Beifuß-Ambrosiapflanzen auf einem Feld
Beifuß-Ambrosiapflanzen auf einem Feld. | Foto: Patrick Pleul/Archivbild

Zehnmal so viel wie 2006

Problemunkraut Ambrosia entlang des Rheins auf dem Vormarsch

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Das Unkraut Beifuß-Ambrosie nimmt in der Region zunehmend mehr Fläche ein und verbreitet sich laut Umweltexperten inzwischen auch auf Ackerböden. Es sei bedenklich, dass die hochallergene Ambrosia intensiv in die Äcker hinein vordringe, sagte Constanze Buhk von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW).

Seit zwei Jahren würden dort erstmals auch Großbestände der Pflanze entdeckt. Außerdem wuchere sie immer öfter auch an Straßenrändern.

Zehnmal so viel wie 2006

Insgesamt habe vor allem die Zahl der entlang des Rheingrabens, im Kraichgau und Richtung Stuttgart beobachteten Ambrosia-Pflanzen zugenommen: Die gemeldeten Großvorkommen – also Gebiete mit mindestens hundert, nicht selten weit über tausend und in drei Fällen auch mehr als 100 000 Pflanzen – seien von 222 im Jahr 2017 auf 243 im vergangenen Jahr angewachsen. Das sind zehnmal soviel, wie noch im Jahr 2006. Auch die Zahl der bekannten Kleinvorkommen erhöhte sich entsprechend.

Laut Umwelt- und Landwirtschaftsministerium spielt Ambrosia auf Ackerflächen hingegen noch keine Rolle. Auch beim Landesbauernverband in Baden-Württemberg sowie dem Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband waren noch keine Probleme der Landwirte damit bekannt.

Wie Ambrosia vom Klimawandel profitiert und wie man die Pflanze bekämpft
Ambrosia-Pflanzen wachsen bei Wärme besser, profitieren also vom Klimawandel. Ihre Samen wurden beispielsweise durch Verunreinigung von Vogelfutter eingeschleppt. Die Pollen lösen besonders oft Heuschnupfen aus. Auf der LUBW-Webseite können Bürger Ambrosia-Bestände melden. Wichtig ist laut LUBW, ein Foto der Pflanze zu machen, da die Beifuß-Ambrosie oft mit anderen Pflanzen verwechselt wird. Die Meldung sollte genaue Angaben zum Fundort, zu Größe und Anzahl der Pflanzen enthalten.
Laut LUBW ist jetzt ein günstiger Zeitraum, die Pflanze zu bekämpfen. Sie sei so weit entwickelt, dass man sie erkennen kann, blüht aber meist noch nicht. Sie sollte unbedingt nur mit Handschuhen ausgerissen und über den Restmüll entsorgt werden, also nicht über die Biotonne. Bereits die Berührung mit den behaarten Stielen der Pflanzen kann eine Kontaktallergie auslösen. Blüht die Pflanze bereits, sollte man diese Arbeit nur mit Mund- und Nasenschutz und langer Kleidung durchführen.