Glücklich über das Echo der "Open Codes"-Ausstellung ist ZKM-Geschäftsführerin Christiane Riedel.
Glücklich über das Echo der "Open Codes"-Ausstellung ist ZKM-Geschäftsführerin Christiane Riedel. | Foto: Rake Hora

Codes in der Presse

„Die Medienöffentlichkeit ist eine andere“

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Tausende Besucher zieht die Ausstellung „Open Codes“ im Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe seit Monaten in die digitale Welt. Das bleibt auch in der Kunstwelt nicht unerkannt. So steht das Haus mittlerweile auf Platz sechs der wichtigsten Institutionen weltweit, erhoben beim jüngsten Ranking der Kunstdatenbank ArtFacts.Net. Über die Wirkung des Hauses und der „Codes“ sprach Christiane Riedel, Geschäftsführerin des ZKM, mit BNN-Volontärin Janina Keller.

Hat „Open Codes“ den Aufstieg des ZKM auf Platz sechs der wichtigsten Kunstinstitutionen weltweit beeinflusst?

Riedel: Formate wie Open Codes sind der Grund dafür, dass wir auf diesem Platz stehen. Dazu geführt hat unter anderem unsere ungewöhnliche und innovative Art, Ausstellungen mit Themen zu machen, die sonst nicht so behandelt werden. Da spielt natürlich Digitalisierung eine große Rolle.

Welche Faktoren haben noch dazu beigetragen?

Riedel: Wir sind international sehr präsent. Momentan zirkeln drei Ausstellungen um die Welt. Wenn Sie nach Teheran kommen, kennt man das ZKM. Wenn Sie nach Tokio kommen auch. Unsere Ausstellungsorte haben wir in den vergangenen Jahren hauptsächlich mit digitalen Themen bespielt.

Hat diese Präsenz Journalisten aus dem Ausland zu den „Open Codes“ gelockt?

Riedel: Die Berichterstattung ist international, aber sie findet hauptsächlich im Netz statt, in Blogs und Online-Magazinen.

Wie erklären Sie sich das?

Riedel: Es ist nicht nur das Thema selbst, sondern auch eine bestimmte Generation, die darüber berichtet, die an den Workshops sowie der Mischung aus Institution und Open Community großes Interesse hat. Es ist eine andere Medienöffentlichkeit.

Wie waren die Reaktionen ebendieser Generation?

Riedel: Oft sehr begeistert. Man könne hier einfach sein, seine eigenen Inhalte mitbringen und als Einzelner oder Gruppe an den Werken teilhaben.

Gab es auch Kritik?

Riedel: Kritisch gesehen wurde, dass die Ausstellung dann doch wieder in einem analogen Raum stattfindet. Dass sie nicht in vollem Umfang in einem digitalen Raum abgebildet ist. Viele Interessenten aus Afrika oder Südamerika können eben nicht hier her reisen.

Wäre es möglich, Open Codes digital zugänglich zu machen?

Riedel: Wir sehen das als Aufgabe, die wir noch nicht ganz gelöst haben. An der Entwicklung arbeiten wir aber. Wir eröffnen im April den ersten Ableger dieser Ausstellung in Mumbai. Gerade sind wir dabei, einen Virtual Reality Raum zu schaffen, der diesen Ort und die dort ausgestellten Exponate abbildet. Besucher können dann mit der VR-Brille von hier aus durch den Raum in Mumbai wandern.

Ein weiterer Schritt in die Zukunft…

Riedel: Das ZKM feiert nächstes Jahr sein 30-jähriges Gründungsjubiläum. Letztendlich ist das Haus 1989 genau für diese Zeit jetzt gegründet worden, für diesen extrem dynamischen digitalen Wandel.