Die Cityroute Durlach für Radler enthüllten am Marktplatz Ortsvorsteherin Alexandra Ries sowie die Entwickler Matthias Günzel (Mitte) und Ulrich Wagner.
Die Cityroute Durlach für Radler enthüllten am Marktplatz Ortsvorsteherin Alexandra Ries sowie die Entwickler Matthias Günzel (Mitte) und Ulrich Wagner. | Foto: jodo

Neue Cityroute

Radler in Karlsruhe-Durlach sollen die Fußgängerzone umkurven

Anzeige

Auf knapp 200 Metern ist die Pfinztalstraße in Durlach Fußgängerzone. Zwischen Friedrich-Realschule und Marktplatz ist die zentrale Ost-West-Achse im mittelalterlich geprägten Durlach werktags von 10 bis 20 Uhr tabu für Autos und Radfahrer. Das Verbot wirkt nicht zuverlässig. Auch als am Montagvormittag die neue Cityroute Durlach offiziell enthüllt wird, parken Fahrzeuge vor den Schaufenstern auf der Nordseite in einer Reihe, auch Radler rollen durch.

Die neuen, grünen Radfahrer-Logos weisen in beide Richtungen den Weg zwischen dem östlichen und westlichen Ende der Pfinztalstraße. Durch den Altstadtring geht es gegen den Uhrzeigersinn. Andersherum zu radeln bleibt erlaubt. Autofahrer dagegen müssen im Uhrzeigersinn fahren. „Auge in Auge“ kämen Autos und Radfahrer besser aneinander vorbei, erklärt Ulrich Wagner vom Stadtplanungsamt.

Rücksichtsnahme oberstes Gebot

Den kniffligsten Abschnitt bildet die Pfinztalstraße zwischen Marktplatz und Karlsburg. Radler müssen dort in der Mitte der Straßenbahnschienen Spur halten, zwischen Gleis und einer Pfostenreihe balancieren oder sich mit den Fußgängern bewegen. „Mischfläche“ sei dieses rund 100 Meter lange Straßenstück, erklärt Wagner: Die Passage ist Radfahrern in beide Richtungen erlaubt, Rücksichtnahme sei dabei wie allgemein oberstes Gebot.

„Die Möglichkeiten, die wir haben, sind ausgenutzt“, lobt Durlachs Ortsvorsteherin Alexandra Ries. Das erfülle einen jahrelangen Wunsch des Ortschaftsrats. Die Cityroute haben gemeinsam die Teams von Wagner und Matthias Günzel entwickelt, der die Abteilung Straßenverkehr im Bürger- und Ordnungsamt leitet.

Auch interessant: Verkehrsverstöße: Stadt Karlsruhe hinkt bei digitalen Bürgeranzeigen hinterher

Stadt erhofft sich mehrere Effekte

Von der neuen Route verspricht sich die Stadt mehrere Effekte. Touristen sollen sich besser zurechtfinden. Daher ist auch der Rhein-Radweg im entsprechenden Abschnitt neu ausgezeichnet. Zudem soll die für Fußgänger reservierte Zone ihrer Bestimmung künftig besser gerecht werden. Das ist vergleichbar der Kaiserstraße in der Karlsruher Innenstadt, die Radfahrer seit 2006 auf den Cityrouten Süd und Nord umfahren können.

Kontrolleure auf Fahrrädern angekündigt

Das neue Angebot in Durlach ist dabei nur die eine Seite der Medaille. „Es wird stärker kontrolliert“, kündigt Wagner an. Dazu kommen uniformierte Mitglieder des Kommunalen Ordnungsdienstes dann auch als Fahrradstreife oder auf E-Bikes, ergänzt Günzel.

Ein Durlacher, der in der Altstadt wohnt und das Geschehen am täglichen Wochenmarkt aus eigener Anschauung kennt, kommentiert die Wirkung der neuen Cityroute skeptisch. Er ist überzeugt: „Die Situation wird erst besser, wenn das Fahrverbot in der Fußgängerzone konsequent durchgesetzt wird.“ Radler gefährdeten nicht nur sich, sondern auch Passanten. An anderen Märkten seien Ordnungskräfte vor Ort oder zeitweise Absperrpfosten gesetzt. Illegale Durchfahrt ist im Ortschaftsrat Dauerthema. Pfosten kommen wegen der Straßenbahn nicht in Betracht.

Auch interessant: 17-jähriger Radler bei Unfall in Karlsruhe schwer verletzt