Eine interaktive Karte zeigt, wo in Karlsruhe die Problembäume stehen.
Monokulturen und ungeeignete Baumarten wie der Bergahorn sind in Karlsruhe keine Seltenheit. | Foto: BNN/Bodamer

Nach BNN-Recherche

Pflanzt Karlsruhe die falschen Bäume? Gartenbauamt soll neues Konzept erarbeiten

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Fast 150.000 Bäume stehen in Karlsruhe, viele von ihnen sind für den Klimawandel nicht gewappnet und haben mit neuen Krankheiten zu kämpfen. Die Freien Wähler und die christliche Wählergemeinschaft FÜR fordern das Gartenbauamt jetzt zum Umdenken auf: Ende April landet das Thema im Gemeinderat.

Die Fraktion reagiert damit auf Recherchen der BNN. Demnach sind mehr als 75 Prozent der insgesamt 77.000 Straßenbäume nicht oder nur bedingt dafür geeignet; eine interaktive Karte zeigt, wo diese stehen. Dennoch setzt das Gartenbauamt weiterhin auf Monokulturen und pflanzt potenziell ungeeignete Bäume.

6 Millionen Euro im Jahr

In Straßennähe benötigen diese in der Regel mehr Pflege und sind dementsprechend teuer im Unterhalt. Wie teuer, darüber gab das Gartenbauamt keine Auskunft. Die Kosten könnten sich nach Berechnungen der BNN auf mehr als 6 Millionen Euro im Jahr belaufen.

„Dass zu den Kosten keine Antwort kommt, ist ärgerlich. Der Beitrag zeigt, es muss ein Umdenken beim GBA geben, ein neues, zukunftsfähiges Konzept muss her“, heißt es in einer Stellungnahme der Fraktion auf Twitter. „Dieses Konzept muss in Zukunft bei Neupflanzungen umgesetzt werden, für eine gesunde Vegetation in unserer Stadt.“

Die zentralen Punkte des Antrags der FW-/FÜR-Fraktion

  • Das neue Konzept berücksichtigt insbesondere die Klimaanpassung, die Eignung der Bäume für den zu bepflanzenden Standort („gut geeignet“), geringe Pflegekosten, und das Vermeiden von Monokulturen.
  • Das Gartenbauamt legt den Strategieentwurf dem Gemeinderat zur Entscheidung schnellstmöglich vor.
  • Das Gartenbauamt beziffert und berichtet jährlich über die Höhe der Kosten für die Pflege der Bäume im Stadtgebiet.

Der Antrag „Gesunde Stadtbäume“ soll am 28. April im Karlsruher Gemeinderat diskutiert werden.

BNN