Die "Omas gegen Rechts" in Karlsruhe sind aus dem Wohnzimmer der Mitinitiatorin Gertrud Stihler (links) herausgewachsen. Zum ersten offiziellen Treffen kamen jetzt bereits rund 50 Interessierte ins Internationale Begegnungszentrum. | Foto: Donecker

Engagierte Senioren

„Omas gegen Rechts“ gründen Karlsruher Gruppe

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Von unserem Mitarbeiter Heinz G. Klusch

Das erste informelle Treffen der Karlsruher „Omas gegen Rechts“ hatte noch im Wohnzimmer von Gertrud Stihler stattgefunden. Die BNN-Berichte über die überparteiliche Bürgerinitiative für eine demokratische Gesellschaft und gegen Fremdenhass stießen auf große Resonanz.

Zum ersten „offiziellen“ Termin der Initiative am Dienstagabend kamen etwa 50 Interessenten ins Internationale Begegnungszentrum, um zu beraten, wie es mit dem lokalen Ableger der „Omas gegen Rechts“ weitergehen könnte. Auch einige engagierte „Opas gegen Rechts“ waren dabei.

Keine Vereinsgründung

Schon zu Beginn war sich die Runde darüber einig geworden, keinen Verein zu gründen und sich, anders als einige andere „Omas gegen Rechts“-Gruppen in Deutschland, auch nicht per Facebook zu organisieren. Die Tatsache, dass sich bereits eine Karlsruher Gruppe bei Facebook etabliert hat, stelle kein Problem dar, betonte Iris Hugelmann-Zilly: „Wir setzen uns bei Facebook für die gleichen Ziele ein, etwa die Achtung der Menschenrechte.“

Regelmäßige Treffen

Künftig werden alle Karlsruher Aktionen und Termine der „Omas gegen Rechts“ nun im Internet veröffentlicht, wobei die Namen geschützt bleiben. Zudem wird ein E-Mail-Verteiler eingerichtet. Wer will, kann auch über eine Adressenliste informiert werden. Bei regelmäßigen Treffen soll die weitere Arbeit besprochen werden. Der erste Termin wird im Februar 2019 sein. Bis dahin sollen Anstecker und Plakate, mit denen die Initiative in der Öffentlichkeit Präsenz zeigen will, vorhanden sein.

Engagement bei Aktionen

Inhaltlich wollen sich die „Omas gegen Rechts“ bei entsprechenden Aktionen engagieren. Als ersten Termin nennen sie den „Tag der Menschenrechte“ am Montag, 10. Dezember, bei dem das Aktionsbündnis „Seebrücke“ im Tollhaus dafür wirbt, Karlsruhe zu einem „sicheren Hafen“ für Flüchtlinge zu machen. 2019 will sich die Initiative an den „Wochen gegen Rassismus“ beteiligen.

Mission erfüllt

Gertrud Stihler, die das Treffen im Internationalen Begegnungszentrum moderierte, sieht ihre Mission erfüllt. „Ich habe die Sache angeschoben, und es läuft ja auch sehr gut“, sagte sie. Deshalb werde sie bei den „Omas gegen Rechts“ keine leitende Funktion übernehmen und sich wieder auf ihre Arbeit als Vorsitzende im Verein „Freunde für Fremde“ konzentrieren.

„Omas gegen Rechts“ wurden im November des vergangenen Jahres auf de sozialen Plattform Facebook gegründet. Die zivilgesellschaftliche und überparteiliche Initiative will sich in den politischen Diskurs einmischen. Ältere Frauen erheben ihre Stimme zu den Problemen und Fragestellungen der heutigen Zeit. Die Karlsruher Gruppe gründete sich im Wohnzimmer der Mitinitiatorin Gertrud Stihler.