Baustelle Bahnhofplatz
DIE STRÄNGE DES GLEISNETZES sind am Bahnhofplatz noch bis Montagmorgen gekappt. Viele Gäste der Fächerstadt und Pendler, die vom Bahnhof auf den Platz kommen, werden von dem Ausfall des vertrauten Straßenbahnverkehrs überrascht. Sie müssen sich dann erst mit Bussen als Ersatz für die Bahnen zurechtfinden. | Foto: Sandbiller

Gleisbau schnürt Bahnhof ab

Ostachse noch sechs Tage blockiert

Anzeige

Noch sechs Tage, dann läuft der Straßenbahnverkehr wieder über den Bahnhofplatz und durch die Rüppurrer Straße. Wie stets außerhalb der Winterzeit machen die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) die Ferien zur Baustellenzeit, um abgefahrene Schienen auszutauschen. Für die Karlsruher und ihre Gäste, die am Hauptbahnhof mit dem Zug ankommen oder dorthin wollen, gibt es zwei Wochen keine Straßenbahnverbindung.

Nur noch die Karlstraße offen

Diese Schienenblockade tut vielen VBK-Kunden doppelt weh, weil derzeit nur noch die Karlstraße als Nordsüd-Citystrang offen ist. Seit fünf Jahren schon fehlt die Mittelachse, seitdem rollen keine Bahnen mehr durch die Ettlinger Straße. Frühestens 2021 wird das anders, dann soll die U-Strab mit ihrem Südabzweig unter der Ettlinger Straße in Betrieb gehen. Während des Baustellenjahrzehnts für die U-Strab haben die Straßenbahnen mit Sperrungen sowie Umleitungen und damit mit Verspätungen zu kämpfen.

Verstoß gegen Dogma

In diesen Pfingstferien ist der Verkehr besonders eingeschränkt: Es wird gegen das Dogma verstoßen, dass zumindest zwei der drei Nordsüdachsen offen sein müssen. Ende August kommt der nächste gravierende Einschnitt, wenn im Rahmen der Kombilösung der Einbau des Autotunnels Kriegsstraße in den Verkehrsknoten Mendelssohnplatz ansteht. In den folgenden Monaten ist dann die Ostachse der City durch die Fritz-Erler-Straße und die Rüppurrer Straße erneut von Bauarbeiten betroffen und im Herbst einige Wochen komplett gesperrt.

Busse als Lückenfüller

Mit Bussen versuchen die VBK die große Lücke im Gleisnetz zu schließen. Im Schatten der Sperrung vor dem Bahnhof laufen Schienenarbeiten an zwei weiteren Stellen. Gleich drei Baustellen auf einen Streich haben die VBK in der östlichen Nordsüd-Cityachse eingerichtet. Nicht nur am Bahnhofplatz sind die Gleise rausgerissen, auch am „Tivoli“ werden Schienen erneuert. Außerdem wird das auf seiner Ostseite komplettierte Gleiskreuz in der Rüppurrer jetzt in Höhe Baumeister-/Philipp-Reis-Straße an den Schienenstrang angeschlossen.

 

Schienenkreuz
AN DAS GLEISKREUZ in der Rüppurrer-Straße wird die Südostbahnschiene in der Philipp-Reis-Straße (rechts) nun komplett angeschlossen. | Foto: Sandbiller

 

Nach den Pfingstferien wollen die VBK diese Arbeiten an drei Bauabschnitten in einem Aufwasch erledigt haben. Die Heimkehrer von zwei Wochen an fernen Gestaden und besonders die Schüler haben dann von der großen Sperrung nichts mitgekriegt. Vorzugsweise ziehen die VBK eben ihre Umbauarbeiten in den Ferien durch, wenn wesentlich weniger Fahrgäste als an anderen Arbeitstagen in den Bahnen sitzen.

Ferienende  —  Baustellenende

Bis Montag, 4. Juni, 4 Uhr, rollt deshalb keine Bahn zwischen Albtalbahnhof und Kronenplatz. Betroffen sind die Haltestellen Bahnhofplatz, Poststraße, Tivoli und Werderstraße. Sie werden auf der Schiene nicht angefahren. Busse ersetzen die Bahnen. Betroffen sind die Linien S1, S11, S4, S7, S8, und die Straßenbahnen 2, 3, 4 und 6.

Endspurt am Weinbrennerplatz

Gleichzeitig befinden sich die Arbeiten im Zusammenhang mit dem barrierefreien Ausbau der Straßenbahnhaltestellen „Tullastraße“ in der Durlacher Allee und „Weinbrennerplatz“ in der Kriegsstraße im Endspurt. Bis Juli beziehungsweise 6. Juni sollen dort die Restarbeiten an den Autofahrbahnen und Gehwegen weitgehend abgeschlossen sein.