In sein erstes Zweitliga-Jahr von Beginn an geht Trainer Ivan Rudez bei den PSK Lions. Der Kroate hatte in der spielfreien Zeit viel zu tun. | Foto: GES

Hungriges Rudel

PS Karlsruhe Lions streben erneut die Play-offs an

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Langweilig ist es Ivan Rudez in der spielfreien Zeit nicht geworden. Der Chefcoach der PS Karlsruhe Lions organisierte Lehrgänge für Jugendtrainer in der Slowakei, war als Referent bei einem Trainerseminar in Budapest, bereitete die neue Saison beim badischen Basketball-Zweitligisten vor und arbeitete zusammen mit PSK-Abteilungsleiter Danijel Ljubic an der Zusammenstellung des Löwen-Kaders.

Und der hat sich deutlich verändert: Neun neue Gesichter werden den Lions-Fans begegnen, wenn ihnen am Donnerstag (19 Uhr) in der Wildparkhalle bei einem Showtraining der Kader präsentiert wird. Im Training sind die Lions seit diesen Montag – und das mit NBA-Flair. Damjan Rudez, ehemaliger NBA-Profi und Bruder des PSK-Coach, ist derzeit vereinslos und hält sich bei den Lions fit.

„Spieler sind hungrig“

„Wir haben eine Gruppe junger Spieler dieses Jahr, die hungrig sind, sich in der Zweiten Liga zu beweisen“, sagt Headcoach Rudez. Wie schon im vorigen Sommer hatten die Lions auch nach Ende der vergangenen Saison ihren wichtigsten Akteur verloren.

2018 war es Richard Williams, nun Punktegarant Davonte Lacy. Ein Leader-Typ dieser Kategorie findet sich im neuen Kader auf den ersten Blick nicht. Auch Rudez sieht die Leader-Rollen eher verteilt, „der eine in der Ansprache, ein anderer im Punkt Aggressivität und einer, der die Verantwortung übernimmt, wichtige Würfe zu nehmen“, sagt der 39 Jahre alte Kroate.

Leader-Rollen sind eher verteilt

Erfahrung im neuen Team bringt vor allem Jeremy Dunbar mit. Der 31 Jahre alte Deutsch-Amerikaner spielte zuletzt für den Liga-Rivalen Phoenix Hagen, ist ein gestandener Zweitliga-Profi und als Shooting-Guard sicher einer derer, die das Gerüst von Rudez’ Rudel bilden werden.

Auf der Aufbauposition setzen die Lions, die bei der Kader-Zusammenstellung erneut keine großen Sprünge machen konnten, wieder auf einen Rookie aus Übersee: Marcus Stroman (23). „Das ist natürlich ein Risiko, weil man nicht weiß, wie schnell er sich hier zurecht findet“, sagt Rudez. Stroman zur Seite stehen Combo-Guard Kelvin Okundaye (26) sowie Guard Daniel Norl, ein 24 Jahre alter Deutsch-Amerikaner, der zuletzt in Großbritannien sein erstes Profijahr in Europa spielte. Niclas Sperber, Josh Nzeakor und Emil Savic sowie US-Boy Justin Gordon und Ex-Gequo Sven Saddedine heißen die weiteren Neuen im Team.

Filmore Beck trägt wie im Vorjahr das Lions-Trikot, Maurice Pluskota geht in sein drittes Löwen-Jahr und Orlando Parker ins vierte. „Mit dem Kader sind die Play-offs drin, zumindest ist das unser Ziel“, sagt Ljubic.

Rudez, der im vergangenen Herbst Michael Mai ablöste und in sein erstes Zweitliga-Jahr von Beginn an geht, wird viel Wert auf seriöse Defensivarbeit legen. Zudem solle sein Team in der Lage sein, den Gegner zu Fehlern zu zwingen.

„Effizientes Offensivsystem“ einimpfen

In der Vorbereitung bis zum ersten Pflichtspiel am 21. September bei den Gladiators Trier will Rudez seiner Mannschaft zudem ein „effizientes Offensivsystem“ einimpfen. Dass er selbst die Liga nun kennt, sieht Rudez dabei als Vorteil an. Und Kraft hat er trotz aller Arbeit in den spielfreien Monaten auch tanken können – mit der Familie daheim an der kroatischen Küste.