Starker Auftritt: Lions-Profi Jeremy Dunbar im Zweikampf mit Chemnitz' Terrell Harris. | Foto: GES

2. Liga Basketball

PSK Lions liefern Spitzenreiter Chemnitz ein heißes Duell – und verlieren

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Die PSK Lions haben Spitzenreiter Niners Chemnitz am Samstagabend einen heißen Kampf geliefert. Der um den Klassenverbleib kämpfende Karlsruher Basketball-Zweitligist, der eines seiner besten Saisonspiele zeigte, machte den Sachsen bis zum Schluss das Leben richtig schwer – unterlag am Ende aber 69:75 (38:40).

Dabei mussten die PSK Lions auf ihren Spielmacher und größten Hoffnungsträger KC Ross-Miller verzichten. Der US-Amerikaner war am Donnerstag erneut zu seinem schwer kranken Vater geflogen. Doch auch ohne ihren vermeintlich wichtigsten Akteur boten die Lions dem Aufstiegs-Favoriten bravourös Paroli.

Die Lions trumpfen stark auf

Im ersten Viertel dominierten die stark auftrumpfenden Lions die überraschten Sachsen, die erst mit Verspätung aufwachten und sich in der Folge ein begeisterndes Duell mit dem leidenschaftlich auftretenden Außenseiter lieferten.

Am Ende allerdings fehlte den nie aufsteckenden Karlsruhern aber die letzte Klasse, um Chemnitz tatsächlich schlagen zu können. Es wäre für die Niners, die so ihren 19. Sieg in Serie feierten, erst die zweite Niederlage gewesen. Bester Lions-Werfer war Kapitän Orlando Parker mit 15 Punkten.

Am Mittwoch wichtiges Abstiegskampf-Duell in Schwenningen

Wichtiger wird es für die Lions schon am Mittwoch (20.30 Uhr). Dann gastieren die Karlsruher beim Aufsteiger und Mitkonkurrenten im Abstiegskampf, den Panthers Schwenningen. Die englische Woche endet am 8. Februar mit dem Heimspiel gegen das nächste Top-Team: Science City Jena.

Bevor es am Samstag in der Europahalle losging, wurde der NBA-Legende Kobe Bryant gedacht, die vor einer Woche bei einem Hubschrauber-Absturz ums Leben gekommen war. Anschließend erwischte die Mannschaft von Lions-Headcoach Ivan Rudez den besseren Start.

Stroman und Dunbar überraschen den Favoriten

Insbesondere Rookie-Guard Marcus Stroman spielte sich in den ersten Minuten ins Rampenlicht. Sechs Punkte markierte der junge US-Amerikaner zur schnellen 8:0-Führung der Karlsruher. Mehr als drei Minuten dauerte es, bis der Spitzenreiter erstmals den Korb traf.

Doch es waren die Lions, die am Drücker blieben: Jeremy Dunbar erhöhte mit zwei Treffern auf zwischenzeitlich 12:2. Der souveräne Spitzenreiter der Liga agierte sichtlich verdutzt angesichts der unerwarteten Karlsruher Offensive.

Conleys Dunk nach sensationellem Norl-Pass

Die Lions hingegen spielten sich fast in einen kleinen Rausch. Bester Beleg dafür war der Dunk von Brandon Conley nach sensationellem Zuspiel von Daniel Norl. Der Lohn für die starken ersten zehn Minuten war schließlich eine klare 21:12-Führung.

Im zweiten Durchgang erhöhten die Chemnitzer mit Ex-Lions-Profi Dominique Johnson das Tempo allerdings deutlich und starteten die Aufholjagd. Die PSK-Korbjäger hatten nun phasenweise Mühe, Schritt zu halten – stemmten sich aber mit einer großen Portion Kampfgeist gegen die jetzt spielerisch überlegenen Gäste.

Lions stemmen sich gegen den Tabellenführer

Dreieinhalb Minuten vor der Halbzeit war es dann geschehen – aus der Distanz sorgte Luis Figge für die erstmalige Führung des Tabellenführers (31:30). Chemnitz war am Drücker, doch Dunbar sorgte kurz vor der Pause aus der Distanz für wichtige Punkte. So ging es für das PSK-Rudel nur mit einem hauchdünnen Rückstand in die Pause (38:40).

In der zweiten Halbzeit kamen die Lions zunächst dank Orlando Parker und Stroman zum Ausgleich (43:43), ehe die Niners in der intensiv geführten Partie bis Mitte des zweiten Viertels auf sechs Punkte davonzogen (45:51).

Doch wieder blieben die Lions dran: Norl verkürzte nach überlegten Rückpass von Stroman per Dreier zum  48:51. Und kurz darauf war es Filmore Beck, der mit drei Freiwürfen und einem Korbleger zum 53:53 ausglich.

Lions machen es den Niners bis zum Schluss schwer

Mit einem Drei-Punkte-Rückstand (56:59) ging es für die Hausherren in das letzte Viertel. Und auch in den letzten zehn Minuten änderte sich nichts am Geschehen auf dem Parkett.

Die Lions ließen sich nicht abschütteln und brachten die Chemnitzer ein ums andere Mal so richtig in Schwitzen. Vier Minuten vor dem Ende brachte Beck die Lions mal wieder in Führung (69:67) – der Löwenkäfig stand Kopf.

Basketball-Krimi in der Europahalle

Spätestens jetzt war es ein wahrer Basketball-Krimi, in dem auch der Spitzenreiter Nerven zeigte. Doch am Ende spielten die Gäste ihre Qualität gnadenlos aus und zogen dem Löwen-Rudel den Zahn.