechsjährige empfehlen die Augen-Experten deshalb maximal 30 Minuten vor Computern oder anderen Geräten mit Bildschirm.

„Ich spreche mit euch, junge Leute“

Übrigens: Die „Handy-Flegel“, um die es eingangs ging, hatten während einer Rede des ehemaligen US-Präsidenten in Philadelphia lieber auf ihre Handys geglotzt, als dem ehemals mächtigsten Mann der Welt aufmerksam zu lauschen. Was Obama so wütend machte, dass er wütend rief: „Ich spreche mit euch, junge Leute. Euch! Passt auf!“ Ob die jungen Leute die Tirade überhaupt mitbekamen, ist nicht sicher. Der größte Teil von ihnen hatte wahrscheinlich Kopfhörer im Ohr und hörte schlechte Musik.