Nach Kinderbuch-Heldin Pippi Langstrumpf ist das Eichhörnchen Pippilotta benannt. Das Jungtier ist mittlerweile fit genug, sodass es wieder in die Freiheit entlassen werden kann. | Foto: Fritzenschaf

Berühmtes Eichhörnchen

Pippilotta auf dem Weg in die Freiheit

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Ihre prominente Namensvetterin aus den Kinderbüchern wäre stolz auf sie: Pippilotta hat ihren eigenen Kopf, sie ist selbstständig und macht, was ihr gefällt.

Von dem schüchternen, geschwächten Eichhörnchen, das Zieh-Mama Larissa Fritzenschaf von der Wildtierauffangstation Karlsruhe (Witas) vor einigen Wochen zu sich nach Hause nahm, ist nicht mehr viel übrig. Feuerrotes Fell, buschiger Schwanz, wacher Blick – so begegnet einem das Jungtier mittlerweile. In wenigen Tagen nun soll Pippilotta ausgewildert werden. „Es wird voraussichtlich am Wochenende oder spätestens Anfang nächster Woche soweit sein“, sagt Larissa Fritzenschaf.

Nager hatte europaweit für Schlagzeilen gesorgt

Das kleine Eichhörnchen hatte vor einigen Wochen europaweit Schlagzeilen gemacht, als es in der Nordstadt einen Mann verfolgte. Offensichtlich habe das Jungtier ein neues Zuhause gesucht, teilte die Polizei damals mit. Der Mann hatte die Beamten verständigt, da er sich nicht anders zu helfen wusste. Damals wurde das anhängliche Eichhörnchen auf den Namen Karl-Friedrich getauft. Als man schließlich herausfand, dass es sich um ein Weibchen handelt, wurde aus Karl-Friedrich Pippilotta.

Nüsse und Obst für die Eichhörnchen

Gemeinsam mit Ziehbruder Björn befindet sich Pippilotta derzeit noch in Obhut der Fritzenschafs. Larissas Mutter Astrid Fritzenschaf arbeitet als Kleintierärztin in Neureut und kümmert sich als solche auch um Wildtiere. Von einer anfänglich kleinen, gewärmten Behausung sind die Eichhörnchen in eine große Auswilderungsvoliere umgezogen. „Nach und nach haben wir sie von der Aufzuchtsnahrung entwöhnt“, sagt Larissa Fritzenschaf. Mittlerweile habe man vollständig auf Nüsse und Obst umgestellt. An Baumstämmen und Ästen üben Pippilotta und Björn eifrig klettern und springen.

Vertrauter Rückzugsort

In einigen Tagen werden dann in der Voliere zwei Schlupflöcher geöffnet, durch die die Jungtiere das erste Mal Freiheit schnuppern können. Nach Fritzenschafs Erfahrung werden die Tiere am Anfang regelmäßig an ihren vertrauten Rückzugsort zurückkehren. Nach und nach werde der Bewegungsradius aber größer, so Fritzenschaf. Den Standort der Außenvoliere habe man mit Bedacht gewählt. Laut Fritzenschaf befindet sie sich in der Nähe der Waldstadt: „Das Waldgebiet bietet Nahrung und artgerechten Lebensraum“, so die Zieh-Mama. Gleichzeitig sei auch das Wohngebiet nicht zu weit entfernt – sollte es für die Nager einmal schwierig werden, genügend Nüsse zu finden. „Viele Mitbürger halten hier einen Snack für die rothaarigen Besucher bereit“, sagt Fritzenschaf.

Nabu schlägt Alarm

Nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) Baden-Württemberg steht den Eichhörnchen ein schwieriger Herbst und Winter bevor. Wegen des besonders heißen Sommers sei die Nahrungssuche schwierig. Der Nabu empfiehlt, bereits jetzt mit dem Zufüttern zu beginnen (die BNN berichteten).

Keine Schmusetiere

„Natürlich schmerzt es ein wenig, die Fellnasen gehen zu lassen“, räumt die Zieh-Mama ein. „Andererseits sind es Wildtiere, die viel Raum und Platz brauchen und sich nicht als Schmusetiere eignen.“ Und zu sehen, wie Pippilotta und Björn durch die Gipfel der Tannen sausen – „das ist Trostpflaster genug“.