Das Erbgroßherzogliche Palais darf nach Einschätzung einer Bürgerinitiative nicht durch das geplante „Forum Recht“ verdeckt werden.
Das Erbgroßherzogliche Palais darf nach Einschätzung einer Bürgerinitiative nicht durch das geplante „Forum Recht“ verdeckt werden. | Foto: Sandbiller

Karlsruhe

Palais wird verdeckt, alte Bäume bedroht: Bürgerinitiative kritisiert Pläne für das „Forum Recht“

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Das geplante „Forum Recht“ beim Bundesgerichtshof sorgt weiter für Debatten. Die Initiative „Unser Karlsruhe – lebenswert – nachhaltig – klimagerecht“ hat nun in einem offenen Brief an den Gemeinderat und die Stadtverwaltung heftige Kritik am geplanten Standort geäußert.

Hinter der Initiative stehen unter anderem Robert Mürb, einst Gartenbauamtsleiter und heute Vorsitzender der Landesvereinigung Baden in Europa, sowie Helmut Rempp, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Karlsruher Bürgervereine. In dem Schreiben präzisiert die Initiative einige der Kritikpunkte, die bereits bei einem Stadtbauforum sowie bei einem Vor-Ort-Termin von Bürgern geäußert wurden.

Gebäude des Bundesgerichtshofs wird verdeckt

Für die Initiative sei ein „Forum Recht“ für Karlsruhe von großer Bedeutung, heißt es in dem Schreiben. Unverständlich sei jedoch, dass der großvolumige Neubau ausgerechnet im Parkgelände zwischen Karlstor und dem Hauptgebäude des Bundesgerichtshofs, dem ehemaligen Erbgroßherzoglichen Palais, errichtet werden soll. Das „Forum Recht“ habe einen sehr viel besseren und städtebaulich hervorgehobenen Standort verdient.

Bäume werden gefällt

Die geplante „Zerstückelung des Gartens“ sowie die Negierung seiner historischen Bedeutung für Karlsruhe bezeichnen Mürb und Rempp nicht nur wegen der bislang geplante Fällung von zehn bis zwölf Bäumen sogar als einen echten „Skandal“.

Das Palais um 1898
Das Palais um 1898 | Foto: ka.stadtwiki.net

Hauptgrund für die harsche Kritik ist für die Initiative vor allem die Tatsache, dass eine Gartenanlage, die bis ins Jahr 1817 zurückreicht und zusammen mit dem Nymphengarten eine bedeutsame Grünzone am südlichen Rand der Innenstadt bildet, auf einmal als „schnödes Bauland“ angesehen werde. Die südliche Begrenzung der Innenstadt mit Nymphengarten, Friedrichsplatz und Palaisgarten ist für Mürb und Rempp nämlich nichts weniger als ein Alleinstellungsmerkmal im Stadtbild und damit von ähnlicher städtebaulicher Bedeutung wie Schlossgarten und Fächer.

In einer Online-Petition fordert die Initiative das geplante „Forum Recht“ auf das verlassene Unigelände am Schloss zu verlegen, um den historischen Park des Erbgroßherzoglichen Palais zu erhalten.

BNN