Die Polizei hat am Montagmittag die Kriminalstatistik des Jahres 2018 für Karlsruhe, Pforzheim, den Enzkreis und den Kreis Calw veröffentlicht. (Symbolbild) | Foto: Rake Hora

Polizeipräsidium Karlsruhe

Kriminalstatistik: Kriminalität in der Region geht zurück

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Die Polizei hat am Montagmittag die Kriminalstatistik des Jahres 2018 für Karlsruhe, Pforzheim, den Enzkreis und den Kreis Calw veröffentlicht. Die Kriminalität ist demnach zum dritten Mal in Folge zurückgegangen. Die Aufklärungsquote befindet sich auf dem zweithöchsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Der Enzkreis ist laut Statistik der sicherste Landkreis in Baden-Württemberg.

Etwas schwächer als im Landestrend mit 1,3 Prozent wurde im Jahr 2018 beim Polizeipräsidium Karlsruhe ein Rückgang der erfassten Delikte um 0,7 Prozent verzeichnet. Die Aufklärungsquote befindet sich mit 61,7 Prozent auf dem zweithöchsten Stand der vergangenen zehn Jahre, nachdem sie im Jahr 2017 mit 62 Prozent auf einen Zehnjahreshöchstwert gesteigert werden konnte.

Auf 100.000 Bewohner im Bereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe kamen im Jahr 2018 insgesamt 5.107 Straftaten. Das sind 68 Zähler unter dem Wert des Vorjahres (5.175) und entspricht einem Rückgang von 1,3 Prozent. Pforzheim bleibt nach Heilbronn die zweitsicherste kreisfreie Großstadt im Land. Der Enzkreis avancierte wie bereits im Jahr 2017 zum sichersten der 35 Landkreise in Baden-Württemberg und der Landkreis Calw konnte sich um einen Platz verbessern und damit den zweitbesten Rang belegen.

Eigentumskriminalität

Die Fälle von einfachem als auch besonders schwerem Diebstahl nehmen mit rund 20.000 Fällen den größten Teil der kriminellen Taten ein. Dennoch befinden sich die Eigentumsdelikte dennoch auf einem Zehn-Jahres-Tiefstand.

Auch die Wohnungseinbrüche waren 2018 laut Polizei rückläufig. Hier habe sich die Aufklärungsquote seit 2017 nahezu verdoppelt. Bei fast der Hälfte der registrierten Wohnungseinbrüche (45,2 Prozent) blieb es jedoch beim Versuch.

Jugendkriminalität

Die Jugendkriminalität war 2018 ebenfalls rückläufig. Bei den Tatverdächtigen unter 21 Jahren konnte die Polizei einen Rückgang um 8,9 Prozent zu verzeichnen. Auch bei den Kindern und bei den Heranwachsenden wurden Rückgänge verzeichnet.


Sexualdelikte

Noch stärker als im Landesdurchschnitt (24,5 Prozent) stiegen beim Präsidium Karlsruhe allerdings die Fallzahlen der Sexualdelikte mit 38,1 Prozent um 206 auf 747 Fälle. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass mit dem neuen Straftatbestand der sexuellen Belästigung (§ 184 i StGB) Fälle als Sexualstraftaten erfasst werden, die bislang nicht oder allenfalls im Einzelfall als Beleidigung (§ 185 StGB) registriert und damit nicht zu den Sexualstraftaten gezählt wurden. Dies könnte auch Auswirkungen auf die Anzeigebereitschaft der Opfer gehabt haben. In den meisten Fällen der angezeigten Vergewaltigungen (Anstieg um 39 auf 92 Fälle) kannten sich Opfer und Täter zumindest flüchtig.

„Enkeltrick“, „Schockanrufe“ und „Falsche Polizeibeamte“

Insbesondere bei den Vorfällen im Zusammenhang mit dem Phänomen „Falsche Polizeibeamte und Enkeltrick“ gab es einen Zuwachs von 55,1 Prozent und einen Anstieg von 200 auf 563 Vorfälle. Der Stadt- und Landkreis Karlsruhe ist hierbei besonders hoch belastet. Bemerkenswert ist, dass von 142 Fällen beim sogenannten Enkeltrick lediglich zehn Fälle oder 7,0 Prozent vollendet wurden, wodurch ein Schaden in Höhe von über 218.000 Euro entstand. Der weit überwiegende Teil der Straftaten blieb im Versuchsstadium. Beim „Angeblichen Polizeibeamten“ waren die Täter in 15 Fällen erfolgreich und konnten über 353.000 Euro erbeuten.

Foto: Hora

Rauschgiftdelikte

Der seit 2011 ansteigende Trend bei den Rauschgiftdelikten setzte sich 2017 nicht fort. Die Delikte blieben mit 4.542 Fällen exakt auf dem Vorjahresniveau.

Gewalt gegen Polizeibeamte

Bei der „Körperverletzung“ zum Nachteil von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten wurde im Jahr 2018 ein Rückgang um 101 Fälle oder 50,2 Prozent auf 100 Fälle festgestellt. Beim Präsidium Karlsruhe wurden 2018 insgesamt 170 Fälle mit „tätlichem Angriff auf Polizeibeamte“ registriert.

Raubdelikte

Die Fallzahlen der Raubdelikte gingen seit ihrem Höchststand im Jahr 2015 zum dritten Mal in Folge zurück. Im Jahr 2018 verringerten sich die Fallzahlen um 14 Prozent oder 50 auf 307 Fälle und fielen damit auf den niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre.

Tatverdächtige Deutsche / Nichtdeutsche

Die Zahl der deutschen Tatverdächtigen ging auch im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 214 oder 1,4 Prozent auf 15.635 Tatverdächtige zurück. Bereinigt man die Gesamtstraftaten um die ausländerrechtlichen Tatbestände – das sind die Straftaten, die nahezu ausschließlich von Nichtdeutschen begangen werden können – stehen den 15.627 deutschen Tatverdächtigen 10.560 Nichtdeutsche gegenüber. Bei den Nichtdeutschen – zu diesen gehören Flüchtlinge und Asylsuchende ebenso wie beispielsweise ausländische Arbeitskräfte, Austauschstudenten, Fernfahrer, Stationierungsstreitkräfte und Touristen – wurden nach jahrelangen teils starken Anstiegen im Jahr 2018 zum dritten Mal in Folge rückläufige Zahlen verzeichnet.

Die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Karlsruhe für das Jahr 2018 stehen auch unter https://ppkarlsruhe.polizei-bw.de/statistiken/ zur Verfügung.

(ots/BNN)