Falsche Polizisten haben es auf das Ersparte von Senioren abgesehen. Auch von Uniformierten sollte man sich an der Haustür den Dienstausweis zeigen lassen. | Foto: Patrick Seeger/Archiv/dpa

Vermehrt Fälle in Karlsruhe

Falsche Polizisten am Telefon

Ausgerechnet von der Polizei kommt der Tipp: „Seien Sie bei Anrufen der Polizei misstrauisch“. Der paradox klingende Rat hat einen  ernsten Hintergrund: Vermehrt werden in Karlsruhe falsche Polizisten aktiv. Die Gauner rufen vor allem ältere Menschen an. Sie wollen arglose Senioren um ihr Erspartes bringen.

Misstrauischer Bankangestellter verhindert Betrug

In Freiburg hätte es ein Gauner fast geschafft – eine alte Dame um mehr als 12000 Euro zu betrügen. Dass die Seniorin ihr Erspartes heute noch auf dem Konto hat, verdankt sie einem aufmerksamen Bankangestellten. Der  wurde misstrauisch, als die 76-Jährige in dieser Woche den hohen Betrag abheben wollte. Der Mann hakte nach und erfuhr, dass das Geld „für die Polizei“ bestimmt sei. Die Dame war zuvor von einem angeblichen Bankangestellten angerufen worden. Der hatte ihr geraten, „aus Sicherheitsgründen“ ihr Geld abzuheben. Ein Kriminalbeamter würde es dann abholen. Der echte Bankangestellte reagierte prompt und verständigte die echte Polizei. Die arglose Seniorin hatte Glück.

Falsche Polizisten in Karlsruhe

Gerade bei älteren Menschen versuchen Betrüger häufig ihr Glück. In Karlsruhe und Umgebung mehren sich gerade wieder die Fälle. Seit Donnerstagabend sind bei etlichen älteren Menschen betrügerische Anrufe eingegangen – und zwar von angeblichen Polizeibeamten. Mindestens sieben Fälle sind inzwischen beim Polizeipräsidium Karlsruhe aktenkundig. Dabei meldeten sich zwischen 20 Uhr und kurz nach Mitternacht falsche Polizisten. Sie haben es einzig und allein darauf abgesehen, an die Ersparnisse der Angerufenen zu kommen.

Auf dem Display erscheint eine Nummer der Polizei

Ganz perfide: Im Telefondisplay der Angerufenen ist tatsächlich die Telefonnummer der Polizei erschienen – ein mieser technischer Trick macht das möglich. Die Anrufer behaupteten, dass bei der Polizei Hinweise vorliegen würden, wonach Einbrecher die Leute heimsuchen wollen. Die Gauner fordern ihre Opfer daher auf, ihr Erspartes auf ein angebliches Polizei-Konto zu überweisen. Oder die Senioren sollten es einem „Polizeibeamten“, der vorbeikommen würde, aushändigen. Sie würden ihr Geld zurückerhalten, sobald die Gefahr gebannt sei. In Wirklichkeit wollten freilich die Betrüger das Geld einsacken.

Polizei rät zu Misstrauen bei Anrufen der Polizei

Die Karlsruher Polizei rät: „Seien sie bei Anrufen der Polizei ruhig misstrauisch!“. Wer die Echtheit eines Anrufes überprüfen will, sollte keinesfalls die Rückruffunktion nutzen – denn dann landet man erneut bei den Gaunern. Statt dessen sollte man die 110 wählen, eine Vorwahl ist unnötig. Oder man ruft bei der zuständigen Polizeidienststelle vor Ort an.

Auch von Uniformierten die Dienstausweise zeigen lassen

Wenn Polizisten vor der Tür stehen – egal ob in Uniform oder in Zivil – sollte man sich die Dienstausweise zeigen lassen. Und Nachbarn oder Verwandte hinzuziehen, denen man vertraut. Vorbeugen, so heißt es in einer Mitteilung der Polizei, kann man solchen Betrugsversuchen am besten, indem man seinen Telefonbucheintrag löschen lässt.  bo

Hier können Sie den (echten) Chef der Karlsruher Polizei näher kennenlernen: