Oliver Kahn
Wunschkandidat von Uli Hoeneß als kommender Vorstandsvorsitzender: Der ehemalige Bayernprofi Oliver Kahn. | Foto: Andreas Gebert/dpa

Nachfolger von Rummenigge

Oliver Kahn wird Vorstandsvorsitzender von Bayern München

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Oliver Kahn wird wird von 2022 an Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG. Er wird damit Nachfolger von Karl-Heinz Rummenigge, dessen Vertrag am 31. Dezember 2021 abläuft, wie es am Freitag in einer Mitteilung hieß.

Bereits zum 1. Januar 2020 soll der gebürtige Karlsruher und frühere KSC-Torwart Kahn Mitglied des Vorstandes werden. Dies sei am Donnerstag in einer Sitzung des Aufsichtsrates beschlossen worden. Kahn wird mit einem Fünfjahresvertrag ausgestattet.

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„Es ist eine große Ehre für mich, dass mir zunächst das Amt des Vorstandes und später der Vorsitz des Vorstandes der FC Bayern München AG übertragen wird. Ich bedanke mich beim Aufsichtsrat mit Uli Hoeneß an der Spitze für dieses Vertrauen“, wird der 50-jährige Kahn in der Mitteilung zitiert. Er sei dem Verein tief verbunden, der sein Leben sehr stark geprägt habe.

Hoeneß verlässt Bayern-Chefetage – aber nicht ganz

Dass Kahn zeitnah eine hohe Position beim FC Bayern einnehmen wird, wurde bereits seit längerem spekuliert. Der ehemalige Welttorhüter wurde in den vergangenen Jahren immer wieder mit einem Top-Posten beim FCB in Verbindung gebracht. Bereits im März berichtete unter anderem der Kicker über eine Engagement Kahns in München. Die offizielle Bestätigung schließt sich nahtlos daran an, dass mit Uli Hoeneß eines der beiden Bayern-Alphatiere die Spitze des Vereins noch in diesem Jahr verlassen wird.

Der Wurstfabrikant und Bayern-Macher erklärte am Donnerstag seinen Rückzug aus der Chefetage. Hoeneß soll aber weiter Teil des Aufsichtsrats sein – zumindest bis 2023 auch dieses Berufung ausläuft.

Bei der entscheidenden Sitzung am Donnerstag in der Allianz-Arena war auch Aufsichtsrat Herbert Hainer (Ex-Adidas-Chef) anwesend. Der 65-Jährige soll Hoeneß als Aufsichtsratschef und Präsident folgen. Die offizielle Nominierung steht bereits aus.

Kahn soll die „perfekte“ Lösung sein

„Wir sind überzeugt, dass wir in Oliver Kahn perspektivisch die perfekte Lösung für das Amt des Vorstandsvorsitzenden der FC Bayern München AG gefunden haben“, sagte Hoeneß laut der Mitteilung. Oliver Kahn kenne den Fußball sowie die Wirtschaft und er trage die DNA des FC Bayern in sich.

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Was wird aus Salihamidzic?

Unklar ist, was mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic geschieht. Der Sportdirektor des Rekordmeisters spielte mit Kahn in einigen der erfolgreichsten Jahren der Vereinsgeschichte zusammen. Der Vertrag des ehemaligen Mittelfeldspielers läuft 2020 aus. „Brazzo“, wie Salihamidzic zu seiner aktiven Zeit genannt wurde, spekuliert auf eine Beförderung. Die Bild nannte den Posten des Sportvorstandes. Kahn soll sich Medienberichten zufolge über die Arbeit der sportlichen Leitung informieren. Auch Salihamidzic soll auf dem Prüfstand stehen.

Wechsel für 4,6 Millionen D-Mark vom KSC nach München

Kahn hatte am 27. November 1987 sein Bundesliga-Debüt für den KSC gegeben (0:4 beim 1. FC Köln). Sieben Jahre später wechselte er für die damalige Torwart-Rekordablöse von 4,6 Millionen D-Mark, rund 2,35 Millionen Euro, zum FC Bayern.

Kahn wurde dort acht Mal Deutscher Meister und gewann sechs Mal den DFB-Pokal. Zudem gewann er den Weltpokal, die Champions League und den UEFA Cup.

Insgesamt absolvierte er 557 Bundesligaspiele und 86 Länderspiele. Mit der Nationalelf wurde Kahn 1996 Europameister und 2002 Vize-Weltmeister. Nach dem Ende seiner Karriere 2008 erwarb Kahn einen „Master of Business Administration“. Zudem ist er Fußballexperte des ZDF. Außerdem ist der frühere Weltklasse-Torhüter Begründer mehrerer Unternehmen, wie beispielsweise „Goalplay“ mit Sitz in München. Die Sportfirma arbeitet im Bereich der Leistungsoptimierung von Torhütern.